Diabetes und Heilung

Diabetes und seine endgültige Heilung – ein Wunsch, wovon jeder Diabetiker träumt.

Und ich meine hier die kleine Minderheit von Typ1 Diabetikern, die an der Autoimmunerkrankung leiden. Bei einer Autoimmunerkrankung zerstören die eigenen Abwehrzellen des Immunsystems körpereigene Zellen, in diesem Fall werden die Beta Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, die für die Insulinproduktion zuständig sind. Der Körper erkennt die eigenen Zellen als „Fremdkörper“ und geht dagegen an. Ein normaler Vorgang unseres Immunsystems, hier allerdings fehlgesteuert.

Dieser Prozess verläuft anfangs langsam und obwohl der Blutzuckerspiegel noch normal ist, könnte man jetzt schon Antikörper im Blut nachweisen. Je mehr Zellen zerstört wurden, umso höher steigt der Zuckerspiegel im Blut an, weil weniger Insulin produziert werden kann.

Bisher ging man davon aus, dass bei Manifestation des Diabetes mellitus Typ 1 über 80% der Beta Zellen zerstört sein müssen. Ich kann mir vorstellen, da es sich beim Insulin um ein Hormon handelt, dass schon bei einer kleinsten Abweichung der Insulinproduktion der Diabetes klinisch wird.

Über die Auslösemechanismen wird immer noch spekuliert. Medikamentöse Behandlungen, die das Immunsystem beeinflussen können Auslöser sein, aber auch Virusinfektionen kommen infrage wie Masern, Röteln, Mumps sowie Infektionen mit Coxsackie-Viren.

Zuletzt konnte man Berichte lesen, dass Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, ein doppeltes Risiko haben, an Diabetes zu erkranken, weil die Zusammensetzung der kindlichen Darmflora verändert ist. Das würde die fehlerhafte Reaktion des Immunsystems beeinflussen.

In Deutschland leben zurzeit 6 Millionen Menschen mit Diabetes, was einer Häufigkeit von 7,3% entspricht.

Wenn man allerdings von einer 50%igen Dunkelziffer ausgeht der noch nicht diagnostizierten Diabetesfälle, schätzt man die Zahl auf über 10 Millionen. Experten vermuten, dass sich in den nächsten zehn Jahren die Anzahl der Diabetiker noch einmal verdoppeln wird. Der Anteil der Typ 1 Diabetiker ist dabei mit 250.000 nur ca. fünf Prozent hoch.

Ein sicheres Geschäft für alle, die direkt oder indirekt mit dem Diabetes Geld verdienen. Wundert es daher, dass zwar über Jahrzehnt von Heilung geredet wird, aber eigentlich nur die betroffenen Patienten was davon hätten? Manchmal kommt es so vor, als werfe man uns in bestimmten Abständen einige „Hoffnungsschimmer“ in die öffentliche Presse, damit wir das Gefühl behalten, es wird tatsächlich was für die Heilung getan, denn Geld wird genügend dafür ausgegeben. Aber man bekommt auch den Eindruck, man drehe sich im Kreis, denn die Schlagzeilen wiederholen sich.

Mit Diabetes wird Geld verdient

Seit Jahren liest man:

Einiges klingt interessant, doch bei vielen Versuchen ist man ist über die Mäuseversuche noch nicht hinausgekommen, bei einigen Therapien müssten ein Leben lang Immunsuppressiva eingenommen werden, damit eine neue Abstoßung nicht stattfindet. Na da bleib ich doch lieber beim Insulin. Was nützen neue Beta Zellen oder umfunktionierte Darmzellen, wenn die eigene Immunabwehr sie erneut zerstören wird?

Da im Laufe der Diabetes-Jahre viele Patienten noch zusätzliche Autoimmunerkrankungen entwickeln, wären diese Erkrankungen mit Sicherheit auch gleich behandelt.

Die Behandlung klingt sehr logisch und jeder Diabetiker sollte sich im eigenen Interesse mit dieser Behandlungsmethode auseinandersetzten. Da man als Patient bei jeder Behandlung eine Einverständniserklärung unterschreiben muss, liegt die Verantwortung  bei jedem selber. Panikmache ist völlig unbegründet. Oder hat man schon mal über Warnungen vor einer Chemotherapie gelesen? Und da gibt es oft  nicht einmal langfristige Überlebenschancen sondern nur eine Hoffnung, den Krebs zu besiegen. Man willigt ein, weil es keine andere Alternative gibt.

 

Es war einmal vor 90 Jahren….

90 Jahre sind es nun her, dass Frederick Banting das Insulin entdeckte. Es waren einige Misserfolge nötig, um das heutige Ergebnis zu erreichen.

Banting wurde am 14.11.1891 in Alliston, in Ontario (Kanada) als jüngstes Kind von William Thompson Banting und dessen  Ehefrau Margaret Grant geboren und wuchs mit seinen vier Geschwistern als Farmersohn auf. Nach seiner Schulzeit studierte er zuerst Theologie, wechselte aber bald das Fach und schloss sein Studium zur Medizin  1916 ab. Vielleicht wäre er ein guter Theologe geworden, doch zum Segen aller Diabetiker heute war es eine sehr gute Entscheidung. Nach dem ersten Weltkrieg arbeitete er zuerst als Kinderarzt und 1922 als Dozent für Pharmakologie. Er machte seinen Medical Doctor (M.D.) an der Universität in Toronto.

Er interessierte sich sehr für Diabetes mellitus und zu dieser Zeit wusste man, dass der Diabetes mellitus  durch einen Mangel eines hormonellen Proteins verursacht wird, welches in der Bauchspeicheldrüse,  genauer in den Langerhansschen Inseln produziert wird. Erste Versuche das fehlende Insulin, das den Patienten fehlte,  durch den Verzehr von tierischen Bauspeicheldrüsen zu ersetzen, hatte fehlgeschlagen. Dieses Protein wurde  im Magen zerstört.  Das ist auch der Grund, warum Insulin gespritzt werden muss und nicht geschluckt werden kann.

Banting war fasziniert von der Idee, eine Möglichkeit zu finden, das Insulin zu isolieren, das den Blutzuckerspiegel regulieren sollte. Er sprach bei dem Physiologen John Macleod von der Universität Toronto vor. Dieser stellte ihm sein Labor, einige Versuchshunde und den 21-jährigen Studenten Charles H. Best als Assistenten zur Verfügung, weil er in Banting einen enthusiastischen Forscher erkannte.

In ihren ersten Versuchen hatte man  einem Hund die Bauchspeicheldrüse entfernt, diese Drüse zerkleinert und die Extrakte der Bauchspeicheldrüse einem anderen Hund ohne Bauchspeicheldrüse intravenös injiziert. Der Blutzucker sank  tatsächlich ab, doch die Tiere verstarben nach fünf Tagen. Als der Vorrat an Hunden zu Neige ging, hatte Banting die Idee, sich aus dem Schlachthaus die  Bauchspeicheldrüsen von Kalbsembryonen  zu holen und gewann aus ihnen das Extrakt.  Mit diesem Extrakt überlebte ein Versuchshund 70 Tage. Als Macleod die Tragweite dieser Experimente erkannte, beauftragte er den Chemiker James Collip mit der Herstellung eines gereinigten Extraktes.

Im Januar 1922 wurde ein schwer kranker Diabetiker mit diesem Extrakt behandelt.  Am 3. Mai 1922 wurden diese Forschungsergebnisse aus Kanada in Washington vorgestellt, ein  Heilmittel für Diabetes mellitus war entdeckt: das Insulin.

Am 10. Juli 1922 behandelte Frederick Banting nach anfänglichem Zögern auf das intensive Drängen der Eltern einen fünfjährigen Jungen, der zu diesem Zeitpunkt auf 12,5 kg abgemagert war: Theodor Ryder.

Theodor Ryder , der 1993 im Alter von 79 Jahren verstarb, war der weltweit erste Mensch mit 70 Jahren Diabetes-Dauer und der letzte Überlebende der ersten zwölf Diabetes Patienten, die von Banting und Best mit Insulin behandelt worden waren.