Diabetes und Psyche

In immer mehr Fachzeitschriften lese ich, dass viele Diabetiker mit ihrer Erkrankung eine psychische Belastung haben. Das ist für eine optimale Blutzuckereinstellung und die Therapieführung sehr hinderlich.

Diabetes und Psyche stehen im Zusammenhang.

In der Ärzte Zeitung vom 21.08.2017 war zu lesen, dass die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) ihre Muster-Weiterbildungsordnung der Psychologischen Psychotherapeuten erweitert hat und nun auch die Weiterbildung „Psychotherapie bei Diabetes“ anbietet. Scheinbar ist der Bedarf groß.

Bei Übergewicht droht oft ein Diabetes Typ 2, weil eine Insulinresistenz vorliegt

Die Anzahl der Diabetiker steigt von Jahr zu Jahr mehr an, besonders den Diabetes Typ 2, der früher als Altersdiabetes bekannt war, trifft man inzwischen auch bei vielen Jugendlichen und jüngeren Menschen mit Übergewicht an. 🙁

Gerade in jungen Jahren ist es besonders wichtig, eine optimale Therapie Einstellung zu wählen, um mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden. Deshalb entscheiden sich die Ärzte relativ schnell für eine Insulintherapie.

Aber 25 – 50 % aller Typ 2 Diabetiker weisen enorme Widerstände gegen den Beginn einer Insulintherapie auf. Sie wollen an ihrer Medikamententherapie festhalten, obwohl die Blutzuckerwerte nicht zufriedenstellend sind.

Nierenversagen, Durchblutungsstörungen an den kleinen Gefäßen, Retinopathie und Nervenveränderungen sind die Folgeschäden eines schlecht eingestellten Blutzuckers.

Ich habe zu meiner aktiven Zeit als Diabetes Beraterin im Diabetes Reha Zentrum in Bad Kissingen viele Gespräche mit Patienten geführt, um Ängste abzubauen und Fragen zu klären. 😉  Ärzte sind immer sehr schnell mit der Entscheidung dabei, eine Insulintherapie zu verordnen, ohne den Patienten mit einzubeziehen.

Es handelt sich nicht um einen schlimmeren Diabetes, wenn man von der Tablette zur Insulinspritze wechseln muss. Unbewusst haben wir vor 25 Jahren bereits schon psychologische Betreuung geleistet. Wegen der Gesundheitsreform musste das Haus, die damals als Bundesmodellklinik galt leider 2004 geschlossen werden. Für viele Diabetiker würde ich es als großen Verlust bezeichnen.

Denn es stehen Fragen ohne Ende im Raum, die eine ehrliche Antwort benötigen:

  • Woher kommt die Angst vor der täglichen Spritze?
  • Was denken meine Mitmenschen, wenn ich plötzlich spritzen muss?
  • Habe ich versagt und nicht genügend aufgepasst?
  • Habe ich dann mehr Unterzuckerungen und sind diese gefährlich?
  • Nehme ich mit Insulin eher zu als ab?
  • Macht Insulin wirklich dick?

Wem kann es auch besser gelingen, das Vertrauen eines Patienten zu gewinnen, als ein selber betroffener Diabetiker, der genau weiß, wovon er spricht, der die Ängste vor Folgeerkrankungen oder Unterzuckerungen genau kennt?

Bevor es Einmalspritzen gab, sahen so die Insulinspritzen aus, ein Teilstrich entsprach 4 IE

Ich selber bin seit meinem 11. Lebensjahr am insulinpflichtigen Diabetes Typ 1 erkrankt und habe die Entwicklung in der Diabetesbehandlung mit verschiedenen Insulintherapien und die damit verbundenen unterschiedlichsten Blutzuckermessmethoden erlebt.

Beim Diabetes Typ 2 ist eigentlich zu Anfang noch genug Insulin vorhanden, doch die Insulinwirkung ist stark gestört. Es besteht eine reduzierte Insulinsensitivität der Muskeln und Nerven. Die Therapie besteht zu Anfang aus Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion, Bewegung und Medikamenten, die die Glukose Aufnahme aus der Nahrung hemmen.

Die Stoffwechselstörung verläuft allerdings progressiv, so dass nach zunehmender Diabetesdauer die eigene Insulinmenge nicht mehr ausreicht und zusätzlich von außen Insulin verabreicht werden muss. Leider klammern viele Diabetiker zu lange an ihrer nicht mehr ausreichenden Tabletteneinstellung auf Kosten einer guten Blutzuckerkontrolle und auf Kosten ihrer Gesundheit.

Man beginnt anfangs mit einem Basalinsulin von ein bis zwei Injektionen, was allerdings später in eine Intensivtherapie übergeht, wo zu den Mahlzeiten individuell Insulin gegeben wird, was bedeutet, dass es zu vier bis sechs Injektionen führen kann.

Paradoxerweise wird jeder Diabetiker feststellen, dass mit jeder Injektion ein Stück mehr Freiheit gewonnen wird, weil der Tagesablauf nicht mehr von starren Mahlzeiten geprägt wird, sondern man wieder individuell wie ein Stoffwechsel Gesunder essen kann.

Sollten Sie zu den Menschen gehören, die vor so einer Entscheidung stehen und der Bedarf nach einem klärenden und einfühlsamen Gespräch besteht, sind Sie bei mir genau richtig.

Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit mir und wir klären alle Fragen und Ängste.

 

Brot und Kartoffeln machen nicht dick

Kohlenhydrate stehen für Dickmacher? 🙁

Kohlenhydrate sind inzwischen bei vielen Menschen verpönt, weil sie angeblich beim Abnehmen behindern sollen.

Aber stimmt das überhaupt oder glaubt man nur einem Trend, der inzwischen in allen Medien vertreten ist?

Fakt ist, wer abnehmen will, muss weniger Kalorien zuführen, als er durch seine Tätigkeit und seinen Grundumsatz verbrennen kann.

Aber wo stecken überall Kohlenhydrate drin?

Nicht nur in Brot und Backwaren, sondern auch in Obst und Gemüse und Milchprodukten. Selbst Tomaten enthalten Kohlenhydrate.
Kohlenhydrate, die mit Insulin verstoffwechselt werden, sind für den Diabetiker sehr wichtig und müssen berechnet werden. Hingegen sind die Kohlenhydrate aus der Tomate oder dem Magerquark eher zu vernachlässigen. 😉

Was man auf jeden Fall beim Abnehmen meiden sollte, sind sehr schnelle Diät von Michael SpörerKohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index, da sie den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen. Die Bauchspeicheldrüse muss dann das Hormon Insulin ausschütten und in dieser Zeit kann kein Fett verbrannt werden. Und das ist bei jeder Diät wohl der Hauptgrund, warum jemand eine Ernährungsumstellung vornimmt: man will abnehmen und zwar Fett und nicht Muskelmasse.

Bei mehr als dreißig Kilogramm Übergewicht ist eine Ernährungsform mit reduzierten Kohlenhydraten sicherlich sinnvoll. Und bei viel Übergewicht funktioniert zum Glück jede Ernährungsumstellung, auch allein die Tatsache, mehr Wasser zu trinken und abends die Kohlenhydrate wegzulassen oder FdH zu praktizieren.

Aber warum möchte man auf Dauer Kohlenhydrate aus Obst oder Natur Joghurt oder einem guten Vollkornbrot weglassen?

Ich und sehr viel andere Genießer können sich diese Ernährung auf Dauer nicht vorstellen. Wie alles im Leben kommt es auch hier auf die Mengen an, die man verzehrt. Klar ist es nicht gesund, drei Brötchen mit Marmelade und zusätzlich noch einem Glas Orangensaft als Frühstück zu konsumieren. Da kommt man ganz schnell auf über hundert Gramm Kohlenhydrate, die nur so ins Blut schießen. Die sofortige Insulinausschüttung lässt den Blutzuckeranstieg sinken und ein baldiger Heißhunger ist vorprogrammiert.

Es besteht die Gefahr, dass beim Verzehr von überwiegend Käse, Fleisch und überbackenem Gemüse extrem viel Fett mit aufgenommen wird. Und ein Gramm Fett hat doppelt so viel Kalorien wie ein Gramm Eiweiß oder ein Gramm Kohlenhydrate.

Auch übergewichtigen Diabetikern versucht man immer wieder klarzumachen, dass sie von einer Low Carb Ernährung profitieren würden. ☹
Studien haben allerdings belegt, dass das ein Irrtum ist. Es kommt lediglich auf die Kalorienreduzierung an und dass mehr Bewegung in den Tagesablauf eingebracht wird.

Es kommt immer auf die Verpackung an. Die Kartoffel alleine macht nicht dick, auch wenn sie Kohlenhydrate enthält. Bratkartoffeln in viel Fett geröstet oder gar Pommes verändern natürlich die Bilanz.

Ob ich nun 100 g Roggenbrot belegt mit 100 g Tomaten esse und 220 kcal zu mir nehme, oder ob ich 100 g Tomaten überbacken mit 100 g Käse esse und dabei 382 kcal zu mir nehme, ist ein gewaltiger Unterschied in der Tagesbilanz.

Wir sind seit Jahren von dem Lifestyle Programm von Bodykey by Nutrilite begeistert. Mit Hilfe eines DNA-Tests werden die Gene gefragt, worauf man mehr achten muss, auf die Fettaufnahme oder auf die Kohlenhydrate. Die dauerhaften Erfolge sprechen für sich. 😉

Auch das Fernsehen hat bereits über eine personalisierte Ernährung berichtet.

Zucker ist ein süßes Gift

Zucker ist ein süßes Gift und macht süchtig.

Zucker löst im Gehirn die gleichen Reaktionen aus wie Kokain und Nikotin.

Auch der neu geborene Mensch wird über die süße Muttermilch beim Stillen auf SÜSS getrimmt.Warum fällt es uns so schwer, auf Zucker zu verzichten? Man kann sich damit entschuldigen, dass es uns in die Wiege gelegt wurde. Unsere Vorfahren erkannten an Früchten, wenn sie süß waren, dass sie nicht giftig sein konnten. Auch der neugeborene Mensch wird über die süße Muttermilch beim Stillen auf SÜSS getrimmt.

Heute ist allerdings der Konsum von Zucker auf ein Vielfaches gestiegen und hat besorgniserregende Mengen angenommen. Der durchschnittliche Verbrauch in Deutschland liegt bei 150 Gramm Zucker täglich. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, die eigentlich einen Verbrauch von 20 – 40 Gramm Zucker nicht überschreiten sollten.

Was passiert in unserem Körper, wenn wir Zucker zu uns nehmen? Zucker lässt erst einmal den Blutzuckerspiegel ansteigen, woraufhin die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin freisetzen muss, damit der Blutzuckerspiegel wieder in den Normalbereich von 80-100 mg/dl absinken kann. Durch den schnellen Abfall, entsteht aber erneuter Hunger. Unser Gehirn benötigt den größten Teil an Energie und es meldet sich sofort, wenn der Blutzuckerspiegel absinkt.

Zucker kann auch ungünstige Folgen für Menschen haben

Das Problem ist, viele Menschen denken bei Zucker nur an den Teil Süßkraft, der in den Tee oder Kaffee kommt und meinen, sie nehmen keinen Zucker zu sich.

Zucker ist in allen Getränken der Sorte Cola, Fanta, Sprite und Spezi vorhanden. Auch naturreine Fruchtsäfte, die uns als Schorlen so gesund angepriesen werden, enthalten Fruchtzucker. Jede Konserve ist mit Zucker versetzt, mal ganz abgesehen von Ketchup und Senf.

Und der extrem hohe Anteil an Weißmehlprodukten nimmt keine Grenzen: in der Früh die Semmel oder das Brot, zwischendurch ein Croissant oder das kleine „Frühstückchen“ um zehn Uhr morgens in Deutschland, später gibt es Pizza, Döner oder Spaghetti zum Mittagessen, als Nachtisch die Fruchtjoghurt oder den Pudding, dazu immer Apfelsaftschorle oder Spezi. Nachmittags verwöhnen wir uns mit einem kleinen Gebäckstückchen und am Abend lässt man sich was vom Lieferdienst kommen, weil man zu müde ist, um noch was Frisches zu kochen. Vor dem Fernseher oder neben der Spielkonsole werden dann Chips und andere Knabbereien konsumiert

Auch die Zwischendurch Mahlzeiten an den klassischen Ständen sind sehr Kohlenhydrat lästig. Döner, Currywurst mit Pommes, Hamburger, Leberkäs-Semmel etc.

Und für die Kinder sehen die kleinen Mahlzeiten für zwischendurch auch nicht besser aus, Fruchtzwerge, Milchschnitte, Pinguin, Knoppers etc.

Darüber hinaus enthalten viele Produkte neben Zucker auch noch E-Nummern, um die Produkte optisch schmackhafter und länger haltbar zu machen und sie schmecken intensiver durch künstliche Aromastoffe.

Zucker ist aber nicht nur ein Gewichtsproblem. Er fördert durch die Insulinresistenz den Diabetes Typ 2 wie auch Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, ADHS oder ADS und Vitaminmangelzustände, die sich in verschiedenen Symptomen äußern können:

  • Konzentrationsstörungen
  • eingerissene oder entzündete Mundwinkel
  • Schlafstörungen
  • geschwächtes Abwehrsystem, Infektanfälligkeit
  • Zahnfleischbluten
  • Knorpel- und Knochenveränderungen
  • Muskelabbau

Jeder sollte sich überlegen, ob eine Ernährungsumstellung nicht langfristig sinnvoller wäre, um eventuellen Krankheiten in der Zukunft entgegen zu wirken.

Vorbeugen ist gewissermaßen immer besser als Heilen.

Folgende Tabelle gibt Auskunft über Fett, Kohlenhydrate, Zucker und Kalorien:

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Depressionen

Depressionen zählen weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

Depressionen und Diabetes gehören bei jedem achten Diabetiker zusammen. Bei jedem fünften Diabetiker liegt eine erhöhte Depressivität vor.

Depressionen sind sehr belastend und können den normalen Alltag sehr erschweren. Jemand, der dieses Problem nicht kennt, wird sich nur schwer vorstellen können, was in so einem Menschen vorgeht und wie er sich fühlt.

frauenSchätzungsweise leiden in Deutschland ca. vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Das Risiko, in seinem Leben mal an einer Depression zu erkranken beträgt immerhin 15% bis 18%. Beim Diabetiker ist dieses Risiko doppelt so hoch.
Beim Diabetes kommt hinzu, dass die alltäglichen Belastungen wie seinen Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren, Kohlenhydrate der Insulinmenge anzupassen und aufzupassen, nicht in eine Unterzuckerung zu kommen, schon genug Herausforderungen sind. 🙁

Zu behandeln sind solche Depressionen nur mit Antidepressiva, kognitive Verhaltenstherapie, Psychotherapie und gezielte Psychoedukation, also Aufklärung über diese heimtückische Krankheit. Denn noch immer sind Depressionen ein Tabu Thema und werden oft verschwiegen.

Warum ist bei Diabetikern das Risiko doppelt so hoch?

  • Angst vor Folgeerkrankungen
  • Angst vor Erwerbsunfähigkeit
  • das Bewusstsein, ein Leben mit eingeschränkter Lebensqualität zu führen.
  • Keine Aussicht auf Heilung (auch wenn immer mal wieder kleine Ansätze in den Medien zu lesen sind, dann aber wieder nichts mehr darüber berichtet wird)

Natürlich wird jedem Menschen, bei dem der Diabetes diagnostiziert wird, eingeredet, er könne ein absolut gleichwertiges Leben führen wie ein stoffwechselgesunder Mensch. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von intensivierter Spritzentherapie bis hin zur Pumpentherapie. Auch können Diabetiker heute völlig normal essen und sind nicht mehr so eingeschränkt wie noch vor 30 Jahren. Die Angst vor Folgeerkrankungen, dass eine Retinopathie sich entwickelt, die Nieren oder die Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden oder man einem Herzinfarkt erliegt, bleiben dennoch bestehen.:-(

Depressionen
Depressionen durch Stress ausgelöst

Bei der Entstehung von Depressionen geht man von mehreren Ursachen aus. Einmal gibt es eine genetische Disposition, die sich mit zunehmendem Verwandtschaftsgrad zu einer erkrankten Person erhöht.
Man nimmt aber auch an, dass es sich um ein Ungleichgewicht im Neurotransmittersystem handelt, also bei den Stoffen Serotonin und Noradrenalin.
Stressauslösende Lebensereignisse oder Lebensumstände lassen eine Depressionentstehen. Aber auch andere psychoreaktive Faktoren, wie Traumatisierungen oder familiäre Probleme können für Depressionen Auslöser sein.

Die meisten Menschen mit Depressionen erzählen von einem einschneidenden Lebensereignis, einem sogenannten Life-Event.

  • Leistungssteigerung am Arbeitsplatz
  • Konflikte in der Partnerschaft
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Verlust von Bezugspersonen, Todesfälle
  • Krankheiten wie der Diabetes oder andere Autoimmunerkrankungen
  • Unfälle
  • Sexueller Missbrauch

Wenn ein Ungleichgewicht von Serotonin und Noradrenalin eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielt, sollte man vielleicht vorbeugend als Nahrungsergänzung hochwertige Aminosäuren, besonders Tryptophan und einen Vitamin-B-Komplex zu sich nehmen.

Symptome bei Diabetes

Symptome bei Diabetes sollten eigentlich bekannt sein, da immer häufiger diese Diagnose gestellt wird.

Symptome bei Diabetes sind nicht immer eindeutig.

Diabetes tritt immer häufiger auf, doch wenn man wegen bestimmter Beschwerden zum Arzt geht, wir oft das Problem behandelt, ohne daran zu denken, dass es sich vielleicht auch um irgendwelche Symptome bei Diabetes handeln könntet, und zwar um einen unerkannten Diabetes. 🙁

Die Symptome bei Diabetes sind nicht immer gleich ausgeprägt, das hängt damit zusammen, ob die Krankheit schleichend beginnt, wie beim Diabetes Typ 2 oder die Symptome bei Diabetes Typ 1 eher eindeutig sind. Für die betroffenen Patienten scheinbar aber doch nicht so eindeutig:

Folgende Symptome bei Diabetes sollten einen hellhörig werden lassen:

  • Starker Durst und größere Trinkmenge: der Glukosespiegel im Blut steigt an und
    unbehandelte Symptome bei Diabetes führen zu Durst
    Es kommt zu verstärktem Durst bei unbehandeltem Diabetes

    kann nur durch viel Flüssigkeit verdünnt über die Niere ausgeschieden werden. Wer jetzt Cola oder andere zuckerhaltige Getränke verwendet, um seinen Durst zu löschen, verschlimmert die Sache noch zusätzlich. Jetzt kommt es unweigerlich zu

  • Vermehrtem Harndrang und Austrocknung: die Austrocknung bringt Juckreiz mit sich. Das kann auch die Schleimhäute betreffen und bei Frauen oft auch die Geschlechtsorgane. Die Diagnose Diabetes ist oft ein Zufallsbefund, weil die Frauen wegen des unangenehmen Juckreizes beim Gynäkologen nachsehen lassen.
  • Kreislaufprobleme, besonders Schwindel wegen des Flüssigkeitsverlustes durch vermehrten Harndrang.
  • Sehstörungen: durch die vermehrte Flüssigkeit in den Kammern wegen des erhöhten Blutzuckers kommt es zur Linsentrübung und der Patient wird kurzsichtig.
  • Leistungsminderung: bei Insulinmangel fehlt dem Körper die Energiegewinnung aus der Glukose, weil die Glukose nicht mehr in den Muskel gelangt. Der Körper versucht nun, über Eiweißabbau und Fettabbau an die Energie zu kommen. Wegen der starken Gewichtsabnahme fühlt man sich abgeschlagen und hat nicht selten dadurch eine Leistungsminderung. Bei Kindern kann es auch zu Wachstumsstörungen, Bettnässen und Schulproblemen führen.
  • Infektanfälligkeit: das Immunsystem ist geschwächt, weil die T-Lymphozyten herabgesetzt sind. Jetzt kommt es häufig zu Infekten, besonders Harnwegsinfekte und Nierenbeckenentzündungen. Aber auch Pilzbefall und eitrige Hautentzündungen können häufiger auftreten. Immer wenn Wunden schlecht heilen, sollte man an einen unbehandelten und nicht entdeckten Diabetes denken.
  • Sensibilitätsstörungen besonders an den Füßen
  • Heißhungerattacken im Wechsel mit Appetitlosigkeit

Wie diese Symptome bei Diabetes anzeigen, kann es sich auch immer um andere Ursachen handeln. Je schneller man allerdings auch den Blutzuckerspiegel kontrolliert, um so früher kann eine richtige Therapie begonnen werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

Diabetes -schlimm oder nur leicht?

Diabetes ist inzwischen zu einer Zivilisationskrankheit geworden.

Diabetes wird in zwei große Gruppen eingeteilt: Typ 1 und Typ 2 Diabetes mit völlig verschiedenen Behandlungsmethoden.

Der Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung.

Bei Autoimmunerkrankungen besteht eine Fehlregulation des Immunsystems, und die Zellen des Immunsystems zerstören körpereigene Strukturen. Im Fall des Diabetes mellitus Typ 1 produzieren Zellen des Immunsystems spezielle Eiweiße, nämlich so genannte Antikörper, die dann im Zuge der Zeit die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstören, die für die Produktion des Insulins verantwortlich sind. Je mehr Beta-Zellen also zerstört sind, desto weniger Insulin kann produziert werden. Der Blutzuckerspiegel steigt langsam an.

Diabetes
In jedem Alter kann sich ein Diabetes entwickeln. Beim Typ 2 spielen Ernährung und Bewegung eine große Rolle

Die Entwicklung des Diabetes mellitus Typ 1 verläuft aber sehr langsam. Zu Beginn dieser Entwicklung ist der Blutzuckerspiegel noch normal, und der Patient verspürt keinerlei Beschwerden. Die Zerstörung der Beta-Zellen hat in dieser Phase aber bereits begonnen, obwohl es sich noch im Anfangsstadium befindet. Aber man könnte jetzt im Blut des Betroffenen bereits schon die gegen die Beta-Zellen gerichteten Antikörper nachweisen können.

Als Auslösemechanismen können verschiedene medikamentöse Behandlungen, die das Immunsystem beeinflussen, fungieren. Man vermutet stark, dass Impfungen so ein Auslösemechanismus sind. 🙁

Auch verschiedene Virusinfektionen kommen infrage, z.B. Masern, Mumps und Röteln sowie Infektionen mit Coxsackie-Viren.
Hier ist mit Ernährung alleine nichts zu erreichen, es muss immer Insulin gespritzt werden.

Beim Typ 2 Diabetes, früher auch als Altersdiabetes bekannt, gelten ganz andere Entstehungskriterien. Leider sind von dieser Art Diabetes inzwischen auch sehr viele Kinder betroffen.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist in den letzten 20 Jahren weltweit eine Epidemie des Typ2 Diabetes aufgetreten. Laut Dr. Duke Johnson in seinem Buch „Die Optimale Gesundheit“ sind die finanziellen Kosten dafür atemberaubend hoch. Darum ist es sinnvoll, viele Zusammenhänge zu verstehen, um diese Krankheit einzudämmen. Man kann selber sehr viel tun, um den Ausbruch von Typ2 Diabetes zu verhindern.

Bei Diabetes Typ 2 handelt es sich meistens um eine Insulinresistenz verbunden mit Übergewicht und Bewegungsmangel.

Bei diesen Diabetikern hat das Insulin seine Fähigkeit verloren, die Glukose in die Zellen zu transportieren.

Man muss sich das so vorstellen, dass an den Zellen Rezeptoren sitzen, die die Glukose in die Zelle hineinlässt, so wie ein Schlüssel. Und wenn der Schlüssel nicht passt, geht die Tür nicht auf. Der Körper produziert immer mehr Insulin, weil der Zucker im Blut ansteigt, doch die Türen bleiben verschlossen. Durch den erhöhten Insulinspiegel im Blut kann kein Fett verbrannt werden, der Hunger steigt an, es wird mehr gegessen, was wiederum die Insulinproduktion anregt. Ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer herauskommt.

Hier ist mit mehr Bewegung und einer Ernährungsumstellung viel zu erreichen und oftmals liest man dann auch Schlagzeilen wie „Von seinem Diabetes geheilt…“ oder „…kann auf seine Insulinspritze verzichten…“

Für die gefürchteten Folgeschäden ist es allerdings völlig egal, ob man an einem Typ 1 oder Typ 2 Diabetes erkrankt ist. Das Ziel ist immer eine gute normoglykämische Stoffwechseleinstellung, auch wenn viele Insulininjektionen nötig sind oder nur durch Ernährung der Blutzucker im Normalbereich gehalten wird. 😉

Ketoazidose

Ketoazidose ist eine lebensbedrohliche Situation.

Ketoazidose tritt bei nicht behandeltem Diabetes Typ 1 mit absolutem Insulinmangel auf.

Diabetes ist inzwischen zu einer Epidemie geworden, doch von den über sieben Millionen Diabetikern sind 90% davon Typ 2 Diabetiker.

Auch immer mehr Jugendliche erkranken am Typ 2 Diabetes auf Grund von Übergewicht und Bewegungsmangel. In den USA hat dieser Trend in den letzten acht Jahren um 31 Prozent zugenommen. In Deutschland hat sich der Anteil der stark übergewichtigen Kinder von 1985 bis 2009 immerhin schon verdoppelt. 🙁

Aber auch der Typ 1 Diabetes nimmt immer mehr zu, daher sollte man die Symptome erkennen, um rechtzeitig zu behandeln, damit es nicht zu einer Ketoazidose kommt.
Bis zum Jahre 2020 rechnet man mit einem 70%igem Anstieg an Diabetes Typ 1 Erkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren.

Zurzeit leben in Deutschland 30.500 Typ 1 Diabetiker im Alter von unter zwanzig Jahren. Statistisch gesehen erkrankt jedes 800ste Kind an Diabetes.

Von einer Ketoazidose spricht man, wenn wegen Insulinmangels der Blutzucker in besorgniserregende Höhen steigt. Während beim Typ 2 Diabetes der Blutzucker langsam ansteigt, weil noch genügend Insulin produziert wird, welches aber nur träge reagiert, ist beim Typ 1 Diabetes die Insulinproduktion in den Beta Zellen der Bauchspeicheldrüse zu 80% eingestellt. Man spricht auch von einer Autoimmunerkrankung.

Dauert der Zustand des Insulinmangels längere Zeit an und gerät der Stoffwechsel außer Kontrolle, stellt sich eine Übersäuerung, die Ketoazidose ein. Die Frühsignale sollten allen bekannt sein.

Anzeichen einer Ketoazidose sind:

  • der Blutzuckerspiegel ist weit über 250 mg/dl
  • der Atem riecht säuerlich wie Apfelmost oder wie nach Azeton im Nagellack.
  • verstärkte tiefe Ausatmung: die Kussmaul-Atmung: der Körper versucht durch gesteigertes Ausatmen von chemisch saurem Kohlendioxid (CO2) die Übersäuerung zu kompensieren (im Film hat man einen ph Wert von 6,3 gemessen)
  • verstärkter Durst, der im weiteren Verlauf als Folge der Übersäuerung zu einer Austrocknung führt
  • es kommt zu vermehrtem Wasserlassen, weil die Glucose in reichlich Flüssigkeit gelöst über die Nieren ausgeschieden wird. Die Ketonkörper werden in Form von Salzen mit dem Urin ausgeschieden.
  • zunehmende Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Übelkeit, so dass man oft an einen Magen-Darm-Virus denkt

Der österreichische Arzt Dr. Jäger hat mit dem Hobbyfilmer Gerald Tiefling einen Film zusammengestellt, den es sich lohnt, anzusehen.

 

Als man bei mir mit 11 Jahren einen Blutzucker von weit über 65o mg/dl  feststellte, waren die Behandlungsmöglichkeiten  nicht so einfach wie heute. 🙂

Ketoazidose
Insulinspritze mit Kanüle aus dem Jahre 1972