Magnesium und Diabetes

Magnesium ist der Baustoff für unsere Knochen und Zähne. Es steuert die Muskel- und Nervenfunktionen und ist am Aufbau von unzähligen Enzymen beteiligt, die den Energiestoffwechsel regeln.
Der Bedarf von Magnesium steigt jedoch bei Leistungssportlern und Menschen, die einer anstrengenden körperlichen Tätigkeit nachgehen, da durch die vermehrte Schweißproduktion große Mengen an Magnesium ausgeschwemmt werden, die ausgeglichen werden müssen.



Da bei Diabetikern bei schlechter Blutzuckereinstellung im Laufe der zeit auch mit Neuropathien zu rechnen ist, können erste Mangelsymptome von Magnesium übersehen werden. Durch die vermehrte Ausscheidung über die Nieren wegen des erhöhten Blutzuckers sollten sie auf eine ausreichende Zufuhr achten. Auch sind die natürlichen Quellen für Magnesium sehr kalorienreich, so dass als Diabetiker davon oft nicht viel verzehrt werden kann.



Der Gesamtbestand an Magnesium in unserm  menschlichen Körper beträgt etwa 25 g. Der größte körpereigene Magnesiumspeicher sind die Knochen, in denen sich etwa 60 % befindet. Knapp 40 % sind im Bindegewebe und in der Muskulatur enthalten. Im Blut ist nur lediglich 1 – 2 % des Körpermagnesiums gelöst. Daher ist ein Mangel über die Blutuntersuchung nur wenig aussagekräftig, da  der Körper eine zu geringe Versorgung über die Nahrung erst einmal über die Körperspeicher Muskeln und Knochen ausgleicht.

Der Bedarf an Magnesium liegt bei Erwachsenen bei 300 mg bis 500 mg für Kinder bis vier Jahren berechnet man 80 mg Magnesium und für Jugendliche werden 120 mg bis 300 mg empfohlen. Aber wie immer gibt es auch hier Ausnahmen, wo mehr benötigt wird:

  • Sportler benötigen mehr, weil sie über den Schweiß Magnesium verlieren
  • Diabetiker scheiden über den Urin vermehrt Magnesium aus
  • ältere Menschen, weil sie nicht genügend trinken (vielleicht zählen auch jüngere bereits dazu?)
  • wenn viel Alkohol getrunken wird ist der Bedarf auch höher
  • in der Schwangerschaft , um keine frühzeitigen Wehen auszulösen bedarf es auch mehr Magnesium

Eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung ist gar nicht so einfach, weil die Lebensmittel mit höherem Magnesiumgehalt nicht täglich auf unserer Speisekarte stehen.

Antioxidantienschutz
Magnesium bei Herz-Rhythmusstörungen

100 g entsprechen  Magnesiumgehalt:

  • Sonnenblumenkerne: 420 mg
  • Sesamsamen: 370 mg
  • Schokolade: 290 mg
  • Weizenkeime: 250 mg
  • Sojabohnen: 250 mg
  • Haferflocken: 140 mg

Ein Mangel an Magnesium äußert sich je nach Einsatz unterschiedlich. Magnesium ist auch verantwortlich bei der Übertragung von Nervenimpulsen, der Muskeltätigkeit und dem Knochenaufbau und spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, bei der Eiweißherstellung und der Zellerneuerung.

Und wie äußert sich ein Mangel an Magnesium?

  • Muskel- und Wadenkrämpfe
  • Nervosität, Unruhe
  • Schwindel und Konzentrationsschwäche
  • Herzjagen, Herzrhythmusstörungen
  • Magen-Darmprobleme  wie Durchfall, Erbrechen und Übelkeit
  • Heizhunger auf Schokolade

Magnesium und Calcium stehen bei der biologischen Verwertbarkeit in einer engen Wechselwirkung, so dass sie in einem Verhältnis von 2:1 vorkommen. Beide Mineralstoffe werden über das gleiche Transportsystem über den Darm ins Blut aufgenommen. Wenn über eine längere Zeit einseitig vermehrt nur Magnesium aufgenommen wird, so verschlechtert sich die Calciumaufnahme und umgekehrt, so dass eine Mineralstoffdysbalance entsteht.

 

Gesundheit aus der Flasche?

Gesundheit ist für jeden wichtig und viele sind bereit, was dafür zu tun.

Weil auch viele Menschen wissen, dass sie niemals die fünf Portionen Obst und Gemüse verzehren, die die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DDG) fordert, greifen sie  gerne zu sogenannten „Wellness-Getränken“. Aber die sind alles andere,  nur nicht gesund. Vielleicht eine Mogelpackung?

Obst ist gut für die Gesundheit

Man ist vom bunten Etikett geblendet, die alle leckeres Obst abgebildet haben und schon wird uns suggeriert, der Inhalt besteht aus reinen  gepressten Himbeeren oder leckeren Maracujas. Es wird reiner Fruchtgenuss versprochen. Wenn man allerdings genauer hinsieht, erkennt man, dass oft maximal 1%  bis 5% vom entsprechenden Obst enthalten ist.

Der Geschmack wir von Aromastoffen und Zitronensäure geliefert, die Haltbarkeit besorgen Konservierungsstoffe Kaliumsorbat, E 202 und Natriumbenzoat, E211. Zusätzlich kann man noch Säuerungsmittel und Farbstoffe finden, Stabilisatoren und ganz oft Zucker.

Wenn man nun ausrechnet, dass diese Inhaltstoffe angereichert mit Wasser im Wert nur einige Cent ausmachen, dann hat von diesem Gesundheitsgetränk auf jeden Fall der Hersteller etwas, weil er einen guten Gewinn gemacht hat.

Selbst wenn es sich um „Bio-Produkte“ handelt, wird man in die Irre geführt, denn wenn die Zuckerrüben biologisch angebaut wurden, darf sich das Produkt „Bio“ nennen. Zucker dient als Geschmacksträger.

Apropos Zucker: haben Sie schon mal beobachtet, wie viel Zucker in so einem kleinen Fläschchen vorhanden ist? Wenn auf der Nährwerttabelle der Flasche steht, dass in 100 ml 6,5 g Zucker enthalten sind, so bedeutet das, dass in einem Liter 65 Gramm Zucker vorkommen. Das sind 26 Stück Würfelzucker.

Kann man da von Gesundheit sprechen?

Mehr Tipps zur  Gesundheit finden Sie in unserm Buch „Die Optimale Gesundheit“

Zu viel Zucker belastet unnötig den Blutzuckerspiegel und fördert Übergewicht.

Bei Gesundheit greift man ganz oft auch zu Diät-Getränken, weil man sich kalorienbewusst ernähren will. Tatsächlich sind oft synthetische Süßstoffe enthalten, wenn es sich um einen „Diät“-Drink handelt.

Von Gesundheit kann man am nur mit absoluter Sicherheit ausgehen, wenn man sich sein Obst selber auspresst, und auch weiß, wo es herkommt und mit frischem Wasser verdünnt.

Kohlenhydrate in Nahrungsmitteln

Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen und müssen daher berechnet werden.

Als insulinpflichtiger Diabetiker muss man auf seine Kohlenhydrate achten. Unter dem Begriff „Kohlenhydrate“ fasst man Stärke und Zuckerstoffe zusammen. Stärke besteht aus vielen aneinanderhängenden Traubenzuckerbausteinen. Traubenzucker ist der Baustein, der sofort ins Blut übergeht, der ist besonders wichtig bei einer Unterzuckerung, denn dann soll der niedrige Blutzucker sofort wieder ansteigen.

Es gibt kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel, nach denen der Blutzucker nicht oder kaum ansteigt und nach denen er deutlich ansteigt. Je mehr Fett und Eiweiß und Ballaststoffe ein Nahrungsmittel enthält, umso langsamer werden die Zuckerstoffe vom Darm ins Blut resorbiert. Man spricht auch vom glykämischen Index. Er gibt an, in welchem Ausmaß die Nahrungsmittel den Blutglukosespiegel ansteigen lassen.

Gerade beim Diabetes Typ 2 können Mahlzeiten mit vielen Kohlenhydraten, also mit einem hohen glykämischen Index die Insulinresistenz begünstigen, da es ganz oft im Vorfeld eine Phase der vermehrten Insulinausschüttung gibt. Mahlzeiten mit  hohem glykämischen Index lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen, was eine erhöhte Insulinausschüttung bewirkt.

Reiner Traubenzucker entspricht 100% und gilt als Berechnungsgrundlage, um die anderen Kohlenhydrate zum Vergleich  berechnen zu können, wie ihre Wirksamkeit beim Blutzuckeranstieg sich bemerkbar macht. Ganz einfach ausgedrückt kann man sich merken, dass Obst und Milchprodukte langsamer den Blutglukosespiegel ansteigen lassen als Brot, Kartoffeln und Reis.

90% – 100%:

  • Malzzucker, Honig, Instantreis, Kartoffelpüree, Cornflakes, Cola

    Kohlenhydrate aus Fruchtzucker
    Kohlenhydrate in Obst

50% – 90% :

  • Graubrot, Weißbrot, Knäckebrot, Kräcker,
  • Milchreis, Fertigmüsli, Puddingpulver, Salzkartoffeln
  • Biskuit, Plätzchen, Sandkuchen, Weizenmehl,
  • Bier, ungesüßte Obstsäfte
  • Haferflocken, Haushaltszucker,
  • Pumpernickel, Vollkornbrot

30% – 50%:

  • Milch, Joghurt, Obst, Nudeln, Eiscreme, Schokolade

Gemüse enthalten – außer Kartoffeln und Zuckermais – Kohlenhydrate, die insulinunabhängig verstoffwechselt werden. Sie müssen nicht berechnet werden, wenn sie in normalen Portionsgrößen verzehrt werden. Nüsse müssen auch nicht berechnet werden, obwohl sie Kohlenhydrate enthalten. Der Blutzucker steigt nur unerheblich an, weil sie wegen des hohen Fettgehalts nur langsam verdaut werden.

Aber Vorsicht: sie enthalten sehr viel Kalorien.

Hypoglykämien bei Diabetes


Hypoglykämien, oder wie die Insider auch sagen „Hypos“ sind Unterzuckerungen. Das bedeutet, der Blutzuckerspiegel sinkt unter 50mg/dl. Mit Insidern sind die Diabetiker gemeint, denn gesunde Menschen neigen nicht zu Hypoglykämien. Da kann der Blutzuckerspiegel zwar niedrige Werte aufweisen, doch bei ihnen funktionieren die Regulationsmechanismen des Stoffwechsels. Der Körper ist in der Lage, den Blutzuckerspiegel auf einem bestimmten Niveau zu halten. Beim Diabetiker sind diese Regulationsmechanismen außer Kraft gesetzt,wie zum Beispiel das Freisetzen der Hormone, die den Blutzuckerspiegel wieder anheben, wie  das Glukagon (Gegenspieler vom Insulin) oder die Stresshormone Adrenalin, die Wachstumshormone und Kortison. Bei niedrigen Blutzuckerwerten stoppt die Bauchspeicheldrüse auch die Ausschüttung des Insulins aus den Betazellen, was ja beim Diabetiker, der sein Insulin injiziert hat, nicht möglich ist.

Es gibt zwar keine allgemeingültige Definition, die für alle Diabetiker zutrifft, doch es läuft oft ähnlich ab. Ob ab Blutzuckerwerten unter 60mg/dl oder erst ab unter 50mg/dl zusätzliche schnelle Kohlenhydrate zu sich genommen werden, muss jeder Diabetiker für sich festlegen.

Die Diabetiker verspüren Symptome wie

  • Zittern und Kaltschweißigkeit

  • Heißhunger, oft wird auch zu viel gegessen, wenn zu lange gewartet wird

  • innere Unruhe

  • Überaktivität, bei Kindern auch oft albernes Verhalten

  • Gedächtnisstörungen, es fallen einem einfache Dinge nicht mehr ein

  • Sprach-und Sehstörungen, man sieht Doppelbilder oder alles verschwommen

  • geistige Verlangsamung , plötzliche Müdigkeit

  • Aggressivität, man reagiert gereizt und überempfindlich

  • beschleunigter Pulsschlag (Tachykardie)

  • Desorientiertheit

  • Konzentrationsstörungen, Routineabläufe fallen einem schwer

Diese Symptome sind nicht immer gleichzeitig vorhanden und werden auch unterschiedlich wahrgenommen. Es kommt darauf an, ob der Blutzuckerspiegel rasch absinkt oder langsam. Wenn der Blutzuckerspiegel über längere  Zeit sehr hoch war, was oft bei Diabetes Typ 2 der Fall ist, bevor die Diagnose gestellt wurde, werden  diese Unterzuckerungs-Symptome auch schon bei normalen Blutzuckerwerten wahrgenommen. Dann ist es wichtig, dass die Einstellung zu optimalen Blutzuckerwerten langsam erfolgt. Der Körper hatte sich über längere Zeit bis hin zu Jahren an erhöhte Werte gewöhnt. Von Seiten der Patienten wird oft festgestellt, dass sie sich bei Blutzuckerwerten um die 200mg/dl wohler fühlen und schon bei 120 mg/dl anfangen typische Symptome zu entwickeln.

Bei Neugeborenen gelten niedrigere Werte für eine Hypoglykämie, da kann der Blutzucker bis auf 40mg/dl absinken und bei Frühgeburten sogar bis auf unter 30mg/dl.

Sollten nachts während des Schlafens Unterzuckerungen nicht wahrgenommen werden, so deuten verschieden Anzeichen auf eine Unterzuckerung hin wie durchgeschwitzte Kleidung, Kopfschmerzen am Morgen, Unausgeschlafen sein und Abgeschlagenheit. Man fühlt sich „wie gerädert“ und hat oft keine Erklärung dafür. Sollte das öfter vorkommen, ist es klug sich für einige Tage einen Wecker um 3:00 Uhr zu stellen und einen Blutzuckertest um diese Zeit zu  machen. Erfahrungsgemäß ist zu dieser Zeit der Blutzucker am niedrigsten, weil die Insulinempfindlichkeit dann am höchsten ist. In den Morgenstunden wird wieder mehr Insulin benötigt, daher ist dann mit einer Unterzuckerung seltener zu rechnen.

Ich denke, ich spreche für alle Diabetiker, das Unterzuckerungen nicht als angenehm empfunden werden. Je länger man seinen Diabetes hat, umso unangenehmer werden tiefe Unterzuckerungen wahrgenommen. Problematisch sind natürlich Unterzuckerungen, die in eine Bewusstlosigkeit enden. Es muss nicht extra daraufhin gewiesen werden, was passieren kann, wenn so etwas beim Auto fahren vorkommt oder beim Bedienen von elektrischen Geräten. Jeder Diabetiker wäre begeistert, wäre eine Heilung gefunden, um diese Symptome nicht mehr durchmachen zu müssen.

 


 

 

HbA1c


Beim HbA1c handelt es sich nicht um einen neuen Fußballverein oder um eine neue Basketballmannschaft.

Dieser Wert ist ein Bestimmungswert, wie viel Zucker sich in den letzten sechs bis acht Wochen an das Hämoglobin (Hb), den „roten Blutfarbstoff“ geheftet hat. Mit dem HbA1c-Wert kann also eine Aussage über die Qualität der Blutzuckereinstellung der letzten Wochen gesagt werden. Hämoglobin ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen, an ihn wird der Sauerstoff gebunden. Somit ist der Sauerstoff-Transport von der Lunge zu allen Organen möglich.

Auch bei gesunden Menschen befindet sich Zucker im Blut, er ist nur nicht so hoch wie bei Diabetikern. Bei gesunden Menschen sind ungefähr fünf Prozent der Hämoglobinteilchen „verzuckert“, also liegt der HbA1c-Wert bei 5%. Sind also mehr Hämoglobinmoleküle verzuckert, so bekommen auch die Gefäße in den Organen mehr Zucker ab, was zu Spätfolgen führen kann. Besonders betroffen sind natürlich alle kleinen Gefäße (Augen, Niere, Beine, Herz).

Da es unterschiedliche Verfahren gibt, den HbA1c-Wert zu bestimmen, sollte man nicht die Werte von Arzt zu Arzt vergleichen. Für den Diabetiker ist es wichtig, so nahe wie möglich an eine normoglykämische Blutzuckereinstellung hin zu kommen, dann liegt auch der HbA1c-Wert zwischen 5% und 6%. Je niedriger der Wert ist, umso mehr Hypoglykämien können auftreten, die mit unter sehr unangenehm sein können. Daher hat man als groben Richtwert festgelegt, er soll bei guter Einstellung unter 6,5% liegen. HbA1c-Werte über 7% sind auf jeden Fall verbesserungsbedürftig, weil sie Folgeschäden begünstigen.

Es macht keinen Sinn, wöchentlich den HbA1c-Wert zu kontrollieren, weil er von der Lebensdauer der roten Blutkörperchen abhängt, die sich alle 120 Tage erneuern. Allerdings ist das ein kontinuierlicher Prozess, so dass immer wieder neue Blutkörperchen neu dazu kommen und alte absterben. Bei sehr starken Blutzuckerschwankungen von hohen Werten bis hin zu Werten bei Unterzuckerungen kann auch ein guter HbA1c-Wert erreicht werden. Daher ist auch eine regelmäßige momentane Blutzuckerkontrolle sinnvoll.

Eiweiß im Urin – Nierenschädigung?


Jeder Diabetiker fürchtet sich vor den sogenannten Folgeschäden, die die Augen, die Nieren und die Herzkranzgefäße betreffen können. Daher sollte er regelmäßig beim Augenarzt seinen Augenhintergrund untersuchen lassen, die Füße auf Sensibilität überprüfen und den Urin auf eine  Eiweißausscheidung untersuchen lassen.

Normalerweise gelangen nur kleinste Eiweißteilchen (Albumine) in den Urin. Der Urin wird in den Nierenkörperchen aus dem Blut gefiltert. Von diesen Nierenkörperchen  sitzen Millionen in der Nierenrinde. Wenn Eiweiß (Protein) im Urin nachgewiesen wird, spricht man von einer Proteinurie.

Der Nachweis von Eiweiß im Urin, den man mittels eines Teststreifens nachweisen kann, hilft dabei eine diabetesbedingte Nierenschädigung im Frühstadium zu erkennen.

Für den Nachweis dieser kleinen Eiweißmengen sind spezielle Teststreifen als Schnelltest nötig. Es handelt sich dabei um Mengen von 20mg/l bis 200 mg/l. Bei Ausscheidungen von mehr als 30 mg/l spricht man von einer Mikroalbuminurie. Bei Ausscheidungen von mehr als 200 mg/l handelt es sich um eine Makroalbuminurie

Allerdings können Harnwegsinfekte die Werte vorübergehend erhöhen lassen. Daher ist eine Kontrolle nach einigen Wochen sinnvoll. Wenn zwei Tests im Abstand von zwei bis vier Wochen eine Eiweißkonzentration  über 20 mg/l ergeben, ist mit einem diabetischen Nierenschaden zu rechnen. Das Heimtückische daran ist, dass man davon nichts spürt. Daher ist dieser Früherkennungstest bei jeder HbA1c- Kontrolle sinnvoll.

Bei optimaler Blutzuckereinstellung kann man erreichen, dass die kleinen Gefäße an den Nieren, den Augen, den Beinen und am Herzen relativ spät einen Schaden erleiden. Ganz zu vermeiden ist es sicherlich nicht. Ich kenne keinen Diabetiker, der nicht irgendwann einmal höhere Blutzuckerwerte erreicht. Sei es wegen einer Hypoglykämie oder weil die Kohlenhydrate im  Essen außerhalb schwer einzuschätzen war oder letztendlich weil man den Bolus vergessen hat zu geben.

Daher wird für jeden eine Heilung sehnsüchtig erwartet.

Insulin, ein neuer Markt

War vor der Entdeckung des Insulins die Behandlung von Diabetes nur durch viel trinken und kohlenhydratreduziertem Essen möglich, so taten sich mit dem ersten Insulin neue Wege auf.

Permanenten Durst haben, Liter für Liter trinken und genauso viel wieder ausscheiden, das können nur die Diabetiker nachvollziehen, die diese Symptome vor ihrer Diabetes Diagnose selber erlebt haben. Man hat förmlich das Gefühl, auszutrocknen und der Mund klebt beim Sprechen zu, obwohl man die Flasche gerade erst abgesetzt hat. Man ist nicht in der Lage richtig zu reden.

Die ersten Insuline mussten mehrmals gespritzt werden, weil sie nur eine schwache Konzentration hatten, von U5 bis U20. Die wichtigste  Herausforderung anfangs war die bessere Reinigung. Um das Extrakt beim Menschen einsetzen zu können, waren noch viele Reinigungsprozesse notwendig. Seit Anfang Dezember war James Bertram Collip, ein erfahrener kanadischer Biochemiker von der Universität Alberta in Edmonton mit im Team, dessen Arbeit es war, sich um die Reinigung des Insulins zu  kümmern. Er war von Macleod dazu eingeladen worden.

Bei der ersten Veröffentlichung am 30. Dezember 1921 stellten Banting und Macleod die Erfolgserlebnisse mit den Hunden vor. Im Publikum war alles vertreten, was sich in der Welt der Stoffwechselerkrankungen  auskannte und auch führenden Investoren der Zuckerkrankheit. Im Publikum saß auch George H.A. Clowes, ein Forschungsdirektor der Firma Eli Lilly Company. Er erkannte das Potenzial der Forschung und fragte, ob seine Gesellschaft nicht mit den Connaught- Laboratorien, die bis dahin für die Reinigung des Insulins verantwortlich waren, gewerblich zusammenarbeiten könnte?

Wie heute bekannt ist, waren Eli Lilly Company und später die Firma Farbwerke Hoechst in Deutschland die ersten Firmen, die kommerziell Insulin für den Markt hergestellt haben.

1923 kam das erste Insulin in Deutschland mit dem Namen „Insulin Hoechst“ auf den Markt, was aus Kälber- und Rinder-Bauchspeicheldrüsen hergestellt worden war. (Ich kann mich da an eine Besichtigung der Produktionsstätte bei der Firma Hoechst erinnern. Die Verarbeitung der Pankreas hat furchtbar gestunken.) Für den Insulinbedarf eines Diabetikers  waren 50 Bauchspeicheldrüsen notwendig. Deshalb war auch immer die Befürchtung, nicht genügend Insulin herstellen zu können.

1936 entwickelte Hans Christian Hagedorn (1888-1971)  in Dänemark das erste Insulin mit Verzögerung, indem er an das Insulin den Eiweißstoff Protamin anlagerte, so dass das Insulin nun verzögert vom Körper aufgenommen wurde. Jetzt waren nur noch ein bis zwei Injektionen täglich notwendig. Das Insulin wurde NPH- Insulin (Neutrales-Protamin-Hagedorn) genannt. Später verfeinerte man das Verfahren, indem  Zinkionen hinzugefügt wurden.

Ich kann mich an diese Zeit sehr gut erinnern, doch die wenigen Injektionen waren nicht unbedingt ein Vorteil, wie man später sah, als man wieder zu mehrmaligen schnell wirkenden Injektionen überging. Man war gezwungen, nach der Insulinwirkung sein Essverhalten einzustellen. Ob man Hunger hatte oder nicht, wenn die größte Insulinwirkung im Blut war, musste man was essen.

1940 gelang es der Firma Hoechst nach langen Forschungen eine neue Art der Verzögerung herzustellen. Bis dahin waren die Verzögerungsinsuline eine Suspension, die vor dem Aufziehen gut gerollt werden mussten. Passierte das Mischen nicht ausreichend, so gab es Dosierungsungenauigkeiten. Hoechst entwickelte das erste Surfen-Insulin, eine klare Lösung als Depotinsulin.

1955 beschrieb Frederick Sanger (1918-1982) den chemischen Aufbau  des Insulins, die Voraussetzung für die Entwicklung des synthetischen Insulins. Er bekam dafür 1958 den Chemienobelpreis.

1963 gelang dann die Insulinsynthese. In den 80er Jahren entwickelte sich das erste Humaninsulin, 1996 kam das erste kurz wirkende Insulin Lispro auf den Markt und 2000 wurde das erste langwirkende Insulin Analogon eingeführt.

Ich persönlich kenne aus eigener Erfahrung die Therapie mit einer Injektion Komb-Insulin, wo man gegen Ende der Insulinwirkung keine Kohlenhydrate mehr zu sich nahm,  die Zwei-Spritzen-Therapie, die später in die Intensivierte Spritzentherapie (ICT) überging bis hin zur Pumpentherapie (CSII). Es wurde immer mehr verfeinert und mit jeder Injektion gewann man ein Stück mehr Lebensqualität und Freiheit wieder. Das war zu Anfang nicht ganz einleuchtend, wo man versucht hatte, den Patienten mit nur wenigen Stichen belasten zu wollen. Aber auch die Kanülen wurden im Laufe der Jahre feiner und schmerzfreier.

Es ist verständlich, dass schon damals die Firma Lilly das riesige Potential erkannt hat. Was wäre gewesen, wenn die ganze Konzentration nicht nur auf die Entwicklung von besseren Insulinarten gerichtet wesen wäre?

Banting hatte festgestellt, dass die Zellen, aus denen man das Extrakt für die Behandlung der Zuckerkrankheit gewonnen hatte, nach wochenlangem Abbinden viel intakter waren als der Rest der Bauchspeicheldrüse. Er vermutete, dass diese Zellen einen eigenen Schutz hatten. Hätte man an dieser Stelle weitergeforscht, wäre vielleicht schon früher aufgefallen, dass sich die Zellen erneuern können, was zuletzt von der JDRF veröffentlicht wurde, was aber scheinbar Prof. Ulrich von Arnim während  seiner Forschungen schon festgestellt hatte und daraus eine Therapie abgeleitet hat.