Hypoglykämien – unangenehme Begleiter

Hypoglykämien sollten verhindert werden.

Hypoglykämien sind regelmäßige Begleiter bei Diabetes und sehr unangenehm.

Es gibt keine genaue Definition, ab wann man von einer Unterzuckerung sprechen kann. Jedoch handelt es sich um einen deutlichen Blutzuckerabfall, der sich durch ganz verschiedene Symptome äußern kann. Auf jeden Fall liegt der Blutzucker unter 50 mg/dl.

Die typischen Symptome können je nach Stoffwechseleinstellung aber auch schon bei höheren Blutzuckerwerten verspürt werden. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Blutzucker längere Zeit sehr hoch eingestellt war oder die Zuckerkrankheit noch gar nicht erkannt wurde. Der Körper hat sich an die ständig erhöhten Blutzuckerwerte gewöhnt, so dass der Patient die eigentlich normalen Werte als zu niedrig empfindet.

Dabei werden Symptome einer Unterzuckerung ausgelöst. Bei diesen Patienten muss die Diabeteseinstellung sehr vorsichtig begonnen werden, um den Blutzuckerspiegel langsam abzusenken. Dadurch kann sich der Körper allmählich wieder an normale Blutzuckerwerte gewöhnen.

Schwitzen bei Hypoglykämien
Starkes Schwitzen bei einer Unterzuckerung ist nicht selten

Symptome bei Hypoglykämien:

  • Zittern,
  • Schwitzen
  • Heißhunger
  • Seestörungen
  • Verwirrtheit
  • Konzentrationsprobleme
  •  unkontrolliertes Handeln
  • ungewöhnliches Verhalten
  • bei Kindern oft albernes Verhalten
  • Krampfanfälle
  • Bewusstlosigkeit

Manchmal haben auch gesunde Menschen Blutzuckerspiegel um 50 mg/dl. Allerdings funktionieren bei ihnen die normalen Regulationsmechanismen des Stoffwechsels. Der Körper ist in der Lage, den Blutzuckerwert auf diesem Niveau zu halten, und es treten keine extremen Symptome einer Unterzuckerung auf außer vielleicht Heißhungergefühl und zittriges Verhalten. Diese Symptome verschwinden, wenn der Betreffende etwas isst.

Beim Diabetiker sind diese Regulationsmechanismen außer Kraft gesetzt.

Diese Mechanismen sind:

  • Unterbrechung der Insulinfreisetzung aus den Betazellen
  • Freisetzung der Hormone, die den Blutzucker anheben:
    • Glukagon – Gegenspieler vom Insulin
    • Kortison
    • Adrenalin – Stresshormon
    • Wachstumshormone
  • Aktivierung des autonomen Nervensystems, das bedeutet es unterliegt nicht der willentlichen Steuerung

Bei einem zu niedrigem Wert sollte der Diabetiker sofort zu schnellen Kohlenhydraten greifen, wie zum Beispiel Traubenzucker, Apfelsaft.

Kohlenhydrate mit hohem Fettanteil oder Eiweiß können die Aufnahme ins Blut verzögern und der Blutzucker sinkt noch mehr ab.

Insulinanpassung bei Sport

Insulinanpassung bei Diabetes und Sport ist unumgänglich

Ich habe mich entschieden, auch das bodykey by NUTRILITE™ Programm zu machen, weil ich abnehmen möchte.

Nachdem mein Mann so tolle Erfolge erzielt hat, in einem Vierteljahr über 14 Kilo abgenommen, habe ich mich entschieden, auch meinen Pfunden den Garaus zu machen. Allerdings ist es bei mir als insulinpflichtigen Diabetiker mit etwas mehr Überlegungen verbunden. Ich muss meine Insulindosis zu dem  zusätzlichen Sport anpassen.

Insulinanpassung bei Sport ist sinnvoll, wenn man nicht unnötig mehr essen will.

Im Grunde bin ich keine große Sportkanone, ich walke ab und zu und gehe auch mal schwimmen. Diese sportlichen Betätigungen konnte ich mit meiner Insulinanpassung  immer gut in den Griff bekommen.

Aber bei diesem neuen Ernährungsprogramm, wo der Mensch und sein Lebensstil im Mittelpunkt stehen und nach den persönlichen Genen  ein Plan erstellt wird, wird erwartet, dass man Ausdauersport (wie zum Beispiel Walking, Schwimmen, Crosstrainer, Laufband oder  Nordic Walking) und Kraftsport mit in den Tagesablauf einbezieht.

Ganz klar, denn ohne Bewegung wird man vielleicht ein bie zwei Kilogramm abnehmen, doch dann steht das Gewicht wieder auf der Stelle.

Und den Jo-Jo Effekt kennt auch jeder, dass man anschließend wieder mehr Gewicht auf die Waage bringt, als was man vorher an Gewicht verloren hat. Im Grunde waren es nur Wasserverlust und Muskelabbau. 🙁

Aber wenn man erste einmal auf den Geschmack gekommen ist, sich mehr sportlich zu betätigen, macht es richtig Spaß. 😉

Heute Vormittag habe ich eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer trainiert und hatte eine Pulsfrequenz von 145 Schlägen pro Minute, ich als Schreibtischhocker musste mich also ganz schön  anstrengen.

Danach lief ich noch 20 Minuten auf dem Laufband. Während dieser Zeit hatte ich die Pumpe komplett abgelegt und das war eine gute Entscheidung gewesen, wie sich anschließend herausstellte.  Eine Insulinanpassung durch Basalratensenkung auf 50% wäre noch zu viel Insulin gewesen. Die Blutzuckermessung ergab einen Wert von 68 mg/dl. 😉

Mit wurde mal wieder bewusst, wie sehr Muskelarbeit  die Zuckerverbrennung anregt.
Insulinanpassung bei Sport ist wichtig
Vom Nordic Walken war ich bereits gewohnt, dass ich für eine Stunde eine  Insulinanpassung mit der Pumpe erreiche, indem ich  mit einer  Basalratensenkung  auf 50% gut zu Recht komme, ohne dass ich extra dazu essen muss.
Voraussetzung ist ein optimaler Blutzuckerausgangswert zwischen 130 mg/dl und 180 mg/dl. Der letzte Essensbolus sollte länger als drei Stunden zurückliegen, dass man davon ausgehen kann, die Hauptwirkung des Insulins ist vorbei.
Das ist natürlich je nach Bolus Menge und Kohlenhydrataufnahme sehr unterschiedlich. Mit diesem Konzept bin ich immer sehr gut gefahren.

Am Nachmittag wollte ich es wissen und bin noch einmal zwei Stunden Rad gefahren. Zu Beginn hatte ich einen Wert von 65 mg/dl  gemessen, mit dem ich nicht hätte starten können. Ich stellte die Basalrate auf 70% und aß drei zusätzliche Broteinheiten vor dem Start, die guten alten Sport BEs. Ich wusste, es wird anstrengend, weil es zuerst bergauf ging.

Nach einer ¾ Stunde hatte ich einen Blutzuckerwert von 66 mg/dl und senkte mit der  Insulinanpassung meine Basalrate weiter auf 50% ab.

Ein schlanker Mensch  hätte  genügend dazu essen können, aber ich will ja Gewicht verlieren und nicht zusätzlich mehr essen.  Allerdings verließ mich meine Kraft in den Beinen, so dass ich trotzdem nach zehn Minuten zwei Broteinheiten Traubenzucker zu mir nehmen musste, um überhaupt den Berg herauf zu kommen.  😉

Als ich am Ziel angekommen war konnte ich einen Wert von 130 mg/dl messen.
Ich war begeistert mit meiner Insulinanpassung, dass ich ohne größere Hypoglykämie mein Ziel erreicht habe und nicht viele Kohlenhydrate zusätzlich essen musste.

Mit der Routine kommt die Übung und wenn meine Muskeln mehr an den Sport gewöhnt sind, wird es eine erneute Insulinanpassung geben.

Jeder Mensch reagiert anders auf Sport, je nachdem ob man trainiert ist oder so wie ich erst einmal  beginne zu starten.

Was für einen gesunden Menschen völlig einfach abläuft, bedarf beim Diabetiker eine genaue Planung und eine gute Insulinanpassung, um keine extremen Zwischenfälle zu erwarten.

Ich kann auf jeden Fall verstehen, dass Extremsportler ohne eine kontinuierliche Glukosemessung, CGM nicht auskommen, denn ein ständiges Blutzuckermessen hält auf und wäre auf Dauer sehr belastend.

Abnehmen ist das Gesprächsthema

Abnehmen bleibt Gesprächsthema Nr. 1 jeder Zeitschrift.

Abnehmen ist nicht immer nur wichtig, wenn es zum kosmetischen Problem geworden ist.

Aus Übergewicht entstehen oft viele andere Krankheiten, wie zum Beispiel  Diabetes Typ 2 oder Probleme mit den Gelenken, Bluthochdruck oder auch ein gestörter Fettstoffwechsel.

Fett ist nicht gleich Fett. Aber besonders beim Abnehmen wird uns Fett madig gemacht. Wissenschaftlich betrachtet unterscheidet man ungesättigte und gesättigte Fettsäuren.
Man weiß auch, dass die gesättigten Fettsäuren die ungünstigen sind, wovon man nur wenig essen sollte. Aber wie kann man sie auseinander halten von den guten Fettsäuren?

Als Gedankenstütze kann man sich merken, dass die gesättigten Fettsäuren in fester Form vorliegen, also Butter, Margarine, Fleisch, Wurst, Käse und Sahne. Davon sollten wir nur in geringen Mengen zu uns nehmen, denn sie sind schuld an unseren Zivilisationskrankheiten.

Sie verstopfen die Blutgefäße und erhöhen den Cholesterinspiegel. Eigentlich kann unser Körper sie gar nicht verwenden, außer er speichert sie auf Hüften und Po ab für schlechte Zeiten, die wir alle wohl nicht erleben werden und die beim Abnehmen wieder herunter müssen.

Ungesättigte Fettsäuren dagegen sind essentiell, da der Körper sie nicht selber herstellen kann und sind deshalb so wichtig wie ein Vitamin.
Ein Mangel an ungesättigten Fettsäuren kann zu Wachstumsstörungen führen, aber auch zu Konzentrationsstörungen, verminderter Lernfähigkeit, zu Depressionen oder zu Störungen der Nervenfunktion.

Also sollte man beim Abnehmen auch nicht ganz auf die natürlichen Lieferanten dieser hochwertigen Fettsäuren verzichten, die in Fisch, Oliven, Nüssen und einigen Gemüsen enthalten sind.

Warum tut man sich aber bei vielen Diäten so schwer, wenn man sich schon durchgerungen hat, das Abnehmen jetzt anzugehen? Nicht jede Diät ist für jeden Menschen gleichwertig umzusetzen. Fakt aber ist, man muss es langfristig durchziehen. Deshalb ist es beim Abnehmen so wichtig, nicht nur für 14 Tage ein bestimmtes Programm ab zu solvieren, sondern dass man seine Ernährung eventuell komplett umstellen muss.

Gründe für das Aufgeben beim Abnehmen sind:

  • man geht nicht auf den individuellen Stoffwechseltypen ein,
  • man soll Lebensmittel essen , die man nicht mag,
  • die Berechnungen  sind zu kompliziert,
  • die Portionen passen nicht,
  • das Punkte zählen ist zu nervig
  • man muss doppelt kochen, wenn in der Familie nicht alle mitmachen beim Abnehmen

Das sind nur einige Gründe, sicherlich wird man noch viel mehr finden können.
Im Grunde ist es ganz einfach: man darf nicht mehr Kalorien zu sich nehmen, als man verbrennen kann. Oder anders gesagt: wer viel isst, muss sich auch mehr Sport machen.

Beim Abnehmen ist es auch wichtig, die richtige Wahl der Kohlenhydrate zu wählen und dazu muss man die Zusammenhänge verstehen. Warum sind komplexe Kohlenhydrate aus Gemüse besser als die Kohlenhydrate einer hellen Semmel?
Das Hormon Insulin spielt da eine sehr große Rolle. Sobald der Insulinspiegel im Blut ansteigt, weil schnelle Kohlenhydrate verstoffwechselt werden müssen, kann kein Fett verbrannt werden. Besser sind  Beim Abnehmen sind KH aus Gemüse besserKohlenhydrate aus  Vollkornprodukten, Obst und Gemüse in kleinen Portionen.

Schnelle Kohlenhydrate sind:

  • Zucker
  • Weizenmehlprodukte, wie Gebäck und helle Brötchen
  • Orangensaft oder Apfelsaft, auch wenn sie ohne Zucker sind
  • Nudeln
  • Cornflakes
  • Cola

Gegenüber einem Diabetiker, der vor den Mahlzeiten seinen Blutzuckerspiegel messen muss,  merkt der gesunde Mensch nicht, wenn sein Blutzuckerspiegel ansteigt und die Bauchspeicheldrüse Insulin abgeben muss. Bei schnellen Kohlenhydraten muss viel Insulin ausgeschüttet werden, damit der Blutzuckerspiegel schnell wieder im Normalbereich ist, was einen Heißhunger ausmacht und starkes Verlangen nach erneutem Süßen ausmacht.
So entsteht ein Teufelskreis zwischen hohem und niedrigem Blutzucker, wo man nur schlecht wieder herauskommt.

Deshalb sind kleinere Mahlzeiten mit sehr komplexen Kohlenhydraten oder einem höheren Eiweißanteil beim Abnehmen sinnvoll.

Viel stilles Wasser trinken, besonders vor den Mahlzeiten, kann eine zusätzliche Unterstützung beim Abnehmen sein. Wer kein stilles Wasser mag, sollte sich unbedingt daran gewöhnen und überlegen, ob er nicht die falsche Quelle für stilles Wasser hat.

Unterzuckerungen bei Diabetikern sind unangenehm

Unterzuckerungen sind sehr unangenehm und deshalb will jeder Diabetiker sie vermeiden.

Unterzuckerungen sind jedem insulinpflichtigen Diabetiker bekannt, aber auch den Typ 2 Diabetikern, die mit oralen Antidiabetika behandelt werden, die zum Typ der Sulfonylharnstoffe gehören. Sulfonylharnstoffe stimulieren die Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse.

UnterzuckerungenUnterzuckerungen treten immer dann auf, wenn das Verhältnis im Blut von Traubenzucker und momentan wirkendem Insulin nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Beim Diabetiker funktionieren diese feinen Regulationsmechanismen nicht, so dass das Verhältnis so optimal wie möglich eingestellt sein muss.

Ein stoffwechselgesunder Mensch kann nie in  Unterzuckerungen geraten. Er verspürt höchstens etwas Hunger und wird eine Kleinigkeit essen. Sinkt beim Gesunden der Blutzuckerspiegel ab, drosselt seine Bauchspeicheldrüse automatisch die Insulinausschüttung. Fällt der Blutzucker trotzdem weiter ab, werden die Hormone Adrenalin und  Glukagon ausgeschüttet. Glukagon bewirkt, dass der Traubenzuckerspeicher aus der Leber, das Glykogen ins Blut freigesetzt wird. Später können auch noch Cortisol, Noradrenalin und Wachstumshormon ausgeschüttet werden, besonders wenn der Blutzucker unter 35 mg/dl abfällt.

Was kann jetzt Auslöser von Unterzuckerungen sein?

  •  verstärkte körperliche Aktivität
  •  zu viel Insulin injiziert, weil die Kohlenhydrataufnahme überschätzt wurde
  • bei Gewichtsabnahme die Insulinmenge nicht reduziert
  • verbesserte Insulinwirkung zum Beispiel im 4. Monat der Schwangerschaft
  • unzureichende Kohlenhydrataufnahme
  • ausgelassene Mahlzeiten
  • Abstand zwischen Insulinbolus und Essensaufnahme war zu lange
  •  verbesserte Insulinresorption, zum Beispiel nach einem heißen Bad oder Sonnenbaden
  • wenn die Antidiabetika (Therapie bei Typ 2) wegen einer Konzentrationserhöhung im Blut besser wirken, weil bei gleichzeitig bestehender Nierenschwäche die Medikamente nur unvollständig ausgeschieden werden

Wenn ein Diabetiker Symptome von Unterzuckerungen feststellt, sollte er sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Oft sind es aber auch enge Vertraute wie der Lebenspartner oder die Eltern, die die ersten Frühzeichen erkennen, bevor der Diabetiker selber verspürt, dass er langsam zu unterzuckern droht.

Dann  kommt es oft zu Verhaltensänderungen wie:

  • unkontrolliertes apathisches Handeln,
  • andere Atemgeräusche beim Schlafen,
  • albernes Verhalten bei Kindern,
  • auftretende Müdigkeit am Tag.

Nicht selten reagieren die Diabetiker dann gereizt auf Bemerkungen wie „Mach doch mal einen Blutzuckertest.“ Sie fühlen sich bevormundet und wollen selber bestimmen, ob sie unterzuckert sind oder nicht. Ein ganz typisches Verhalten bei einer langsam beginnenden Unterzuckerung, die mit den so typischen Symptomen selber noch gar nicht wahrgenommen wird.


Bei  Blutzuckerwerten unter 60mg/dl sollten mindestens ein bis zwei Broteinheiten schnelle Kohlenhydrate zu sich genommen werden.

  •   Ein bis zwei Plättchen Traubenzucker (Dextro Energen)
  •   Fruchtsaft: 100 ml Apfelsaft oder Orangensaft
  •  70 ml Coca Cola
  •   Gummibärchen, je nach Größe vier bis elf Stück – (Berechnung ganz einfach)

Einem bewusstlosen Diabetiker nie etwas in die Wangentasche legen, da es zu Erstickungsgefahr kommen kann. Lieber den Notarzt rufen, der bei Bewusstlosigkeit auch mal eine Glukoselösung über die Vene spritzen kann.

Nahrungsmittel mit hohem Eiweiß- oder Fettanteil sollten vermieden werden, da Fett und Eiweiß die Resorption verzögern. Daher wird  oft durch Heißhungerattacken die Kohlenhydrataufnahme drastisch überstiegen. Man verspürt immer noch die Unterzuckerungen und isst unkontrolliert weiter.

In so einem Fall  ist es sinnvoll, nach drei Stunden seinen Blutzucker erneut zu kontrollieren, um eventuelle Blutzuckerspitzen vorsichtig zu korrigieren.

Das E-Book über Diabetes ist natürlich eine clevere weiterführende Literatur.


 

Hypoglykämie

Hypoglykämie ist der medizinische Fachausdruck für Unterzuckerung.

Hypoglykämie kann auftreten, wenn das Verhältnis im Blut von Traubenzucker und momentan wirkendem Insulin nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Beim Diabetiker funktionieren diese feinen Regulationsmechanismen nicht, so dass das Verhältnis so optimal wie möglich eingestellt sein muss.

Hypoglykämie ist jedem insulinpflichtigen Diabetiker bekannt, aber auch den Typ 2 Diabetikern, die mit oralen Antidiabetika behandelt werden, die zum Typ der Sulfonylharnstoffe gehören. Sulfonylharnstoffe stimulieren die Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse.

Bei einem stoffwechselgesunden Menschen kann es nie zu einer Hypoglykämie kommen. Er verspürt höchstens etwas Hunger und wird eine Kleinigkeit essen. Sinkt beim Gesunden der Blutzuckerspiegel ab, drosselt seine Bauchspeicheldrüse automatisch die Insulinausschüttung. Fällt der Blutzucker trotzdem weiter ab, werden die Hormone Adrenalin und  Glukagon ausgeschüttet. Glukagon bewirkt, dass der Traubenzuckerspeicher aus der Leber, das Glykogen ins Blut freigesetzt wird. Später können auch noch Cortisol, Noradrenalin und Wachstumshormon ausgeschüttet werden, besonders wenn der Blutzucker unter 35 mg/dl abfällt.

Was kann jetzt Auslöser einer Hypoglykämie sein?

  •  verstärkte körperliche Aktivität
  •  zu viel Insulin injiziert, weil die Kohlenhydrataufnahme überschätzt wurde
  • bei Gewichtsabnahme die Insulinmenge nicht reduziert
  • verbesserte Insulinwirkung zum Beispiel im 4. Monat der Schwangerschaft
  • unzureichende Kohlenhydrataufnahme
  • ausgelassene Mahlzeiten
  • Abstand zwischen Insulinbolus und Essensaufnahme war zu lange
  •  verbesserte Insulinresorption, zum Beispiel nach einem heißen Bad oder Sonnenbaden
  • wenn die Antidiabetika (Therapie bei Typ 2) wegen einer Konzentrationserhöhung im Blut besser wirken, weil bei gleichzeitig bestehender Nierenschwäche die Medikamente nur unvollständig ausgeschieden werden

Wenn ein Diabetiker Symptome einer Hypoglykämie feststellt, sollte er sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Oft sind es aber auch enge Vertraute wie der Lebenspartner oder die Eltern, die die ersten Frühzeichen erkennen, bevor der Diabetiker selber verspürt, dass er langsam zu unterzuckern droht.

Dann  kommt es oft zu Verhaltensänderungen wie:

  • unkontrolliertes apathisches Handeln,
  • andere Atemgeräusche beim Schlafen,
  • albernes Verhalten bei Kindern,

    Bei einer Hypoglykämie albern viele Kinder
    Bei einer Hypoglykämie albern viele Kinder
  • auftretende Müdigkeit am Tag.

Nicht selten reagieren die Diabetiker dann gereizt auf Bemerkungen wie „Mach doch mal einen Blutzuckertest.“ Sie fühlen sich bevormundet und wollen selber bestimmen, ob sie eine Hypoglykämie haben  oder nicht. Da ist ein ganz typisches Verhalten bei einer langsam beginnenden Hypoglykämie, die mit den so klassischen Symptomen selber noch gar nicht wahrgenommen wird.

Bei  Blutzuckerwerten unter 60mg/dl sollten mindestens ein bis zwei Broteinheiten schnelle Kohlenhydrate zu sich genommen werden.

  •   Ein bis zwei Plättchen Traubenzucker (Dextro Energen)
  •   Fruchtsaft: 100 ml Apfelsaft oder Orangensaft
  •  70 ml Coca Cola
  •   Gummibärchen, je nach Größe vier bis elf Stück – (Berechnung ganz einfach)

Einem bewusstlosen Diabetiker nie etwas in die Wangentasche legen, da es zu Erstickungsgefahr kommen kann. Lieber den Notarzt rufen, der bei Bewusstlosigkeit auch mal eine Glukoselösung über die Vene spritzen kann.

Nahrungsmittel mit hohem Eiweiß- oder Fettanteil sollten bei Hypoglykämien vermieden werden, da Fett und Eiweiß die Kohlenhydrat-Resorption in Blut verzögern. Daher wird  oft durch Heißhungerattacken die Kohlenhydrataufnahme drastisch überstiegen. Man verspürt immer noch die Unterzuckerung und isst unkontrolliert weiter.

In so einem Fall  ist es sinnvoll, nach drei Stunden seinen Blutzucker erneut zu kontrollieren, um eventuelle Blutzuckerspitzen vorsichtig zu korrigieren.

Im E-Book „Diabetes ist doch heilbar“ gibt weitere wertvolle Informationen.

Unterzuckerungen sind unangenehm

Unterzuckerungen sind sehr unangenehm und deshalb will jeder Diabetiker sie vermeiden.

Unterzuckerungen sind jedem insulinpflichtigen Diabetiker bekannt, aber auch den Typ 2 Diabetikern, die mit oralen Antidiabetika behandelt werden, die zum Typ der Sulfonylharnstoffe gehören. Sulfonylharnstoffe stimulieren die Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse.



Sie treten immer dann auf, wenn das Verhältnis im Blut von Traubenzucker und momentan wirkendem Insulin nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Beim Diabetiker funktionieren diese feinen Regulationsmechanismen nicht, so dass das Verhältnis so optimal wie möglich eingestellt sein muss. Stoffwechselgesunde Menschen können nie in Unterzuckerungen geraten. Sie verspüren höchstens etwas Hunger und werden eine Kleinigkeit essen. Sinkt beim Gesunden der Blutzuckerspiegel ab, drosselt seine Bauchspeicheldrüse automatisch die Insulinausschüttung. Fällt der Blutzucker trotzdem weiter ab, werden die Hormone Adrenalin und  Glukagon ausgeschüttet. Glukagon bewirkt, dass der Traubenzuckerspeicher aus der Leber, das Glykogen ins Blut freigesetzt wird. Später können auch noch Cortisol, Noradrenalin und Wachstumshormon ausgeschüttet werden, besonders wenn der Blutzucker unter 35 mg/dl abfällt.

Was kann jetzt Auslöser von Unterzuckerungen sein?

  • verstärkte körperliche Aktivität

  • zu viel Insulin injiziert, weil die Kohlenhydrataufnahme überschätzt wurde

  • bei Gewichtsabnahme die Insulinmenge nicht reduziert

  • verbesserte Insulinwirkung zum Beispiel im 4. Monat der Schwangerschaft

  • unzureichende Kohlenhydrataufnahme

  • ausgelassene Mahlzeiten

  • Abstand zwischen Insulinbolus und Essensaufnahme war zu lange

  • verbesserte Insulinresorption, zum Beispiel nach einem heißen Bad oder Sonnenbaden

  • wenn die Antidiabetika (Therapie bei Typ 2) wegen einer Konzentrationserhöhung im Blut besser wirken, weil bei gleichzeitig bestehender Nierenschwäche die Medikamente nur unvollständig ausgeschieden werden

Wenn ein Diabetiker Symptome von Unterzuckerungen feststellt, sollte er sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Oft sind es aber auch enge Vertraute wie der Lebenspartner oder die Eltern, die die ersten Frühzeichen erkennen, bevor der Diabetiker selber verspürt, dass er langsam zu unterzuckern droht.

Dann  kommt es oft zu Verhaltensänderungen wie:

  • unkontrolliertes apathisches Handeln

  • andere Atemgeräusche beim Schlafen

  • albernes Verhalten bei Kindern,

    Unterzuckerungen bei Kindern äußern sich oft auch durch albernes Verhalten
  • auftretende Müdigkeit am Tag

Nicht selten reagieren die Diabetiker dann gereizt auf Bemerkungen wie „Mach doch mal einen Blutzuckertest.“ Sie fühlen sich bevormundet und wollen selber bestimmen, ob sie unterzuckert sind oder nicht. Ein ganz typisches Verhalten bei langsam beginnenden Unterzuckerungen, die mit den so typischen Symptomen selber noch gar nicht wahrgenommen wird.


Bei  Blutzuckerwerten unter 60mg/dl sollten mindestens ein bis zwei Broteinheiten schnelle Kohlenhydrate zu sich genommen werden.

· Ein bis zwei Plättchen Traubenzucker (Dextro Energen)

·  Fruchtsaft: 100 ml Apfelsaft oder Orangensaft

· 70 ml Coca Cola

· Gummibärchen, je nach Größe vier bis elf Stück – (Berechnung ganz einfach)

Einem bewusstlosen Diabetiker nie etwas in die Wangentasche legen, da es zu Erstickungsgefahr kommen kann. Lieber den Notarzt rufen, der bei Bewusstlosigkeit auch mal eine Glukoselösung über die Vene spritzen kann.

Nahrungsmittel mit hohem Eiweiß- oder Fettanteil sollten vermieden werden, da Fett und Eiweiß die Resorption verzögern. Daher wird  oft durch Heißhungerattacken die Kohlenhydrataufnahme drastisch überstiegen. Man verspürt immer noch die Unterzuckerung und isst unkontrolliert weiter.

In so einem Fall  ist es sinnvoll, nach drei Stunden seinen Blutzucker erneut zu kontrollieren, um eventuelle Blutzuckerspitzen vorsichtig zu korrigieren.


 

Insuline und ihre Wirkungszeit

Jeder Diabetiker Typ 1 benötigt Insulin. Einige wenige Typ 2 Diabetiker, die normalgewichtig sind und deren Blutzuckereinstellung nicht optimal ist werden auch rechtzeitig mit Insulin behandelt. Deshalb sollte jeder insulinpflichtige Diabetiker wissen, wie sein Insulin wirkt. Er sollte seinen Stoffwechsel kennen und wie er auf die unterschiedlichsten Ernährungsformen reagiert. Man benötigt für einen Toast mit Marmelade eine andere Menge Insulin als für eine Naturjoghurt.

Vor der Entdeckung des Insulins durch Frederick Banting und Charles Best im Jahre 1921 waren die Diabetiker dem Tode geweiht. Es gab keine Behandlung, auch wenn die Kohlenhydrate eingespart wurden. Die ersten Insuline waren schwach konzentrierte Insuline, die öfter gespritzt werden mussten. Verzögerungsinsuline kamen später auf den Markt. Man hatte sehr schnell erkannt, dass die Entdeckung des Insulins ein einträchtiger Markt werden würde.

Wenn man im „Clinical Chemistry“ den Artikel von Louis Rosenfeld „Insulin: Discovery and Controversy“ über die Entdeckung des Insulins und die ersten Meinungsverschiedenheiten der daran Beteiligten liest, so stolpert man über eine Stelle, die einem sehr zum Nachdenken stimmt:

In 1981, Rolf Luft, a former chairman of the Nobel selection committee for the physiology or medicine award, told the NIH that in his view, the 1923 award to Banting and Macleod was the worst error of commission. It was a message Luft had delivered before. At a 1972 anniversary symposium on insulin, he dismissed Macleod as a manager and promoter who “put Collip and the Lilly Company into business”. 

Rolf Luft muss sehr weitsichtig gewesen sein, als er die Andeutung Jahre später machte, dass es der größte Fehler gewesen war, die Insulinfirma Lilly mit ins Geschäft genommen zu haben. Wären die Forschungen sonst wohl anders ausgegangen, wenn die Insulinproduktion nicht so im Vordergrund gestanden hätte?

Nun, heute 90 Jahre später können wir es nicht mehr ungeschehen machen. In der Insulinentwicklung ist viel passiert seit 1921.

Es gibt kurz wirkende Insuline, die nach  15 bis 30 Minuten beginnen zu wirken, ihr Wirkungsgipfel nach  1-2 Stunden einsetzt und eine Wirkdauer von drei bis fünf Stunden haben.

Die Normal-Insuline, früher auch Altinsulin genannt, haben eine spätere Einwirkzeit, das bedeutet, man muss sie 30-60 Minuten vor der Mahlzeit injizieren, ihr Wirkungsgipfel ist nach 2-4 Stunden und die Wirkdauer beträgt vier bis sechs Stunden.

Die schnellwirkenden Analoginsuline beginnen bereits nach 10-15 Minuten zu wirken, was natürlich im Alltag sehr praktisch ist. Man kann unmittelbar vor dem Essen seine Insulindosis injizieren und muss keine langen Abstände zwischen Injektion und Essensaufnahme einhalten. Dafür wirken sie aber nur 3-5 Stunden lang und ihr maximaler Wirkungsgipfel liegt bei  ungefähr ein bis 1 ½ Stunden.

Die NPH Verzögerungsinsuline  beginnen erst ab zwei bis vier Stunden zu wirken, können also niemals eine Mahlzeit abdecken, haben ihren maximalen Wirkungsgipfel nach vier bis acht Stunden und können theoretisch 12 bis 20 Stunden lang wirken.

Und dann gibt es noch die langwirkenden Analog-Insuline, sie setzen sehr spät zu wirken ein, nach 3-4 Stunden. Dafür spritzt man sie nur einmal, weil sie zwischen 20 und 30 Stunden wirken, der maximale Wirkungsgipfel liegt bei 8-14 Stunden.

Alle  Angaben variieren je nach Menge der gespritzten Insulineinheiten und hängen  von der Einstichstelle ab.

Der Diabetiker muss nun je nach Insulinwirkung seine Mahlzeiten verteilen. Das bedeutet, er muss essen, ob er Hunger hat oder nicht, wenn zur bestimmten Zeit die maximale Wirkung seines Insulins stattfindet.

Eine Lebensqualitätssteigerung ist dann die Insulineinstellung mit einer Insulinpumpe, man ist wesentlich flexibler und nicht mehr von bestimmten Zeiten abhängig. Aber auch hier muss genau berechnet werden, wie viel Insulin zu welcher Zeit bei welcher Art von Kohlenhydraten „abgedrückt“ werden muss.

Wie bei allen Dingen im Leben kommt man mit der Therapie zurecht, mit der man sich arrangiert hat. Die Tatsache, dass es eine Heilung für Typ 1 Diabetiker gibt, lässt uns wieder erneut aufhorchen und gespannt abwarten.