Ketoazidose

Ketoazidose ist eine lebensbedrohliche Situation.

Ketoazidose tritt bei nicht behandeltem Diabetes Typ 1 mit absolutem Insulinmangel auf.

Diabetes ist inzwischen zu einer Epidemie geworden, doch von den über sieben Millionen Diabetikern sind 90% davon Typ 2 Diabetiker.

Auch immer mehr Jugendliche erkranken am Typ 2 Diabetes auf Grund von Übergewicht und Bewegungsmangel. In den USA hat dieser Trend in den letzten acht Jahren um 31 Prozent zugenommen. In Deutschland hat sich der Anteil der stark übergewichtigen Kinder von 1985 bis 2009 immerhin schon verdoppelt. 🙁

Aber auch der Typ 1 Diabetes nimmt immer mehr zu, daher sollte man die Symptome erkennen, um rechtzeitig zu behandeln, damit es nicht zu einer Ketoazidose kommt.
Bis zum Jahre 2020 rechnet man mit einem 70%igem Anstieg an Diabetes Typ 1 Erkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren.

Zurzeit leben in Deutschland 30.500 Typ 1 Diabetiker im Alter von unter zwanzig Jahren. Statistisch gesehen erkrankt jedes 800ste Kind an Diabetes.

Von einer Ketoazidose spricht man, wenn wegen Insulinmangels der Blutzucker in besorgniserregende Höhen steigt. Während beim Typ 2 Diabetes der Blutzucker langsam ansteigt, weil noch genügend Insulin produziert wird, welches aber nur träge reagiert, ist beim Typ 1 Diabetes die Insulinproduktion in den Beta Zellen der Bauchspeicheldrüse zu 80% eingestellt. Man spricht auch von einer Autoimmunerkrankung.

Dauert der Zustand des Insulinmangels längere Zeit an und gerät der Stoffwechsel außer Kontrolle, stellt sich eine Übersäuerung, die Ketoazidose ein. Die Frühsignale sollten allen bekannt sein.

Anzeichen einer Ketoazidose sind:

  • der Blutzuckerspiegel ist weit über 250 mg/dl
  • der Atem riecht säuerlich wie Apfelmost oder wie nach Azeton im Nagellack.
  • verstärkte tiefe Ausatmung: die Kussmaul-Atmung: der Körper versucht durch gesteigertes Ausatmen von chemisch saurem Kohlendioxid (CO2) die Übersäuerung zu kompensieren (im Film hat man einen ph Wert von 6,3 gemessen)
  • verstärkter Durst, der im weiteren Verlauf als Folge der Übersäuerung zu einer Austrocknung führt
  • es kommt zu vermehrtem Wasserlassen, weil die Glucose in reichlich Flüssigkeit gelöst über die Nieren ausgeschieden wird. Die Ketonkörper werden in Form von Salzen mit dem Urin ausgeschieden.
  • zunehmende Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Übelkeit, so dass man oft an einen Magen-Darm-Virus denkt

Der österreichische Arzt Dr. Jäger hat mit dem Hobbyfilmer Gerald Tiefling einen Film zusammengestellt, den es sich lohnt, anzusehen.

 

Als man bei mir mit 11 Jahren einen Blutzucker von weit über 65o mg/dl  feststellte, waren die Behandlungsmöglichkeiten  nicht so einfach wie heute. 🙂

Ketoazidose
Insulinspritze mit Kanüle aus dem Jahre 1972

 

 

Richtig Abnehmen

Richtig Abnehmen – aber was ist richtig?

Richtig Abnehmen will wohl jeder, wenn er sich endlich dazu durchgerungen hat, Gewicht zu verlieren.

Aber warum funktioniert das eine Programm, was die Freundin gerade macht für einen selber nicht so gut?

  • Ist Low Carb richtig?
  • Oder sollte ich lieber ab 17 Uhr nichts mehr essen?
  • F.d.H. könnte was bewirken, wenn man übermäßig viel vorher gegessen hätteFrau auf Waage
  • Die neue Hollywood Diät?
  • Punkte zählen und fertig zusammengestellte Mahlzeiten kaufen?

Viele Menschen sind der Meinung, ihr Übergewicht in den Griff zu bekommen, wenn sie einfach aufhören zu essen. Doch das ist ein Irrtum.

Es ist wissenschaftlich längst erwiesen, es kommt auf die Art des Essens an. Zu Zeiten, als wir unserem Essen noch nachlaufen mussten, gab es manchmal längere Engpässe und trotzdem musste der Mensch überleben.

Wir aßen Beeren und Wurzeln und ab und zu lief uns ein Stück Wild vor die „Flinte“ (damals war es wohl eher ein Speer). Heute müssen wir unserem Essen nicht mehr hinterherjagen, denn der Kühlschrank ist meist gut gefüllt und läuft nicht davon, doch unsere genetische Software hat sich über die Millionen von Jahren nicht verändert. Wenn unser Körper signalisiert bekommt, dass er  über einen längeren Zeitraum nichts zu essen bekommt, dann schraubt er seinen Grundumsatz hinunter und schaltet auf „Energiesparprogramm“. Vegetatives Nervensystem und Schilddrüsenhormone arbeiten jetzt auf Sparflammen. Wenn Sie dann irgendwann wieder normal essen, wird jedes Gramm auf die Hüfte gespeichert für die nächsten schlechten Zeiten. Diesen Jo-Jo-Effekt kennt jeder.

Richtig Abnehmen wäre für viele Menschen eine Lebensbereicherung, denn Übergewicht ist nicht nur ein kosmetisches Problem, es fördert auch viele Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bandscheibenvorfälle, Gelenkprobleme etc.

Es ist schlimm, wenn man in Berichten liest, dass jedes achte Kind bereits wegen Übergewicht einen Diabetes Typ 2 entwickelt, der früher nur bei alten Menschen anzutreffen war.

Aber genau in den Genen liegt des Pudels Kern. Hier ist verankert, warum die eine Ernährungsform für den einen funktioniert und beim anderen Menschen wenig Erfolg zeigt.

Nutrigenetik ist das Zauberwort. Aber es ist nicht neu. Wir kennen das Prinzip schon seit Jahren. Dr. Duke Johnson beschrieb bereits 2009 in gesundheit-optimalseinem Buch  die Zusammenhänge von Ernährung und den Genen.

Bei dem Programm zur Gewichtsreduktion von Bodykey by Nutrilite kann man wirklich von „richtig Abnehmen“ sprechen. Es ist keine Diät, sondern eine gesunde Ernährungsanleitung, die ganz einfach ist und für jeden umsetzbar.

Bei jeder Diät hält man sich so lange an die Vorgaben, bis man sein Ziel erreicht hat. Und dann? Dann erleben viele Menschen den bekannten Jo-Jo-Effekt: man nimmt hinterher mehr wieder zu als man vor der Diät an Gewicht auf den Rippen hatte.

Richtig Abnehmen und  Essen macht Spaß
Beim richtigen Abnehmprogramm macht Essen auch Spaß

Oder kann man ein Leben lang auf sein Essen am Abend verzichten? Ist es klug, immer die Kohlenhydrate zu reduzieren oder Punkte zu zählen? 🙁 🙁

Wenn man weiß, ob man auf Fett oder Kohlenhydrate reagiert, kann man sich ganz leicht umstellen.;-)

Mehr Bewegung braucht man auf jeden Fall, aber wenn mehr Muskeln aufgebaut sind, kann auch mehr Fett verbrannt werden. Es beginnt mit Kleinigkeiten, die man im Alltag umsetzen kann.

  • Benutzen Sie regelmäßig die Treppen anstatt Aufzug zu fahren
  • Steigen Sie auf dem Weg zu Arbeit eine Station früher aus und laufen die paar hundert Meter zu Fuß.
  • Beim Einkaufen muss man nicht immer einen Parkplatz direkt vor dem Eingang haben. Längere Wege mit dem Einkaufswagen vom Auto bis zum Eingang und zurück ergeben regelmäßig viele Schritte mehr.
  • Schicken Sie nicht Ihre Kinder in den Keller, um Dinge heraufzuholen. Erledigen Sie solche Schritte selber.
  • Stehen Sie beim Bedienen Ihres Fernsehers auf und lassen die Fernbedienung liegen.

Richtig Abnehmen bedeutet auch fitter zu werden und Lust auf Sport zu bekommen. Auch wenn man auf die Fette achten muss, sollte man nicht an den gesunden Fetten sparen. Beim Abnehmen soll Fett verbrannt werden. Aber unsere Fettreserven waren früher mal überlebenswichtig. Also braucht der Körper noch ein Signal, dass kein Muskelgewebe abgebaut wird. Dazu dient die konjugierte Linolsäure, die CLA. Sie dient als Körpermanager und reguliert bei normalen Essgewohnheiten das von selbst. Aber gerade beim „richtig Abnehmen“ achtet man auch auf die Kalorien und greift oft zu  schnell zu Light-Produkten oder auf fettreduzierte Produkte.CLA kommt aber in fetter Milch und Fleisch vor.

Deshalb sollte man sie als wertvolle Nahrungsergänzung extra zuführen.

Abnehmen ist das Gesprächsthema

Abnehmen bleibt Gesprächsthema Nr. 1 jeder Zeitschrift.

Abnehmen ist nicht immer nur wichtig, wenn es zum kosmetischen Problem geworden ist.

Aus Übergewicht entstehen oft viele andere Krankheiten, wie zum Beispiel  Diabetes Typ 2 oder Probleme mit den Gelenken, Bluthochdruck oder auch ein gestörter Fettstoffwechsel.

Fett ist nicht gleich Fett. Aber besonders beim Abnehmen wird uns Fett madig gemacht. Wissenschaftlich betrachtet unterscheidet man ungesättigte und gesättigte Fettsäuren.
Man weiß auch, dass die gesättigten Fettsäuren die ungünstigen sind, wovon man nur wenig essen sollte. Aber wie kann man sie auseinander halten von den guten Fettsäuren?

Als Gedankenstütze kann man sich merken, dass die gesättigten Fettsäuren in fester Form vorliegen, also Butter, Margarine, Fleisch, Wurst, Käse und Sahne. Davon sollten wir nur in geringen Mengen zu uns nehmen, denn sie sind schuld an unseren Zivilisationskrankheiten.

Sie verstopfen die Blutgefäße und erhöhen den Cholesterinspiegel. Eigentlich kann unser Körper sie gar nicht verwenden, außer er speichert sie auf Hüften und Po ab für schlechte Zeiten, die wir alle wohl nicht erleben werden und die beim Abnehmen wieder herunter müssen.

Ungesättigte Fettsäuren dagegen sind essentiell, da der Körper sie nicht selber herstellen kann und sind deshalb so wichtig wie ein Vitamin.
Ein Mangel an ungesättigten Fettsäuren kann zu Wachstumsstörungen führen, aber auch zu Konzentrationsstörungen, verminderter Lernfähigkeit, zu Depressionen oder zu Störungen der Nervenfunktion.

Also sollte man beim Abnehmen auch nicht ganz auf die natürlichen Lieferanten dieser hochwertigen Fettsäuren verzichten, die in Fisch, Oliven, Nüssen und einigen Gemüsen enthalten sind.

Warum tut man sich aber bei vielen Diäten so schwer, wenn man sich schon durchgerungen hat, das Abnehmen jetzt anzugehen? Nicht jede Diät ist für jeden Menschen gleichwertig umzusetzen. Fakt aber ist, man muss es langfristig durchziehen. Deshalb ist es beim Abnehmen so wichtig, nicht nur für 14 Tage ein bestimmtes Programm ab zu solvieren, sondern dass man seine Ernährung eventuell komplett umstellen muss.

Gründe für das Aufgeben beim Abnehmen sind:

  • man geht nicht auf den individuellen Stoffwechseltypen ein,
  • man soll Lebensmittel essen , die man nicht mag,
  • die Berechnungen  sind zu kompliziert,
  • die Portionen passen nicht,
  • das Punkte zählen ist zu nervig
  • man muss doppelt kochen, wenn in der Familie nicht alle mitmachen beim Abnehmen

Das sind nur einige Gründe, sicherlich wird man noch viel mehr finden können.
Im Grunde ist es ganz einfach: man darf nicht mehr Kalorien zu sich nehmen, als man verbrennen kann. Oder anders gesagt: wer viel isst, muss sich auch mehr Sport machen.

Beim Abnehmen ist es auch wichtig, die richtige Wahl der Kohlenhydrate zu wählen und dazu muss man die Zusammenhänge verstehen. Warum sind komplexe Kohlenhydrate aus Gemüse besser als die Kohlenhydrate einer hellen Semmel?
Das Hormon Insulin spielt da eine sehr große Rolle. Sobald der Insulinspiegel im Blut ansteigt, weil schnelle Kohlenhydrate verstoffwechselt werden müssen, kann kein Fett verbrannt werden. Besser sind  Beim Abnehmen sind KH aus Gemüse besserKohlenhydrate aus  Vollkornprodukten, Obst und Gemüse in kleinen Portionen.

Schnelle Kohlenhydrate sind:

  • Zucker
  • Weizenmehlprodukte, wie Gebäck und helle Brötchen
  • Orangensaft oder Apfelsaft, auch wenn sie ohne Zucker sind
  • Nudeln
  • Cornflakes
  • Cola

Gegenüber einem Diabetiker, der vor den Mahlzeiten seinen Blutzuckerspiegel messen muss,  merkt der gesunde Mensch nicht, wenn sein Blutzuckerspiegel ansteigt und die Bauchspeicheldrüse Insulin abgeben muss. Bei schnellen Kohlenhydraten muss viel Insulin ausgeschüttet werden, damit der Blutzuckerspiegel schnell wieder im Normalbereich ist, was einen Heißhunger ausmacht und starkes Verlangen nach erneutem Süßen ausmacht.
So entsteht ein Teufelskreis zwischen hohem und niedrigem Blutzucker, wo man nur schlecht wieder herauskommt.

Deshalb sind kleinere Mahlzeiten mit sehr komplexen Kohlenhydraten oder einem höheren Eiweißanteil beim Abnehmen sinnvoll.

Viel stilles Wasser trinken, besonders vor den Mahlzeiten, kann eine zusätzliche Unterstützung beim Abnehmen sein. Wer kein stilles Wasser mag, sollte sich unbedingt daran gewöhnen und überlegen, ob er nicht die falsche Quelle für stilles Wasser hat.

HbA1c als wichtiger Richtwert

HbA1c gibt an, ob die Blutzuckereinstellung optimal ist.

HbA1c Bestimmungen sind daher für Diabetiker eine wichtige Aussage über die Stoffwechseleinstellung.

Dieser Wert ist ein Bestimmungswert, wie viel Zucker sich in den letzten sechs bis acht Wochen an das Hämoglobin (Hb), den „roten Blutfarbstoff“ geheftet hat. Hämoglobin ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen, an ihn wird der Sauerstoff gebunden. Somit ist der Sauerstoff-Transport von der Lunge zu allen Organen möglich.

Mit dem HbA1c-Wert kann also eine Aussage über die Qualität der Blutzuckereinstellung der letzten Wochen gesagt werden.

Auch gei gesunden Menschen befindet sich Zucker im Blut, er ist nur nicht so hoch wie bei Diabetikern. Bei gesunden Menschen sind ungefähr fünf Prozent der Hämoglobinteilchen „verzuckert“, also liegt der HbA1c-Wert bei 5%. Sind also mehr Hämoglobinmoleküle verzuckert, so bekommen auch die Gefäße in den Organen mehr Zucker ab, was zu Spätfolgen führen kann. Besonders betroffen sind natürlich alle kleinen Gefäße (Augen, Niere, Beine, Herz).

Eine Senkung des HbA1C-Wertes um nur 1% reduziert die Schäden an den kleinen Gefäßen wie zum Beispiel den Augen oder den Nieren um 35%. Bei diabetischen Folgeerkrankungen senkt sich das Risiko um 21% und die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu bekommen, wird um 18% gesenkt.

Jeder Diabetiker sollte einen optimalen HbA1C-Wert  haben, das heißt der HbA 1C-Wert sollte unter 6% liegen. Er kommt somit sehr nahe den Werten eines Stoffwechselgesunden. Der HbA1C  ist also als Langzeitgedächtnis vom Blutzucker ein Richtwert, von dem man ausgehen kann, dass in den letzten vier Wochen der Blutzucker  sehr oft im normoglykämischen Bereich lag. Natürlich kann so ein HbA 1C-Wert auch durch viele Hypoglykämien „erkauft“  werden.

Doch man sollte sich nicht mit der Aussage zufriedengeben, wenn der Arzt bei 7,2% meint, es sei in Ordnung. Bei diesem Wert lag der Blutzucker überwiegend zwischen 120 mg/dl und 150 mg/dl bzw. zwischen 7,8 mmol/l und 8,9 mmol/l, und das sind keine Blutzuckerwerte eines Stoffwechselgesunden. Das trifft sowohl für Typ 2 wie auch für Typ 1 Diabetiker zu. Es sind zwar verschiedene Formen des Diabetes, doch die Auswirkungen der Folgeschäden bleiben die gleichen

Natürlich sind das Alter und die schon bestehenden Folgeschäden ausschlaggebend, wie optimal die Blutzuckereinstellung sein sollte. Bei bereits bestehenden Durchblutungsstörungen kann ein zu niedriger Blutzucker auch die Gefahr für einen Schlaganfall bedeuten. Fragen Sie deshalb unbedingt Ihren Diabetologen.

HbA1c durch den Arzt bestimmen lassen
HbA1c als Richtwert

Je jünger man allerdings ist, umso mehr sollte man einer normoglykämischen Einstellung entsprechen.

Da es unterschiedliche Verfahren gibt, den HbA1c-Wert zu bestimmen, sollte man nicht die Werte von Arzt zu Arzt vergleichen. Für den Diabetiker ist es wichtig, so nahe wie möglich an eine Blutzuckereinstellung hin zu kommen, wie sie die Stoffwechselgesunden haben, und somit wird dann auch der HbA1c-Wert zwischen 5% und 6% liegen. Je niedriger der Wert ist, umso mehr Hypoglykämien sind in den letzten Wochen  aufgetreten, die mitunter sehr unangenehm sein können. Daher hat man als groben Richtwert festgelegt, er soll bei guter Einstellung unter 6,5% liegen. HbA1c-Werte über 7% sind auf jeden Fall verbesserungsbedürftig, weil sie Folgeschäden begünstigen.

Es macht keinen Sinn, wöchentlich den HbA1c-Wert zu kontrollieren, weil er von der Lebensdauer der roten Blutkörperchen abhängt, die sich alle 120 Tage erneuer. Allerdings ist das ein kontinuierlicher Prozess, so dass immer wieder neue Blutkörperchen dazu kommen und alte absterben.

Bei sehr starken Blutzuckerschwankungen zwischen hohen Werten bis hin zu Werten bei Unterzuckerungen kann ein guter HbA1c-Wert erreicht werden. Daher ist auch eine regelmäßige momentane Blutzuckerkontrolle immer sinnvoll.

Übergewicht – Adipositas – ein paar Kilo zu viel?

Übergewicht ist ein großes Gesundheitsrisiko.

Es leiden nicht nur die Gelenke unter dem enormen Körpergewicht, auch innere Organe sind von der Verfettung her betroffen.

Aber ab wann spricht man von „nur ein paar Kilo zu viel auf den Rippen“ von „ Übergewicht “ oder sogar von „Adipositas“?

Es gibt die verschiedenen Methoden, das ideale Gewicht zu ermitteln. Die bekannteste Berechnung ist wohl die BMI-Formel, der Body-Mass-Index. Der BMI wird berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm gemessen durch das Quadrat der Körpergröße geteilt wird.

Das Ergebnis sagt dann den BMI-Wert an, der normal eine Größenordnung von 19 bis 24,9 hat. Unter 19 spricht man von Untergewicht und bei Werten über 25 bis 30 von Übergewicht. Bei Werten über 30 spricht man von Adipositas.

Wenn also eine Person mit 175 cm ein Gewicht von 92 kg aufweist, hat sie einen BMI von 30,07 und hat somit starkes Übergewicht, ist ädipös und hat nicht nur ein paar Kilogramm zu viel.

Übergewicht ist aber nicht gleich Übergewicht, denn es kommt darauf an, wo die Fettposter sitzen.

Fettzellen am Bauch und den inneren Organen stellen ein größeres Gesundheitsrisiko dar im Vergleich zum übrigen Körperfett, wenn es sich eher an Oberschenkel und Gesäß befindet. Selbst bei einer BMI-Bestimmung, die das Gewicht als normal einstufen würde, könnte ein Gesundheitsrisiko bestehen, das aus dem Anteil des Körperfetts und der Verteilung dieses Fettes im Körper resultiert.

Folgender Film macht deutlich, warum das Bauchfett so gefährlich ist:

Deshalb ist die Berechnung des Verhältnisses von Taille und Hüfte optimaler.

Bei Männern sollte das Verhältnis gleich oder weniger als 0,95 sein und bei Frauen gleich oder weniger als 0,88.

Gewichtsverlust erreicht man, wenn man weniger Kalorien zu sich nimmt, als man tatsächlich benötigt und sich genügend Bewegung verschafft. Nur bei Muskelaufbau sind die Muskeln in der Lage, Fett zu verbrennen.

Die richtige Ernährung spielt eine sehr große Rolle beim Abnehmen aber auch beim Verhindern von Übergewicht. Wie machen wir es den Kindern vor? Welche Nahrungsmittel kommen am häufigsten auf den Tisch? Trinken wir genügend stilles Wasser?

In Deutschland hat jeder Zweite bereits Übergewicht.

Schlimm ist das Problem bei Kindern und Jugendlichen, weil dort die Gefahren, einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln genauso lauern wie bei Erwachsenen.

Diabetes Typ 2 und Schwangerschaft

Diabetes Typ 2 oder den veralteten Ausdruck „Alterszucker“ findet man längst nicht mehr nur bei älteren Menschen vor.

Immer mehr jüngere Frauen mit Insulinresistenz, bedingt durch Übergewicht haben einen leichten Diabetes, der oft als harmlos abgetan wird. Die herkömmliche  Meinung,  der nur mit Tabletten behandelt Diabetes Typ 2 sei  nicht „so schlimm“ wie der insulinpflichtige Diabetes Typ 1, hört man leider noch all zu oft. Bei einer Schwangerschaft kann das allerdings umso gravierendere Folgen für das Baby haben.

Frauen mit Diabetes Typ 2  sollten die Schwangerschaft ebenso wie beim Typ 1-Diabetes sorgfältig planen und Gynäkologe wie auch Diabetologe müssen Hand in Hand arbeiten.Wie

Diabetes Typ 2 muss in der Schwangerschaft gut überwacht werden

auch beim Typ 1-Diabetes gilt, dass eine gute Vorbereitung auf die Schwangerschaft das Risiko für Komplikationen senkt.

Da der Diabetes Typ 2   oft verharmlost wird, sollte auf jeden Fall der HbA1c-Wert weit vor der Empfängnis unter 6,5 Prozent  bzw. unter 48 mmol/mol liegen. Übergewichtigen Frauen, deren Eltern oder Geschwister Typ-2-Diabetes haben, sollten  vor der Schwangerschaft eventuell sogar  einen Zuckerbelastungstest machen, einen sogenannten Glukosetoleranztest (oGGT), um sicher zu sein, dass kein unerkannter Diabetes vorliegt oder um in der Schwangerschaft auf einen sich entwickelnden Schwangerschaftsdiabetes gefasst zu sein. Dieser verschwindet nach der Geburt wieder, muss aber auf jeden Fall immer mit Insulin behandelt werden.

Während der Schwangerschaft müssen die Blutzuckerwerte

schwanger
schwanger

engmaschig kontrolliert werden. Der Gynäkologe beobachtet die Entwicklung des Kindes. Wächst das Kind zu schnell, liegt das meist an den erhöhten Blutzuckerwerten der Mutter. Die Werte müssen dann sofort verbessert werden.

Das war einer der Gründe, warum man früher den Diabetikerinnen vor der intensiven Blutzuckereinstellung von einer Schwangerschaft abgeraten hatte, weil die Kinder wegen erhöhter Blutzuckerwerte der Mutter zu schnell wuchsen und zu früh unreif geboren wurden. Die Bauchspeicheldrüse der Kinder produzierte selbständig Insulin, weil die Mutter den erhöhten Blutzucker über die Nabelschnur zum Kind weitergegeben hatte.

Diese Zeiten sind zum Glück dank engmaschiger Blutzucker-Kontrollen vorbei.

Wenn die Schwangere mit Diabetes Typ 2 auf Tabletten eingestellt ist, wird man überlegen, vor der Schwangerschaft auf Insulin umzustellen. Wie auch alle anderen Medikamente können Tabletten dem Baby schaden. Der Insulinbedarf wird im zweiten Schwangerschaftsdrittel  drastisch ansteigen, was mit Tabletten nicht zu behandeln ist.

Zu anfangs wird es oft genügen, ein lang wirkendes Insulin vor dem Schlafengehen zu spritzen. Später wird oft zusätzlich zum Essen ein kurz wirkendes Insulin nötig sein. Vor allem morgens brauchen Schwangere mit Diabetes Typ 2 sehr viel Insulin. Damit die Blutzuckerwerte nach dem Essen nicht zu stark ansteigen, ist es ratsam, nur wenig Lebensmittel mit schnell wirkenden Kohlenhydraten zu essen. Vollkornbrot eignet sich besser anstatt Weißbrot und Kartoffeln sind dem  Kartoffelbrei vorzuziehen. Manchmal sind viele kleine Mahlzeiten mit wenigen Kohlenhydraten besser als eine große Mahlzeit.

Ansonsten sind alle typischen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft genauso durchzuführen wie bei stoffwechselgesunden Frauen. Die engmaschigen Blutzuckerkontrollen sind in der Regel kein Problem, weil die Schwangere hochmotiviert ist und ein gesundes Kind auf die Welt bringen will.

Während der Schwangerschaft sollte die Frau auf Alkohol und Rauchen wie jede andere Frau verzichten.

Kohlenhydrate in Nahrungsmitteln

Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen und müssen daher berechnet werden.

Als insulinpflichtiger Diabetiker muss man auf seine Kohlenhydrate achten. Unter dem Begriff „Kohlenhydrate“ fasst man Stärke und Zuckerstoffe zusammen. Stärke besteht aus vielen aneinanderhängenden Traubenzuckerbausteinen. Traubenzucker ist der Baustein, der sofort ins Blut übergeht, der ist besonders wichtig bei einer Unterzuckerung, denn dann soll der niedrige Blutzucker sofort wieder ansteigen.

Es gibt kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel, nach denen der Blutzucker nicht oder kaum ansteigt und nach denen er deutlich ansteigt. Je mehr Fett und Eiweiß und Ballaststoffe ein Nahrungsmittel enthält, umso langsamer werden die Zuckerstoffe vom Darm ins Blut resorbiert. Man spricht auch vom glykämischen Index. Er gibt an, in welchem Ausmaß die Nahrungsmittel den Blutglukosespiegel ansteigen lassen.

Gerade beim Diabetes Typ 2 können Mahlzeiten mit vielen Kohlenhydraten, also mit einem hohen glykämischen Index die Insulinresistenz begünstigen, da es ganz oft im Vorfeld eine Phase der vermehrten Insulinausschüttung gibt. Mahlzeiten mit  hohem glykämischen Index lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen, was eine erhöhte Insulinausschüttung bewirkt.

Reiner Traubenzucker entspricht 100% und gilt als Berechnungsgrundlage, um die anderen Kohlenhydrate zum Vergleich  berechnen zu können, wie ihre Wirksamkeit beim Blutzuckeranstieg sich bemerkbar macht. Ganz einfach ausgedrückt kann man sich merken, dass Obst und Milchprodukte langsamer den Blutglukosespiegel ansteigen lassen als Brot, Kartoffeln und Reis.

90% – 100%:

  • Malzzucker, Honig, Instantreis, Kartoffelpüree, Cornflakes, Cola

    Kohlenhydrate aus Fruchtzucker
    Kohlenhydrate in Obst

50% – 90% :

  • Graubrot, Weißbrot, Knäckebrot, Kräcker,
  • Milchreis, Fertigmüsli, Puddingpulver, Salzkartoffeln
  • Biskuit, Plätzchen, Sandkuchen, Weizenmehl,
  • Bier, ungesüßte Obstsäfte
  • Haferflocken, Haushaltszucker,
  • Pumpernickel, Vollkornbrot

30% – 50%:

  • Milch, Joghurt, Obst, Nudeln, Eiscreme, Schokolade

Gemüse enthalten – außer Kartoffeln und Zuckermais – Kohlenhydrate, die insulinunabhängig verstoffwechselt werden. Sie müssen nicht berechnet werden, wenn sie in normalen Portionsgrößen verzehrt werden. Nüsse müssen auch nicht berechnet werden, obwohl sie Kohlenhydrate enthalten. Der Blutzucker steigt nur unerheblich an, weil sie wegen des hohen Fettgehalts nur langsam verdaut werden.

Aber Vorsicht: sie enthalten sehr viel Kalorien.