Sekundäre Pflanzenstoffe

Das Image der sekundären Pflanzenstoffe hat sich erst in den letzten zwanzig Jahren verändert, seit man erkannt hat, dass viele gesundheitliche Vorteile nicht nur alleine von den Vitaminen und Mineralstoffen ausgehen, sondern dass es ganz besonders diese  sekundären Pflanzenstoffe sind, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Man bezeichnet sie auch als bioaktive Substanzen.

Umso mehr sollte man erwähnen, dass diese Erkenntnis Carl Rehnborg schon in den 20er Jahren hatte während seines Aufenthaltes in China. Dort untersuchte er die Zusammenhänge  von Gesundheit und Ernährung. Er entwickelte 1934 sein erstes Multivitamin- und Multimineralstoffprodukt und brachte es in Nordamerika auf den Markt. 1939 gründete er seine Firma Nutrilite Products Inc. Er war seiner Zeit weit voraus und davon überzeugt, dass der Schlüssel für eine gute Gesundheit in der Natur zu finden sei.

Zu dieser Zeit waren gerademal fünf Vitamine bekannt, doch Carl Rehnborg war fest davon überzeugt, in den Pflanzen stecken noch viel mehr gesundheitsfördernde Stoffe. Er nannte diese noch unbekannten Stoffe Phytofaktoren.

Deshalb werden bei NUTRILITE™ * auch nur ganze Pflanzen schonend verarbeitet, die zuvor optimale Wachstumsbedingungen hatten. Pflanzen können diese bioaktiven Stoffe nur bilden, wenn sie nicht in einem Treibhaus gezüchtet werden, sondern wenn sie sich gegenüber der Sonne und Insekten schützen müssen. Eine Tomate, die geschützt im Treibhaus wachsen kann, wird niemals so viel Lutein und Lycopin bilden können, wie die Tomate, die optimale Voraussetzungen bekommen hat.

Das kennen wir von vielen Gemüse- und Obstarten, die nur noch wässrig schmecken. Den eigentlichen Geschmack spürt man bei Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten oder bei Bio- Ware aus der Region.

Heute ist es bekannt, dass die bioaktiven Substanzen

  • Krebs vorbeugen

  • Viren und Bakterien unterdrücken können

  • Oxidation verhindern

  • das Immunsystem stärken

  • Entzündungen hemmen

  • den Blutdruck regulieren

  • den Cholesterinspiegel senken

  • den Blutzuckerspiegel normalisieren

  • die Verdauung fördern

Zu den sekundären Pflanzenstoffen zählt man:

  • Carotinoide

  • Phytosterine

  • Saponine

  • Polyphenole

  • Terpene

  • Glucosinolate

  • Protease-Inhibitoren

  • Phytoöstrogene

  • Sulfide

  • Phytinsäure

Mehr über Gesundheitsvorsorge wird im Buch „Die Optimale Gesundheit“ von Dr. Duke Johnson sehr anschaulich geschildert.

Dieses Buch ist für jeden ein MUSS, dem bewusst ist, dass Gesundheit eine Eigenverantwortung ist.

* NUTRILITE™ ist der weltweit einzige Hersteller von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten, der eigene landwirtschaftliche Betriebe besitzt, in denen die in den Produkten enthaltenen Pflanzen nach den Grundsätzen des kontrolliert organischen Landbaus angebaut, geerntet und verarbeitet werden (Basierend auf einer unabhängigen Untersuchung von Euromonitor Consultancy)

 Euromonitor, ein international tätiges Marktforschungsunternehmen und einer der führenden Anbieter von globalen Marktdaten, beobachtet und verfolgt  internationale Trends im Konsumbereich und im gewerblichen Bereich. Produkte und Dienstleistungen von Euromonitor genießen in der internationalen Wirtschaft hohes Ansehen und werden von über 5.000 aktiven Kunden nachgefragt.

Kohlenhydrate reduzieren

Für viele Menschen ist es wichtig, die Kohlenhydrate zu reduzieren. Alle Menschen, die abnehmen wollen und besonders Diabetiker Typ 2 tun gut daran.

Gestern ist mir beim Besuch meines Bäckers aufgefallen, dass er sich darauf eingestellt hat. Scheinbar ist die Nachfrage groß. Er wirbt mit dem Slogan „Alternative Ernährungsformen erfordern neue Brotkonzepte“ und hat damit ganz Recht.

Ich musste natürlich gleich probieren, wie seine neue Brotvariation schmeckt und muss zugeben, sehr gut.

Aber irgendetwas muss ja die Masse ausmachen? Woraus besteht so ein Brot, wenn an Kohlenhydraten gespart werden muss, wenn also kaum Mehl verwendet werden kann?

Weizenkleber – Sojaschrot – Weizenvollkornmehl – Leinsamen – Sojaeiweißkonzentrat – Sonnenblumenkerne

Wenn sonst in 100 Gramm von einem normalen Brot eher 42 g Kohlenhydrate (Bauernbrot) oder 52 g Kohlenhydrate (Laugengebäck) oder 48 g Kohlenhydrate (Knäckebrot) enthalten sind, so hat dieses Brot nur 10 g Kohlenhydrate.

Das sieht auf den ersten Blick gut aus. Aber irgendwo muss ja der Geschmack herkommen? Wie aus der Tabelle zu sehen ist, ist der Fett- und  Eiweißanteil deutlich höher.

Wo sind die Unterschiede?

auf 50 g bezogen

Kcal

Fett

Eiweiß

Kohlenhydrate

BE

Bauernbrot

95

1

2

21

1,5

Knäckebrot

150

5

35

2,5

Fladenvollkornbrot

185

2

5

35

3,0

Vollkorn-Toast

117

1,7

5

20

1,7

KH-reduziertes Brot

132

5,7

12,9

5,15

< 0,5

 Gefährlich ist, wenn mehr Scheiben Brot gegessen werden, weil Kohlenhydrate eingespart werden,  wird automatisch auch der Belag mehr, und  das sind zusätzliche Kalorien, die eigentlich eingespart werden sollten.

Also vielleicht ist es doch besser, man isst eine BE Brot, aus einer Scheibe bestehend, mit wenig Belag und bewegt sich mehr, als dass man drei Scheiben mit dreifachen Belag essen darf.

Was allerdings hervorragend ist, es enthält die vierfache Menge an Ballaststoffen.


Diabetes als Epidemie

Laut Weltgesundheitsorganisation ist in den letzten 20 Jahren  weltweit eine Epidemie des Typ2 Diabetes aufgetreten. Laut Dr. Duke Johnson in seinem Buch „Die Optimale Gesundheit“ sind die finanziellen Kosten dafür atemberaubend hoch. Darum ist es sinnvoll, viele Zusammenhänge zu verstehen, um diese Krankheit einzudämmen. Man kann selber sehr viel tun, um den Ausbruch von Typ2 Diabetes zu verhindern.

Bei Diabetes Typ 2 handelt es sich meistens um eine Insulinresistenz verbunden mit Übergewicht. Bei diesen Diabetikern hat das Insulin seine Fähigkeit verloren, die Glukose in die Zellen zu transportieren. Man muss sich das so vorstellen, dass an den Zellen Rezeptoren sitzen, die die Glukose in die Zelle hineinlässt, so wie ein Schlüssel. Und wenn der Schlüssel nicht passt, geht die Tür nicht auf. Der Körper produziert immer mehr Insulin, weil der Zucker im Blut ansteigt, doch die Türen bleiben verschlossen. Durch den erhöhten Insulinspiegel im Blut kann kein Fett verbrannt werden, der Hunger steigt an, es wird mehr gegessen, was wiederum die Insulinproduktion anregt. Ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer herauskommt.

Jetzt ist es natürlich wichtig zu versuchen, sein Übergewicht durch mehr Bewegung abzubauen. Aber auch über eine Ernährungsveränderung kann man viel erreichen:

Essen sie Lebensmittel mit mehr Ballaststoffen wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Roggen und Gerste und meiden sie komplexe Kohlenhydrate wie Einfachzucker, Weizenmehlprodukte (helle Brötchen, Croissants, Gebäckstücke, Kuchen etc.), Limonaden, Süßigkeiten und besonders die Kombinationen Fett und Kohlenhydrate wie Hamburger und Cheeseburger, Currywurst mit Pommes, Lasagne, Pizza, fertig belegte Sandwiches etc.

Eine Ballaststoffe reiche Ernährung kann den Körper bei der Regulierung des Blutzuckers unterstützen. Die Ballaststoffe quellen im Verdauungstrakt auf und bilden eine gelartige Masse, die die Arbeit der kohlenhydratabbauenden Enzyme erschwert. Aus den Mehrfachzuckern werden langsam Einfachzucker und diese gelangen nur langsam durch diese gelartige Masse zur Darmwand, wo sie dann in die Blutgefäße gelangen. Daher kann der Blutzucker auch nur langsam ansteigen und die Bauchspeicheldrüse wird nicht überfordert, weil sie  nicht so viel Insulin produzieren muss.

Beobachtungen haben gezeigt, dass Menschen, die regelmäßig ballaststoffreiche Lebensmittel essen, seltener an Diabetes Typ 2 erkranken. Aber auch bei schon bestehendem Diabetes kann es durchaus möglich sein, dass die tägliche  Insulinmenge reduziert werden kann.

Ballaststoffe sind für jeden Menschen von Vorteil. Wir sollten täglich 40 Gramm davon zu uns nehmen, tatsächlich schaffen die meisten Menschen nur 15 g bis 20 g über die Ernährung.

Weihnachtsspeck muss weg

Wer kennt das nicht, dass über die Weihnachtstage ein paar Kilo mehr auf den Rippen sind?

Und schon fliegen uns die neuen Diäten um den Kopf. Jede verspricht, noch einfacher und noch besser zu sein. Ob man Kalorien zählen muss oder nur die Kohlenhydrate reduzieren sollte, ob es die neue „Brigitte“-Diät oder „Nur die“-Diät oder „Low-Carb“-Diät oder „Glyxx“-Diät oder „Blutgruppen“-Diät oder „Eier-Diät“ ist, der geplagte Kunde hat immer die Wahl.

Alle funktionieren, wenn man sie konsequent durchführt. Aber ohne mehr Bewegung geht gar nichts. Und jeder kennt auch den gefürchteten Jo-Jo- Effekt. Nach jeder Diät hat man hinterher doppelt so viele Kilos wieder drauf. Ganz schlimm sind sogenannten Wochenend-Diäten, man verliert höchstens Wasser und Muskelmasse, aber niemals Fett. Das stammt noch aus der Zeit, wo wir noch Jäger und Sammler waren, und die Fettpolster als wichtigste Überlebensreserve galten.

Wer abnehmen oder sein Gewicht halten will, muss sich bewusst machen, dass all die sogenannten Gewichts-Diäten nicht der richtige Weg sind. Diät heißt im eigentlichen Sinn, dass ein Mensch aufgrund einer Erkrankung bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr essen darf oder meiden soll. Er braucht einen Ernährungsplan, der von einem Arzt erstellt wurde, bzw. begleitet wird. Fettsucht ist eine Erkrankung und gehört deshalb in die Hände eines Arztes.

Der Wunsch, sein Übergewicht abzuspecken, ist berechtigt. Übergewicht zählt zu den Hauptrisikofaktoren für Diabetes Typ 2 und für viele andere Krankheiten. Totales Hungern und Fasten sind allerdings die falschen Wege.

Wer Abnehmen will, muss essen!  Ja es klingt paradox.

Und alle Diäten machen alt, und genau das soll ja nicht passieren. Man möchte nachher ja attraktiver und jünger aussehen.

Besser ist es, man verändert langfristig sein Essverhalten und bemüht sich, an mehr Bewegung zu denken. Auch würden viele schon was verändern, würden sie mehr stilles Wasser trinken. Die wenigsten Menschen schaffen es, zwei Liter stilles Wasser am Tag zu trinken.

Wer eine 1000- kcal-Diät über 2 Wochen praktiziert, hat einen massiven Nährstoffmangel:

Es besteht ein Verlust von:

  • bis zu 70% Selen

  • bis zu 35% Vitamin B 6

  • bis zu 30% Folsäure

  • bis zu 54 % Eisen

  • bis zu 22% Chrom

  • bis zu 23% Mangan

  • bis zu 17% Eiweiß

  • bis zu 24% Kohlenhydrate

 Kann man dabei gesund bleiben und gut aussehen? Eher wohl nicht.

In dem Buch „Die optimale Gesundheit“ von Dr. Duke Johnson erfahren Sie viele Tipps, was noch dazubeiträgt, fit und gesund zu bleiben.

Insulin, ein neuer Markt

War vor der Entdeckung des Insulins die Behandlung von Diabetes nur durch viel trinken und kohlenhydratreduziertem Essen möglich, so taten sich mit dem ersten Insulin neue Wege auf.

Permanenten Durst haben, Liter für Liter trinken und genauso viel wieder ausscheiden, das können nur die Diabetiker nachvollziehen, die diese Symptome vor ihrer Diabetes Diagnose selber erlebt haben. Man hat förmlich das Gefühl, auszutrocknen und der Mund klebt beim Sprechen zu, obwohl man die Flasche gerade erst abgesetzt hat. Man ist nicht in der Lage richtig zu reden.

Die ersten Insuline mussten mehrmals gespritzt werden, weil sie nur eine schwache Konzentration hatten, von U5 bis U20. Die wichtigste  Herausforderung anfangs war die bessere Reinigung. Um das Extrakt beim Menschen einsetzen zu können, waren noch viele Reinigungsprozesse notwendig. Seit Anfang Dezember war James Bertram Collip, ein erfahrener kanadischer Biochemiker von der Universität Alberta in Edmonton mit im Team, dessen Arbeit es war, sich um die Reinigung des Insulins zu  kümmern. Er war von Macleod dazu eingeladen worden.

Bei der ersten Veröffentlichung am 30. Dezember 1921 stellten Banting und Macleod die Erfolgserlebnisse mit den Hunden vor. Im Publikum war alles vertreten, was sich in der Welt der Stoffwechselerkrankungen  auskannte und auch führenden Investoren der Zuckerkrankheit. Im Publikum saß auch George H.A. Clowes, ein Forschungsdirektor der Firma Eli Lilly Company. Er erkannte das Potenzial der Forschung und fragte, ob seine Gesellschaft nicht mit den Connaught- Laboratorien, die bis dahin für die Reinigung des Insulins verantwortlich waren, gewerblich zusammenarbeiten könnte?

Wie heute bekannt ist, waren Eli Lilly Company und später die Firma Farbwerke Hoechst in Deutschland die ersten Firmen, die kommerziell Insulin für den Markt hergestellt haben.

1923 kam das erste Insulin in Deutschland mit dem Namen „Insulin Hoechst“ auf den Markt, was aus Kälber- und Rinder-Bauchspeicheldrüsen hergestellt worden war. (Ich kann mich da an eine Besichtigung der Produktionsstätte bei der Firma Hoechst erinnern. Die Verarbeitung der Pankreas hat furchtbar gestunken.) Für den Insulinbedarf eines Diabetikers  waren 50 Bauchspeicheldrüsen notwendig. Deshalb war auch immer die Befürchtung, nicht genügend Insulin herstellen zu können.

1936 entwickelte Hans Christian Hagedorn (1888-1971)  in Dänemark das erste Insulin mit Verzögerung, indem er an das Insulin den Eiweißstoff Protamin anlagerte, so dass das Insulin nun verzögert vom Körper aufgenommen wurde. Jetzt waren nur noch ein bis zwei Injektionen täglich notwendig. Das Insulin wurde NPH- Insulin (Neutrales-Protamin-Hagedorn) genannt. Später verfeinerte man das Verfahren, indem  Zinkionen hinzugefügt wurden.

Ich kann mich an diese Zeit sehr gut erinnern, doch die wenigen Injektionen waren nicht unbedingt ein Vorteil, wie man später sah, als man wieder zu mehrmaligen schnell wirkenden Injektionen überging. Man war gezwungen, nach der Insulinwirkung sein Essverhalten einzustellen. Ob man Hunger hatte oder nicht, wenn die größte Insulinwirkung im Blut war, musste man was essen.

1940 gelang es der Firma Hoechst nach langen Forschungen eine neue Art der Verzögerung herzustellen. Bis dahin waren die Verzögerungsinsuline eine Suspension, die vor dem Aufziehen gut gerollt werden mussten. Passierte das Mischen nicht ausreichend, so gab es Dosierungsungenauigkeiten. Hoechst entwickelte das erste Surfen-Insulin, eine klare Lösung als Depotinsulin.

1955 beschrieb Frederick Sanger (1918-1982) den chemischen Aufbau  des Insulins, die Voraussetzung für die Entwicklung des synthetischen Insulins. Er bekam dafür 1958 den Chemienobelpreis.

1963 gelang dann die Insulinsynthese. In den 80er Jahren entwickelte sich das erste Humaninsulin, 1996 kam das erste kurz wirkende Insulin Lispro auf den Markt und 2000 wurde das erste langwirkende Insulin Analogon eingeführt.

Ich persönlich kenne aus eigener Erfahrung die Therapie mit einer Injektion Komb-Insulin, wo man gegen Ende der Insulinwirkung keine Kohlenhydrate mehr zu sich nahm,  die Zwei-Spritzen-Therapie, die später in die Intensivierte Spritzentherapie (ICT) überging bis hin zur Pumpentherapie (CSII). Es wurde immer mehr verfeinert und mit jeder Injektion gewann man ein Stück mehr Lebensqualität und Freiheit wieder. Das war zu Anfang nicht ganz einleuchtend, wo man versucht hatte, den Patienten mit nur wenigen Stichen belasten zu wollen. Aber auch die Kanülen wurden im Laufe der Jahre feiner und schmerzfreier.

Es ist verständlich, dass schon damals die Firma Lilly das riesige Potential erkannt hat. Was wäre gewesen, wenn die ganze Konzentration nicht nur auf die Entwicklung von besseren Insulinarten gerichtet wesen wäre?

Banting hatte festgestellt, dass die Zellen, aus denen man das Extrakt für die Behandlung der Zuckerkrankheit gewonnen hatte, nach wochenlangem Abbinden viel intakter waren als der Rest der Bauchspeicheldrüse. Er vermutete, dass diese Zellen einen eigenen Schutz hatten.

 


Erste Gewissenskonflikte in der Insulingewinnung

Als es Frederick Banting und Charles Best zum ersten Mal gelang, die Hündin Susy mit dem neu gewonnenen Extrakt zu retten, war ihnen klar, das war erst der Anfang.

Frederick, der auf dem Lande groß geworden war, fiel es schwer, den Hunden, denen er die Bauchspeicheldrüse entfernt hatte, mit einer Überdosis Chloroform das Leben nehmen zu müssen. Er hasste diesen unvermeidlichen Schritt und nur der Gedanke, dass er in Zukunft eventuell Millionen von Menschen dadurch helfen konnte, ließ dem Töten einen Sinn geben. Bei mehreren Hunden mussten sie die Bauchspeicheldrüse abbinden, um das Sekret aus den Langerhansschen Inseln zu gewinnen, was  einen einzigen Hund mit Diabetes behandeln konnte. Das konnte auf Dauer nicht so weiter gehen. Und sie überlegten, wie sie an mehr Sekret kommen konnten. Sie gaben diesem Sekret als erstes den Namen „Isletin“, weil es aus den „Isles of Langerhans“, den Langerhansschen Inseln  kam.

„Isletin“  konnte  allen Menschen mit Diabetes, die bis dahin zum Tode verurteilt waren, das Leben retten. Aber so viele Hunde könnten nicht geopfert werden, um alle Menschen zu retten. Wer sollte entscheiden, wer das rettende Sekret erhält?

Zuerst wollten Banting und Best sicherstellen, dass Susy kein Einzelfall war. Sie gaben „Isletin“ auch Hunden, denen sie zuvor große Mengen an Zuckergegeben hatten, um den Blutzuckerspiegel drastisch zu erhöhen. Und auch dort funktionierte ihre Therapie.

Banting und Best entwickelten eine Methode, schneller an das „Isletin“ zu kommen, indem sie die Bauchspeicheldrüse anregten, Verdauungssäfte zu produzieren, die sie allerdings in einem Glasröhrchen, das im Pankreaskanal lag, auffingen. Somit ersparten sie sich viele Wochen Wartezeit, bis der entsprechende Teil der Drüse, der die Verdauungssäfte produziert, abgestorben war. Aber es musste noch eine andere Methode geben, denn es wurden  zu viele Hunde geopfert.

Banting erinnerte sich an seine Jugendzeit auf der Farm. Sein Vater ließ ältere Kühe, die zum Schlachten bestimmt waren, vorher noch einmal decken, weil sie dann mehr fraßen und dicker wurden. Die Bauchspeicheldrüse eines Vieh-Fötus war  größer und enzymfrei. Also setzten sie sich mit einem Schlachthof in Verbindung, der ihnen die Bauchspeicheldrüsen der Föten von den geschlachteten, trächtigen Kühen gab. Daraus konnten sie größere Mengen an „Isletin“ gewinnen.

Als die beiden jungen Forscher von ihren Erfolgen Macleod berichteten, hätten sie erwartet, dass er begeistert sei über so eine Entdeckung, die Rettung der Menschheit. Dieser gab allerdings nur zu verstehen, dass ihre Beweise gründlich zu überprüfen wären. Ein typisches Verhalten von Neid und Eifersucht den beiden Erfindern  gegenüber, die in der Welt der damaligen Medizin nicht auf dem gleichem akademischen Grad standen.

Diabetikerprodukte verschwinden vom Markt

Viele ältere Menschen werden traurig sein, wenn es keine Diabetikerprodukte mehr im Laden zu kaufen gibt, aber sie sind auch völlig überflüssig.

September 2010 hat der Bundesrat die rechtlichen Vorgaben für Diabetiker-Lebensmittel geändert. Diese Lebensmittel sind in der „Verordnung über diätetische Lebensmittel“ zusammengefasst. Und ab Oktober 2012 dürfen Lebensmittel nicht mehr speziell als „Diabetiker-Lebensmittel“  gekennzeichnet werden.

Diese Lebensmittel waren ganz oft mit Fruchtzucker versehen, weil dieser insulinunabhängig besser verstoffwechselt wurde. Ich kann mich an die Zeit der Umstellung erinnern, wo man auf vielen Produkten BE-Angaben und den Hinweis auf „neue BE-Berechnung“ fand, weil jetzt auch der Fruchtzucker hinein gerechnet wurde, man ihn aber mit  Insulin nicht wie andere Kohlenhydrate abdecken konnte. Allerdings waren die Kalorien die gleichen und der Fruchtzucker neigte zu Heißhungerattacken. Das ist natürlich bei Diabetes Typ 2 nicht wünschenswert, denn da steht ja oft eine Gewichtsreduktion im Vordergrund. In vielen Bereichen war es völlig übertreiben, wenn man bei bestimmten Apfelsorten lesen konnte „für Diabetiker besonders geeignet“. Furchtbar, wie viele Menschen nur wenig informiert sind über die Möglichkeiten, was der Diabetiker essen darf. Im Grunde ist eine abwechslungsreiche, fettarme Kost mit viel Gemüse und Salat für jeden optimal.

Außerdem spart man nun im Geldbeutel einiges ein, denn der Preis für Diabetiker-Artikel war entsprechend immer höher als bei anderen Lebensmitteln.

Im Grunde ist es ganz einfach: auf jedem Lebensmittel stehen inzwischen für 100 Gramm die Kohlenhydrate angegeben. Egal ob sie Ihren Kohlenhydratanteil in KE oder in BE berechnen, also 10g oder 12g  Kohlenhydrate für eine Einheit nehmen, man kann sich selber ausrechnen, wie viel man essen darf.

Auf einer Packung Müsli findet man folgende Nähwertangaben für 100 g:

Brennwert                                     398 kcal / 1672 kJ

Eiweiß                                          11,1g

Kohlenhydrate                              57,7g

davon Zucker                                13,1g

Fett                                               11,3g

davon

-ges. Fettsäuren                            4,5g

-einf. unges. Fettsäuren                 4,8g

-mehrf. unges. Fettsäuren             2,0g

Ballaststoffe                                 10,5 g

Natrium                                         0,09g

Vitamin B 1                                  0,26 mg

Phosphor                                     372 mg

Magnesium                                 146 mg

Zink                                             2, 6 mg

 

Dieses Produkt wäre kein “Diabetiker-Produkt”, weil es Zucker enthält, aber trotzdem können sie es essen. Sie nehmen die Kohlenhydrate zur Berechnung als Grundlage:

57,7 g ÷ 12 = 4,81 →  100 g enthalten nun 4,81 BE  (bei KE sind 5,77 KE enthalten)

Dann rechnen sie  weiter: 100 g ÷ 4,81 = 20,79 g und das entspricht 1 BE (bzw.17,33 g bei KE)

Wenn sie vier BE / KE Müsli essen wollen, dann wiegen sie sich 84 g / 70 g vom Müsli ab. So können normale Gebäckstücke oder auch Süßigkeiten verrechnet werden. Allerdings enthalten solche Lebensmittel nicht nur viel Zucker sondern auch sehr viel Fett und damit sind sie eine absolute Kalorienbombe und nur in kleinen Mengen zu verzehren.