Diabetes-Boom

Diabetes nimmt weltweit immer noch dramatisch zu.

Diabetes schluckt jährlich 90 Milliarden Euro an Kosten für Prävention und Behandlung dieser Krankheit.


Man unterteilet den Diabetes in zwei große Gruppen, den insulinpflichtigen Typ 1 Diabetes, wo meistens eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegt und den Typ 2 Diabetes, der ganz oft durch Bewegungsmangel und Übergewicht hervorgerufen wird.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die OECD, zu denen europäische Länder und Nordamerika zählen, schätzen die momentane Anzahl der Menschen mit Diabetes auf über 83 Millionen. Nach Schätzungen könnte sich die Zahl bis ins Jahr 2030 auf über 100 Millionen erhöhen.

Die Pharmaindustrie verdient sich an blutzuckersenkenden Medikamenten eine goldene Nase. Die Pens zum Insulin spritzen werden immer schicker und auch neue Insulinarten kommen auf den Markt. Daher kann man alles in den Griff bekommen und dann tut der Diabetes auch nicht weh.



Allein in Deutschland leben über sieben Millionen Menschen mit Diabetes, doch man vermutet die Dunkelziffer wesentlich höher. 90% der sieben Millionen sind an Diabetes Typ 2 erkrankt, den man früher auch gerne „Altersdiabetes“ nannte. Das bedeutet, es laufen viele Menschen und auch schon bereits viele Jugendliche mit einem unbehandelten Diabetes Typ 2 herum. Die Problematik des unbehandelten Diabetes liegt in dem Auftreten von Folgeerkrankungen, die nach Jahren auftreten können, wenn der Blutzuckerspiegel über längere Zeit erhöht bleibt. Betroffen sind dann vor allen Dingen die kleinen Gefäße, was sich an Augen, Nerven und Nieren bemerkbar macht, wodurch wiederum neue Kosten entstehen und weitere Zweiterkrankungen behandelt werden müssen. Herzinfarkt, Schlaganfall, Netzhautstörungen, Nierenschwäche und Erektionsstörungen sind die häufigsten Begleiterkrankungen.

Gesunde und ausgewogene Ernährung, wie kann man Kalorien und unnötige Fette einsparen sollten in den Schulen bereits als Schulfach eingebunden werden. Auch das Unterrichtsfach Sport müsste mehr in den Vordergrund gestellt werden.

Diabetes Typ 2 kann durch gesunde Ernährung verhindert werden
© Gleb Semenjuk – Fotolia.com

Solange Sparmenüs billig umworben werden, es Gutscheine gibt, wo man für mehr essen weniger bezahlen muss und unsere Spitzensportler Werbung für Nutella und Mc Donald machen, wird sich das Bewusstsein nur schwer verändern lassen.
Nur durch aktive Maßnahmen und Ernährungsveränderungen können Ergebnisse erreicht werden. Alles andere hat in meinen Augen nur eine Alibifunktion und lenkt von der weltweiten Problematik ab.

Diabetes und Folgeschäden

Diabetes zu haben oder wie der Volksmund es auch nennt „zuckerkrank sein“, ist eine Diagnose, die das zukünftige Leben verändert.



Man unterscheidet zwei Formen von Diabetes: den Typ 1 Diabetes, der auch in jungen Jahren auftreten kann, wo es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt und den Typ 2 Diabetes, wo oft eine Insulinresistenz zugrunde liegt, bedingt durch Bewegungsmangel und Übergewicht.

Das Heimtückische an beiden Formen ist, dass der zu hohe Blutzucker leider keine Schmerzen macht. Aber die Folgen in einigen Jahren sind trotzdem unaufhaltsam.

Daher ist es besonders in jungen Jahren so extrem wichtig, den Blutzucker so optimal wie möglich einzustellen, was zu bedeuten hat, einen HbA1c von unter 6,2 % zu haben.  Je mehr der HbA1 c einem gesunden Menschen ohne Diabetes ähnelt, desto besser für den weiteren Verlauf, ein Leben ohne Folgeschäden führen zu können. Das ist in der Praxis nicht immer so einfach.

Natürlich erwartet man bei Kindern keinen Herzinfarkt, doch je länger der Diabetes besteht, je größer sind die Wahrscheinlichkeiten, an den gefürchteten Folgeschäden zu erkranken.

An einen Bluthochdruck leiden 75% aller Diabetiker und das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls  ist um das Zwei-bis Dreifache erhöht gegenüber der normalen Bevölkerung. Für Frauen mit Diabetes ist das Risiko sogar um den Faktor 5,9 erhöht. 11,9% erleiden im Laufe der Diabetes-Zeit an den Augen Schäden (Retinopathie) und 10,5% haben Nervenstörungen (Neuropathien).

Laut dem statistischen Bundesamt von 1999 ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bei Diabetes das Risiko  einer Augenerkrankung mit Erblinden zu erliegen um das 10-25fache erhöht, einem Nierenversagen zu erliegen um das 15-20fache erhöht und  das Risiko einer Beinamputation  ist um das 25-fache erhöht.

In der Zeit, wo ich noch im Krankenhaus auf der Angiologie  gearbeitet habe, waren von drei Beinamputationen zwei bei Diabetikern.

Diabetes tut lange Jahre nicht weh, der Blutzucker ist nur nicht immer so wie bei einem Gesunden, aber er hinterlässt ohne spürbare Anzeichen seine Folgen. Insgesamt lassen sich 80% aller Todesfälle bei Diabetikern auf  eine fortgeschrittene Herzkreislauferkrankung mit den Folgen eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls zurückführen.

Und jetzt stelle man sich vor, der Diabetes wird in jungen Jahren bei Kindern diagnostiziert.

Diabetes immer häufiger bei Kindern



Es ist alarmierend, dass immer häufiger auch bei Kindern nicht nur Diabetes Typ 1 sondern auch Diabetes Typ 2 festgestellt wird. Das bedeutet, dass im mittleren Erwachsenenalter, wenn diese Menschen voll im Berufsleben stehen und Familien gegründet haben, sich diese ernsthaften Gesundheitsprobleme entwickeln werden.

Sollte man bei diesen Tatsachen sich nicht lieber um die Heilung dieser Krankheit bemühen? Im Helmholtz Zentrum in München unter der Leitung von Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler werden viele Studien geführt, den Diabetes bei Kindern mit erblicher Belastung zu verhindern. Es werden zwar Millionen an Geldern investiert, aber man liest nicht, dass ein Mittel gefunden wurde, den Diabetes aufzuhalten.

Diabetes und das Risiko eines Schlaganfalls

Diabetes wird mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht, unter anderem auch mit dem Risiko eines Schlaganfalls .

Diabetes mellitus schädigt im Laufe der Jahre die Blutgefäße, ganz besonders wenn die Blutzuckereinstellung nicht optimal ist.

Dadurch dass das Gleichgewicht an Stoffwechselprodukten beim Diabetes verschoben ist, kommt es zur Bildung von Ablagerungen an den Gefäßwänden. Die Gefäße werden starr, es lagern sich Plaques ab und der Durchfluss verschlechtert sich. Je nach Verschluss der Gefäße kommt es zum Schlaganfall oder zum Herzinfarkt.

Am Columbia University Medical Centerin New York konnten Wissenschaftler jetzt feststellen, dass sich das Risiko eines Schlaganfalls

Diabetes und Schlaganfallhäufigkeit stehen im Zusammenhang laut Studien

erhöht, je länger der Diabetes bestand.

Das Risiko eines Schlaganfalls erhöht sich Jahr für Jahr um drei Prozent.

Dachte man bei Diabetes und Schlaganfall früher an ältere Personen, so ist das schon lange nicht mehr nur auf die ältere Bevölkerung bezogen. Leider erkranken immer mehr Jugendliche oder junge Erwachsene wegen Bewegungsmangel und Übergewicht an Diabetes Typ 2.  Der Diabetes besonders der Diabetes Typ 2  zählt zu den Zivilisationskrankheiten.

Die Lebenserwartungen von Jugendlichen sind aber wesentlich länger als von einem Diabetiker  mit 60 oder 70 Jahren.

In den Studien konnte festgestellt werden, dass Personen, die ihren Diabetes seit fünf Jahren hatten, das Schlaganfallrisiko um 70% anstieg und bei Personen, die ihren Diabetes seit fünf bis zehn Jahren hatten, das Risiko um  80% anstieg, einenSchlaganfall zu erleiden.

Wenn die Jugendlichen nicht dafür sorgen, dass sie ihren Diabetes los werden, indem sie an Übergewicht verlieren, kann die Häufigkeit der Schlaganfälle in Zukunft viele Menschen in den besten Berufsjahren treffen. Oft sind Schlaganfälle mit Halbseitenlähmungen oder Sprachstörungen verbunden, je nachdem welche Hirnareale betroffen sind, so dass es dann sicherlich auch zu Arbeitsplatzverlusten kommen wird.

Aber nicht nur der Diabetes kann die Ursache für einen Schlaganfall sein. Auch Menschen mit erhöhtem Blutdruck oder erhöhten Cholesterinwerten laufen Gefahr, einen Schlaganfall zu bekommen. Beim bestehen Diabetes sollten weitere Risikofaktoren auf jeden Fall vermieden werden, weil sich das Risiko eines Schlaganfalls potenziert.

Mehr zum Thema Vorbeugen und Gesundheitsprävention findet man im Buch von Dr. Duke Johnson.

Gesünder abnehmen

Ich möchte mit einigen Irrmeinungen aufräumen und einige Begriffe erklären und zuletzt zum Nachdenken anregen.

Grundumsatz:

das ist der Kalorienverbrauch des Körpers im Ruhezustand, also ohne Bewegung. Er hängt vom Alter, Gewicht, Größe und Geschlecht ab. Das Gegenteil dazu ist der Arbeitsumsatz, der benötigt wird, um die Arbeiten zu verrichten. Er ist abhängig von der Art der Tätigkeit, vom Grundumsatz, vom Körperbau und dem Trainingszustand des Körpers. Den Grundumsatz kann man durch Muskelaufbau erhöhen, da die Muskeln auch in Ruhe Energie verbrauchen und das gesündere Abnehmen erleichtert ist. Deshalb wird jeder feststellen, dass ohne körperliche Bewegung der Energieverbrauch erschwert ist.

Kcal:

es steht für Kilokalorie, also für 100 Kalorien. Allerdings redet man umgangssprachlich von Kalorien, obwohl bei kcal eine Kilokalorie gemeint ist. In dieser Einheit misst man die Energie, die in Nahrungsmitteln enthalten ist. Obwohl dieser Begriff veraltet ist, wird er in der Umgangssprache weiterhin genutzt. Allerdings findet man auch einen weiteren Begriff, die Kilojoule (kJ). 1 kcal entspricht 4,184 kJ.

1 kcal ist definiert für die Energiemenge, die benötigt wird, um 1 kg Wasser von der Temperatur 14,5° Celsius auf 15,5° Celsius zu erhöhen bei einem Atmosphärendruck von 760 mm Hg.

Unsere Energie enthalten wir aus unserem Essen, aus den Nährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sowie aus dem Alkohol.

1 g Eiweiß liefert 4,1 kcal oder 17,1 kJ

1 g Kohlenhydrate liefert 4,1 kcal oder 17,1 kJ

1 g Fett liefert 9,3 kcal  oder 38,9 kJ

1 g Alkohol liefert 7, 1 kcal oder 29,3 kJ

 

Idealgewicht: galt früher die Rechnung Größe in Zentimeter minus 100, so berechnet man heute den BMI, den Body-Maas-Index.

Kilogramm : Größe in Metern² = BMI

bei 1,75 m und 83 kg ergibt sich die Rechnung: 83 : (1,75 · 1,75)  = 27,10

Untergewicht: unter 19

Normalgewicht: 19-24,9

Übergewicht: 25-29,9

Adipositas: 30-39,9

starke Adipositas: mehr als 40

 

Der BMI berücksichtigt nicht die Stärke des Knochenbaus oder den Anteil des Fetts im Muskelgewebe. So könnte eine Person mit zartem Knochenbau und wenig Muskelgewebe und hohem Prozentsatz an Körperfett auf der BMI-Skala als „normal“ eingestuft werden. Dagegen ein sehr muskulöser Athlet mit wenig Körperfett könnte als adipös eingeordnet werden. Der BMI berücksichtigt auch nicht, an welcher Stelle das Fett sitzt: an der Taille in der Nähe der inneren Organe(Apfelform) oder an den Oberschenkeln und dem Gesäß (Birnenform). Deshalb ist zur Bestimmung der Fettverteilung die Berechnung des Verhältnisses von Taille und Hüfte angemessener. Taille: Hüfte

Bei Männern sollte ein Wert von 0,95 oder weniger herauskommen, bei Frauen sollte der Wert 0,88 oder weniger ergeben.

In einer Studie in Schweden nahmen 1400 Frauen und Mädchen über 12 Jahren teil und es bestätigte sich, dass das Verhältnis von Taille und Hüfte eine wesentlich bessere Vorhersage über Herzerkrankungen, Schlaganfall und Tod erlaubte als nur der BMI-Wert.

Deshalb ist es wichtig, wer gesund abnehmen will, eher Fett zu verlieren und nicht nur alleine Gewicht. Bei den meisten Modediäten wird der Erfolg an der Badezimmerwaage gemessen. Dabei wäre es sinnvoller, sich mehr zu bewegen und Muskeln aufzubauen, die Ernährung umzustellen und Fett zu verlieren. Ein schneller Gewichtsverlust auf der Waage gemessen ist oft nur Wasserverlust und hat nichts mit gesundem abnehmen zutun. Ein echter und sicherer Verlust von Fettgewebe passiert nicht über Nacht, es braucht Zeit.

Ausführlichere Informationen findet man im Buch „Die optimale Gesundheit“