Diabetes – eine zunehmende Häufigkeit

Diabetes hat inzwischen Epidemie artige Ausmaße angenommen.

Diabetes schluckt jährlich 90 Milliarden Euro an Kosten für Prävention und Behandlung dieser Krankheit.

Man unterteilet den Diabetes in zwei große Gruppen, den insulinpflichtigen Typ 1, wo meistens eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegt und den Typ 2 Diabetes, der ganz oft durch Bewegungsmangel und Übergewicht hervorgerufen wird.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die OECD, zu denen europäische Länder und Nordamerika zählen, schätzen die momentane Anzahl der Menschen mit Diabetes auf über 83 Millionen. Nach Schätzungen könnte sich die Zahl bis ins Jahr 2030 auf über 100 Millionen erhöhen.

Allein in Deutschland sind über sieben Millionen Menschen Diabettiker, doch man vermutet die Dunkelziffer wesentlich höher.

90% der sieben Millionen sind am Typ 2 erkrankt, den man früher auch gerne „Altersdiabetes“ nannte. Die Anzahl der Jugendlichen, die wegen ihres Übergewichts an einem Diabetes Typ 2 erkrankt, hat sich in den letzten Jahren verfünffacht. Das sind fast ausschließlich Jugendliche, wo bereits Eltern oder Großeltern einen Diabetes hatten.

Diabetes nimmt zu
Wegen Bewegungsmangel hat sich der Diabetes Typ 2 bei Jugendlichen verfünffacht

Hier sollte also größte Bedeutung auf die Ernährung gelegt werden und einem Bewegungsmangel vorgebeugt werden.

Die Wahrscheinlichkeit, einen Typ 1 Diabetes zu entwickeln, ist viel geringer, nimmt aber auch stetig zu. Es gibt eine gewisse genetische Veranlagung. Wenn zu dieser Veranlagung nun auch noch gewisse Auslösemechanismen dazukommen wie Virusinfektionen oder medikamentöse Behandlungen, die das Immunsystem beeinflussen, dann steht der Entstehung an Diabetes Typ 1 zu erkranken nichts mehr im Wege.

Diese genetische Veranlagung ist durch sogenannte spezielle Eiweißstrukturen auf unseren weißen Blutkörperchen bedingt, die man als „menschliche Lymphozytenantigene“, (human leukocyte antigens, HLA) bezeichnet. Jeder Mensch besitzt diese HLA, sie sind aber wie unser Fingerabdruck bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt.

So besteht bei Menschen mit dem Typ HLA-DR3-DQ2 oder HLA-DR4-DQ8 eine genetische Veranlagung zur Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 1. 90% der Patienten haben eines dieser genetischen Merkmale. Allerdings kommen diese Merkmale auch bei gesunden Menschen vor. Sie bestimmen also nicht zwangsweise das Schicksal, an Diabetes zu erkranken. Wenn beide Typen HLA-DR3-DQ2 und HLA-DR4-DQ8 vorhanden sind, liegt die Wahrscheinlichkeit einen Diabetes zu entwickeln um das 200fache höher.

Für die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, ergeben sich vererbungsbedingte Risiken, ohne die genetischen Merkmale zu kennen:

  •  ist ein Elternteil erkrankt, so steigt das Risiko um 3 %, an Diabetes zu erkranken
  •  sind beide Elternteile an Diabetes erkrankt, steigt das Risiko um 10 % – 20 %
  •  ist ein Geschwisterkind an Diabetes erkrankt, steigt das Risiko um 3 % bis 7 %
  •  bei einem Zwillingsgeschwisterkind steigt die Wahrscheinlichkeit um 20 % bis 30 %
  •  bei einem eineiigen Zwillingsgeschwisterkind steigt das Risiko um 30 % bis 50 % zu erkranken

Aber auch wenn niemand in der Familie an Diabetes erkrankt ist, liegt die Wahrscheinlichkeit noch bei 0,4 %, einen Diabetes Ty1 zu entwickeln.

Die Problematik des unbehandelten Diabetes liegt in dem Auftreten von Folgeerkrankungen, die nach Jahren auftreten können, wenn der Blutzuckerspiegel über längere Zeit erhöht bleibt. Betroffen sind dann vor allen Dingen die kleinen Gefäße, was sich an Augen, Nerven und Nieren bemerkbar macht, wodurch wiederum neue Kosten entstehen und weitere Zweiterkrankungen behandelt werden müssen. Herzinfarkt, Schlaganfall, Netzhautstörungen, Nierenschwäche und Erektionsstörungen sind die häufigsten Begleiterkrankungen.

Die direkten Kosten, die durch den Diabetes und die Folgeerkrankungen entstehen, betragen jährlich über 50 Milliarden Euro mit einer jährlichen Steigerung von über 20 Prozent.

Blutzuckerwerte Tabelle

Blutzuckerwerte Tabelle kann nützlich sein beim Umrechnen von mg/dl in mmol/l.

Braucht man so eine Blutzuckerwerte Tabelle oder eher nicht kann man sich nun fragen.

In Deutschland gibt es (leider) keine einheitliche Berechnungsgröße für den Blutzucker. Einige Diabetiker sind es gewohnt, in mg/dl zu rechnen, die anderen messen ihre Werte in mmol/l. Und nachdem es sich um völlig andere Zahlengrößen handelt, ist es ganz zweckmäßig, eine Blutzuckerwerte Tabelle zu haben. Dort kann man ganz einfach ablesen, um welchen Bereich es sich handelt, wenn man vergleichen will.

Wer fit im Rechnen ist, benötigt  so eine Blutzuckerwerte Tabelle nicht, denn die mg/dl-Werte kann man mit 0,056 multiplizieren und erhält den mmol/l Wert. Umgekehrt kann man den mmol/l Wert ganz einfach in mg/dl umrechnen, indem man den Wert mit 18,02 multipliziert.

Zu solchen Rechengenies werden allerdings die wenigsten Diabetiker gehören, daher ist eine Blutzuckerwerte Tabelle ganz sinnvoll.

In so einer Blutzuckerwerte Tabelle können noch andere Informationen enthalten sein, wie zum Beispiel die HbA1c-Werte. Dieser Wert ist das Langzeitgedächtnis vom Blutzucker und sagt aus, in welcher Höhe der Blutzucker in den letzten acht bis zwölf Wochen lag, denn das Hämoglobin ist verzuckert worden.

Anzustreben ist immer ein Wert, der so nah wie möglich an den Wert eines Stoffwechselgesunden herankommt. Gesunde Menschen haben einen HbA1c Wert von 4,5% bis  knapp 6%.

Es gibt Diabetiker, die diese Werte erreichen, fairer Weise muss man aber dazu sagen, dass diese Werte mit vielen Unterzuckerungen erkauft werden.

Blutzuckerwerte Tabelle
Blutzuckerwerte Tabelle

Die HbA1c Reduzierung um ein Prozent senkt auf jeden Fall das Risiko, Schäden an den kleinen Blutgefäßen zu bekommen, wobei Augen und Nieren besonders betroffen sind. Auch die Gefahr eines Herzinfarktes kann durch Senkung des HbA1c Wertes erreicht werden.

Wer regelmäßig mit dem Umrechnen vertraut ist, braucht die Benutzung einer Blutzuckerwerte Tabelle natürlich nicht.

Mein E-Book über Diabetes ist für jeden neu diagnostizierten Diabetiker wertvoll. Sie finden neben Erfahrungswerten auch noch interessante Tipps und Ratschläge.

 

HbA1c als wichtiger Richtwert

HbA1c gibt an, ob die Blutzuckereinstellung optimal ist.

HbA1c Bestimmungen sind daher für Diabetiker eine wichtige Aussage über die Stoffwechseleinstellung.

Dieser Wert ist ein Bestimmungswert, wie viel Zucker sich in den letzten sechs bis acht Wochen an das Hämoglobin (Hb), den „roten Blutfarbstoff“ geheftet hat. Hämoglobin ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen, an ihn wird der Sauerstoff gebunden. Somit ist der Sauerstoff-Transport von der Lunge zu allen Organen möglich.

Mit dem HbA1c-Wert kann also eine Aussage über die Qualität der Blutzuckereinstellung der letzten Wochen gesagt werden.

Auch gei gesunden Menschen befindet sich Zucker im Blut, er ist nur nicht so hoch wie bei Diabetikern. Bei gesunden Menschen sind ungefähr fünf Prozent der Hämoglobinteilchen „verzuckert“, also liegt der HbA1c-Wert bei 5%. Sind also mehr Hämoglobinmoleküle verzuckert, so bekommen auch die Gefäße in den Organen mehr Zucker ab, was zu Spätfolgen führen kann. Besonders betroffen sind natürlich alle kleinen Gefäße (Augen, Niere, Beine, Herz).

Eine Senkung des HbA1C-Wertes um nur 1% reduziert die Schäden an den kleinen Gefäßen wie zum Beispiel den Augen oder den Nieren um 35%. Bei diabetischen Folgeerkrankungen senkt sich das Risiko um 21% und die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu bekommen, wird um 18% gesenkt.

Jeder Diabetiker sollte einen optimalen HbA1C-Wert  haben, das heißt der HbA 1C-Wert sollte unter 6% liegen. Er kommt somit sehr nahe den Werten eines Stoffwechselgesunden. Der HbA1C  ist also als Langzeitgedächtnis vom Blutzucker ein Richtwert, von dem man ausgehen kann, dass in den letzten vier Wochen der Blutzucker  sehr oft im normoglykämischen Bereich lag. Natürlich kann so ein HbA 1C-Wert auch durch viele Hypoglykämien „erkauft“  werden.

Doch man sollte sich nicht mit der Aussage zufriedengeben, wenn der Arzt bei 7,2% meint, es sei in Ordnung. Bei diesem Wert lag der Blutzucker überwiegend zwischen 120 mg/dl und 150 mg/dl bzw. zwischen 7,8 mmol/l und 8,9 mmol/l, und das sind keine Blutzuckerwerte eines Stoffwechselgesunden. Das trifft sowohl für Typ 2 wie auch für Typ 1 Diabetiker zu. Es sind zwar verschiedene Formen des Diabetes, doch die Auswirkungen der Folgeschäden bleiben die gleichen

Natürlich sind das Alter und die schon bestehenden Folgeschäden ausschlaggebend, wie optimal die Blutzuckereinstellung sein sollte. Bei bereits bestehenden Durchblutungsstörungen kann ein zu niedriger Blutzucker auch die Gefahr für einen Schlaganfall bedeuten. Fragen Sie deshalb unbedingt Ihren Diabetologen.

HbA1c durch den Arzt bestimmen lassen
HbA1c als Richtwert

Je jünger man allerdings ist, umso mehr sollte man einer normoglykämischen Einstellung entsprechen.

Da es unterschiedliche Verfahren gibt, den HbA1c-Wert zu bestimmen, sollte man nicht die Werte von Arzt zu Arzt vergleichen. Für den Diabetiker ist es wichtig, so nahe wie möglich an eine Blutzuckereinstellung hin zu kommen, wie sie die Stoffwechselgesunden haben, und somit wird dann auch der HbA1c-Wert zwischen 5% und 6% liegen. Je niedriger der Wert ist, umso mehr Hypoglykämien sind in den letzten Wochen  aufgetreten, die mitunter sehr unangenehm sein können. Daher hat man als groben Richtwert festgelegt, er soll bei guter Einstellung unter 6,5% liegen. HbA1c-Werte über 7% sind auf jeden Fall verbesserungsbedürftig, weil sie Folgeschäden begünstigen.

Es macht keinen Sinn, wöchentlich den HbA1c-Wert zu kontrollieren, weil er von der Lebensdauer der roten Blutkörperchen abhängt, die sich alle 120 Tage erneuer. Allerdings ist das ein kontinuierlicher Prozess, so dass immer wieder neue Blutkörperchen dazu kommen und alte absterben.

Bei sehr starken Blutzuckerschwankungen zwischen hohen Werten bis hin zu Werten bei Unterzuckerungen kann ein guter HbA1c-Wert erreicht werden. Daher ist auch eine regelmäßige momentane Blutzuckerkontrolle immer sinnvoll.

Blutzuckerwerte müssen optimal sein

Blutzuckerwerte müssen immer optimal sein!

Blutzuckerwerte sollten wie bei einem Stoffwechselgesunden ausfallen, also zwischen 70 mg/dl und maximal 120 mg/dl liegen.

Blutzuckerwerte müssen ständig kontrolliert werden, um langfristig Folgeschäden an den Augen, den Nieren  und den Nerven zu verhindern.

In Westdeutschland werden die Blutzuckerwerte überwiegend in Angaben von Milligramm pro Deziliter (mg/dl) gemessen, die internationale Maßeinheit ist Millimol pro Liter (mmol/l), wie es auch in Ostdeutschland üblich ist. Um die Blutzuckerwerte miteinander vergleichen zu können, gibt es eine Umrechnungsformel.

Man multipliziert die Blutzuckerwerte in mg/dl mit 0,0555 und erhält die Blutzuckerwerte in mmol/l. Will man einen mmol/l Wert in mg/dl umrechnen, multipliziert man mmol/l mal 18,0182. Die Ergebnisse werden gerundet auf eine Stelle nach dem Komma.

Blutzuckerwerte von 115 mg/dl entsprechen also 6,3825 also 6,4 mmol/l

Egal mit welchen Maßeinheiten man vertraut ist, alle haben eins gemeinsam: man benötigt einen Tropfen Blut.

Zum Glück haben sich in den letzten Jahren die Mengen an Blut, die man für eine Messung benötigt, drastisch verringert. Auch die Stechmethoden wurden angenehmer. Denn wer als insulinpflichtiger Diabetiker vier- bis fünfmal am Tag seine Blutzuckerwerte ermitteln muss, um eine gute Diabetes Kontrolle zu haben, ist bemüht, seine Fingerkuppen zu schonen. Ganz oft lässt man Daumen und Zeigefinger aus, weil diese beiden Finger zum Greifen benötigt werden. Allerdings entstehen nicht mehr die typischen schmerzhaften Schwielen wie noch vor 30 Jahren.

Bevor die Blutzuckerwerte durch Selbstkontrolle ermittelt werden konnten, weil es die Messgeräte endlich gab, wurde beim Arzt mit Lanzetten Blut aus der Fingerbeere abgenommen und riesige Mengen (für heutige Verhältnisse) herausgequetscht und über einem Schlauch in ein Röhrchen gesaugt. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.

Blutzuckerwerte messenVor dem Messen sollte man darauf achten, dass die Finger sauber sind. Kleinste Mengen von Fruchtsaft, zum Beispiel von vorherigem Schälen eines Obststückes, können die Blutzuckerwerte verfälschen. Auch sollte eine entsprechende Lanzette oder Nadel verwendet werden, dass genügend Blut aus der Fingerkuppe kommt, damit die Finger nicht gequetscht werden müssen. Im Winter ist es von Vorteil, darauf zu achten, dass die Finger gut durchblutet also gewärmt sind. Die Lanzetten sollten regelmäßig gewechselt werden, es sind Einmal-Artikel. Die Praxis zeigt allerdings, dass viele Diabetiker ihre Lanzetten für mehrere Piks verwenden, natürlich ist das nicht im Sinne der Hersteller.

In letzter Zeit war auch zu lesen, dass Versuche unternommen wurden, den Zuckergehalt in der Tränenflüssigkeit zu bestimmen. Das Forscherteam um Mark E. Mayerhoff von der Universität Michigan setzte einen Glukose-Sensor bei Kaninchen ein. Man konnte zumindest feststellen, dass die Blutzuckerwerte mit den Zuckerwerten in den Tränen korrelierten.

Eine praktische Methode ist natürlich die CGM oder auch CGMS (Continuous Glucose Monitoring System), die kontinuierliche  Glukose-Messung. Dabei wird mit Hilfe eines Sensors in der Haut rund um die Uhr der Glukosegehalt im Zellzwischenwasser gemessen. Auch hier gibt es unterschiedliche Modelle. Der Freestyle Navigator misst jede Minute einen Blutzuckerwert und speichert ihn ab. An einem zusätzlichen Gerät können die Blutzuckerwerte abgelesen werden, Verläufe beobachtet werden und zur Therapieeinstellung für den Arzt auch ausgedruckt werden. Eine sinnvolle Sache für Menschen in besonderen Situationen, wie unter extremen Sportbedingungen oder in der Schwangerschaft oder bei kleinen Kindern, um rechtzeitig Unterzuckerungen zu erkennen. Hier können jetzt  nächtliche Unterzuckerungen erkannt werden, ohne die Kinder ständig piksen zu müssen.

Aber man kann es noch toppen. Blutzuckerwerte ohne Blut.

Das Gerät  heißt HG1c und kommt von der Firma C8 MediSensor  mit ihrem Sitz in Silicon Valley. Es bestimmt nichtinvasiv kontinuierlich die Blutzuckerwerte mithilfe von gepulstem Licht. Die Blutzuckerwerte werden  anschließend auf ein Smartphone übertragen.

Ebenso konnte man vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme lesen, dass sie an einem winzigen Chip arbeiten, der Messungen ohne Piks und digitale Auswertung vereinen wird.

Die Zeiten der Piks für eine gute Stoffwechsellage gehören auf jeden Fall der Vergangenheit an, um seine Blutzuckerwerte zu erhalten.

Was bedauerlich ist, dass man als Diabetiker wieder dafür kämpfen muss, dass diese Lebensqualitätsfördernden Mittel von der Krankenkasse übernommen werden.  

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Diabetes und Nierenschäden

Bei Diabetes sind Nierenerkrankungen die zweithäufigste Folgeerkrankung. Das betrifft sowohl die Typ 1 als auch die Typ 2 Diabetiker.


Diabetes schädigt im Laufe der Zeit durch erhöhte Blutzuckerwerte die kleinen Gefäße. Wenn die kleinsten Gefäße betroffen sind, spricht man auch von einer Mikroangiopathie. Das kann natürlich nicht nur die Nieren betreffen, sondern auch die Gefäße am Auge und am Herzen.

Unserer Nieren haben in unserem Körper wichtige Funktionen zu leisten. Sie sind unser Entgiftungsorgan. Die Nieren entgiften unseren Körper von Abfallprodukten des Stoffwechsels. Das passiert, indem sie die Abfallprodukte aus dem Blut in den Harn filtern. Außerdem sind die Nieren für die Bilanzierung des Wasserhaushalts  zuständig, bilden Hormone für die Blutbildung und regulieren den Blutdruck. Diese Filtervorgänge finden in kleinen Knäueln aus Blutgefäßen statt, den Glomeruli, von denen wir rund eine Million haben. Die Glomeruli sind von einer Kapsel umgeben und bilden somit die  Nierenkörperchen. Die Wände der Nierenkörperchen sind normalerweise nur für Wasser, Harnstoff und Glukose durchlässig, Blutkörperchen und Bluteiweiß werden zurückgehalten.

 Beim  Diabetes ist daher eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion in Form eines Mikroalbumintests  äußerst wichtig, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Dieser Test ist ein Früherkennungstest und  kann als Nachweis eines diabetesbedingten Nierenschadens herangezogen werden. Dazu taucht man den Teststreifen in den ersten Morgenurin, wartet einige Sekunden ab und liest an der Skala die Farbe ab.

Diabetes Arzt
Bei Diabetes regelmäßig Mikroalbumintest durchführen lassen

Im Normalfall scheidet die Niere über 24 Stunden höchstens 20 Milligramm Albumin aus. Steigt der Wert auf 30mg bis 300 mg an, spricht man von einer Mikroalbuminurie. Bei mehr als 300 mg würde es sich um eine Makroalbuminurie handeln.


Albumin hat eine wichtige Aufgabe im Körper. Es bindet Wasser und kann somit verhindern, dass Blutflüssigkeit durch die Gefäßwände ins Gewebe sickert. Ein Albuminmangel kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe führen (Ödeme) und bewirken, dass der Blutdruck abfällt.

Um beim Diabetes von einer Nierenschädigung ausgehen zu können, müssen zwei aufeinander folgende Tests im Abstand von zwei bis vier Wochen positiv ausfallen, also mehr als 30 mg Albuminausscheidung anzeigen. Denn auch bei Fieber oder Harnwegsinfekten oder körperlich  anstrengendem Training  können vorübergehend Albumine im Urin ausgeschieden werden.

Neben einer optimalen Blutzuckereinstellung und einem Langzeit HbA1c von unter 6,0%, kann der Diabetiker selber noch vieles zur Vorbeugung tun. Um die Nieren zu schützen, sollte der Diabetiker auf gar keinen Fall rauchen. Nikotin fördert die Arterienverkalkung und kann dadurch auch die Nierenkörperchen schädigen.

Auch der Blutdruck sollte optimal eingestellt sein. Eine Hypertonie ist Gift für die Nieren. Wenn noch keine medikamentöse Blutdruckregelung notwendig ist, können Ausdauertraining wie Laufen oder Radfahren den leicht erhöhten Blutdruck senken, genauso wie das Vermeiden von Übergewicht.

Wenn beim Diabetes die Nieren unaufhörlich weiter geschädigt werden, versagen im schlimmsten Fall die Nieren ihren Dienst. Dann hilft nur noch die Dialyse oder eine Nierentransplantation.

Zurzeit sind in Deutschland rund 17.000 Patienten Diabetes bedingt an der Dialyse und jährlich kommen 2.000 neue Diabetiker dazu.

Diabetes und Folgeschäden

Diabetes zu haben oder wie der Volksmund es auch nennt „zuckerkrank sein“, ist eine Diagnose, die das zukünftige Leben verändert.



Man unterscheidet zwei Formen von Diabetes: den Typ 1 Diabetes, der auch in jungen Jahren auftreten kann, wo es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt und den Typ 2 Diabetes, wo oft eine Insulinresistenz zugrunde liegt, bedingt durch Bewegungsmangel und Übergewicht.

Das Heimtückische an beiden Formen ist, dass der zu hohe Blutzucker leider keine Schmerzen macht. Aber die Folgen in einigen Jahren sind trotzdem unaufhaltsam.

Daher ist es besonders in jungen Jahren so extrem wichtig, den Blutzucker so optimal wie möglich einzustellen, was zu bedeuten hat, einen HbA1c von unter 6,2 % zu haben.  Je mehr der HbA1 c einem gesunden Menschen ohne Diabetes ähnelt, desto besser für den weiteren Verlauf, ein Leben ohne Folgeschäden führen zu können. Das ist in der Praxis nicht immer so einfach.

Natürlich erwartet man bei Kindern keinen Herzinfarkt, doch je länger der Diabetes besteht, je größer sind die Wahrscheinlichkeiten, an den gefürchteten Folgeschäden zu erkranken.

An einen Bluthochdruck leiden 75% aller Diabetiker und das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls  ist um das Zwei-bis Dreifache erhöht gegenüber der normalen Bevölkerung. Für Frauen mit Diabetes ist das Risiko sogar um den Faktor 5,9 erhöht. 11,9% erleiden im Laufe der Diabetes-Zeit an den Augen Schäden (Retinopathie) und 10,5% haben Nervenstörungen (Neuropathien).

Laut dem statistischen Bundesamt von 1999 ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bei Diabetes das Risiko  einer Augenerkrankung mit Erblinden zu erliegen um das 10-25fache erhöht, einem Nierenversagen zu erliegen um das 15-20fache erhöht und  das Risiko einer Beinamputation  ist um das 25-fache erhöht.

In der Zeit, wo ich noch im Krankenhaus auf der Angiologie  gearbeitet habe, waren von drei Beinamputationen zwei bei Diabetikern.

Diabetes tut lange Jahre nicht weh, der Blutzucker ist nur nicht immer so wie bei einem Gesunden, aber er hinterlässt ohne spürbare Anzeichen seine Folgen. Insgesamt lassen sich 80% aller Todesfälle bei Diabetikern auf  eine fortgeschrittene Herzkreislauferkrankung mit den Folgen eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls zurückführen.

Und jetzt stelle man sich vor, der Diabetes wird in jungen Jahren bei Kindern diagnostiziert.

Diabetes immer häufiger bei Kindern



Es ist alarmierend, dass immer häufiger auch bei Kindern nicht nur Diabetes Typ 1 sondern auch Diabetes Typ 2 festgestellt wird. Das bedeutet, dass im mittleren Erwachsenenalter, wenn diese Menschen voll im Berufsleben stehen und Familien gegründet haben, sich diese ernsthaften Gesundheitsprobleme entwickeln werden.

Sollte man bei diesen Tatsachen sich nicht lieber um die Heilung dieser Krankheit bemühen? Im Helmholtz Zentrum in München unter der Leitung von Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler werden viele Studien geführt, den Diabetes bei Kindern mit erblicher Belastung zu verhindern. Es werden zwar Millionen an Geldern investiert, aber man liest nicht, dass ein Mittel gefunden wurde, den Diabetes aufzuhalten.