Diabetes -schlimm oder nur leicht?

Diabetes ist inzwischen zu einer Zivilisationskrankheit geworden.

Diabetes wird in zwei große Gruppen eingeteilt: Typ 1 und Typ 2 Diabetes mit völlig verschiedenen Behandlungsmethoden.

Der Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung.

Bei Autoimmunerkrankungen besteht eine Fehlregulation des Immunsystems, und die Zellen des Immunsystems zerstören körpereigene Strukturen. Im Fall des Diabetes mellitus Typ 1 produzieren Zellen des Immunsystems spezielle Eiweiße, nämlich so genannte Antikörper, die dann im Zuge der Zeit die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstören, die für die Produktion des Insulins verantwortlich sind. Je mehr Beta-Zellen also zerstört sind, desto weniger Insulin kann produziert werden. Der Blutzuckerspiegel steigt langsam an.

Diabetes
In jedem Alter kann sich ein Diabetes entwickeln. Beim Typ 2 spielen Ernährung und Bewegung eine große Rolle

Die Entwicklung des Diabetes mellitus Typ 1 verläuft aber sehr langsam. Zu Beginn dieser Entwicklung ist der Blutzuckerspiegel noch normal, und der Patient verspürt keinerlei Beschwerden. Die Zerstörung der Beta-Zellen hat in dieser Phase aber bereits begonnen, obwohl es sich noch im Anfangsstadium befindet. Aber man könnte jetzt im Blut des Betroffenen bereits schon die gegen die Beta-Zellen gerichteten Antikörper nachweisen können.

Als Auslösemechanismen können verschiedene medikamentöse Behandlungen, die das Immunsystem beeinflussen, fungieren. Man vermutet stark, dass Impfungen so ein Auslösemechanismus sind. 🙁

Auch verschiedene Virusinfektionen kommen infrage, z.B. Masern, Mumps und Röteln sowie Infektionen mit Coxsackie-Viren.
Hier ist mit Ernährung alleine nichts zu erreichen, es muss immer Insulin gespritzt werden.

Beim Typ 2 Diabetes, früher auch als Altersdiabetes bekannt, gelten ganz andere Entstehungskriterien. Leider sind von dieser Art Diabetes inzwischen auch sehr viele Kinder betroffen.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist in den letzten 20 Jahren weltweit eine Epidemie des Typ2 Diabetes aufgetreten. Laut Dr. Duke Johnson in seinem Buch „Die Optimale Gesundheit“ sind die finanziellen Kosten dafür atemberaubend hoch. Darum ist es sinnvoll, viele Zusammenhänge zu verstehen, um diese Krankheit einzudämmen. Man kann selber sehr viel tun, um den Ausbruch von Typ2 Diabetes zu verhindern.

Bei Diabetes Typ 2 handelt es sich meistens um eine Insulinresistenz verbunden mit Übergewicht und Bewegungsmangel.

Bei diesen Diabetikern hat das Insulin seine Fähigkeit verloren, die Glukose in die Zellen zu transportieren.

Man muss sich das so vorstellen, dass an den Zellen Rezeptoren sitzen, die die Glukose in die Zelle hineinlässt, so wie ein Schlüssel. Und wenn der Schlüssel nicht passt, geht die Tür nicht auf. Der Körper produziert immer mehr Insulin, weil der Zucker im Blut ansteigt, doch die Türen bleiben verschlossen. Durch den erhöhten Insulinspiegel im Blut kann kein Fett verbrannt werden, der Hunger steigt an, es wird mehr gegessen, was wiederum die Insulinproduktion anregt. Ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer herauskommt.

Hier ist mit mehr Bewegung und einer Ernährungsumstellung viel zu erreichen und oftmals liest man dann auch Schlagzeilen wie „Von seinem Diabetes geheilt…“ oder „…kann auf seine Insulinspritze verzichten…“

Für die gefürchteten Folgeschäden ist es allerdings völlig egal, ob man an einem Typ 1 oder Typ 2 Diabetes erkrankt ist. Das Ziel ist immer eine gute normoglykämische Stoffwechseleinstellung, auch wenn viele Insulininjektionen nötig sind oder nur durch Ernährung der Blutzucker im Normalbereich gehalten wird. 😉

Diabetes Forschungszentrum erhält 20 Millionen Euro

Diabetes ist eine Volkskrankheit, an der inzwischen Millionen von Menschen leiden, auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind betroffen.

Im Jahre 1921 entdeckten Frederick Banting und Charles Best das Insulin. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Typ 1 Diabetiker zum Tode verurteilt. Frederick Banting war besessen von der Idee, ein Heilmittel gegen die damals tödlich verlaufende Krankheit Diabetes zu finden. Er hatte als Jugendlicher miterleben müssen, wie eine Schulfreundin am nicht behandelbaren Diabetes sterben musste. Und nur seiner Hartnäckigkeit haben es die heutigen insulinpflichtigen Diabetiker zu verdanken, dass sie seit damals nicht mehr sterben müssen.

Was für eine Errungenschaft, wenn man bedenkt, mit welchen primitiven Mitteln und zu welcher Zeit den beiden Forschern dieser Erfolg geglückt ist. Und was passiert heute, wo die Möglichkeiten viel mehr und besser geworden sind?

Der Diabetes ist seit dieser Zeit aber nicht weniger geworden. Millionen werden für Forschung ausgegeben ob in Richtung Stammzellenforschung oder Therapieoptimierung.

Jeder Mensch, bei dem irgendwann die Diagnose Diabetes Typ 1 diagnostiziert wird, bekommt auch sofort mit auf den Weg, dass er ein Leben lang vom Insulin abhängig ist. Am besten findet man sich damit ab, denn heilbar ist der Diabetes nicht. „Mit viel Disziplin und Akzeptanz dieser chronischen Krankheit kann man ein fast normales Leben führen“ kann man immer wieder lesen und hören. „Ich komme sehr gut zurecht mit meinem Diabetes“ liest man in Foren, wo sich die Diabetiker gegenseitig die besten Tipps geben, wie man was am besten bewerkstelligt.

Ich bin gestern in einem Forum über eine interessante These gestolpert. Diese Dame hatte scheinbar den gleichen Gedanken, der auch mir immer wieder durch den Kopf geht.

Will man überhaupt eine Heilung  oder ist eine Optimierung der Therapie viel effektiver für die Industrie?

Im Video spricht auch Matthias Steiner, Olympiasieger 2008 im Gewichtheben  und selber Diabetiker, dass eine kontinuierliche Blutzuckermessung eventuell über eine App am Handy abzulesen, sein großer Traum sei. Das vermarktet sich natürlich super, denn Matthias Steiner tritt auch bei Veranstaltungen für die Firma Accu Chek auf.

Ich glaube, dass eine Heilung vom Diabetes ein viel größerer Traum ist, man aber nicht darüber nachdenkt, weil man sonst irre wird.

Wir als die Patienten können nur abwarten und werden immer mal wieder mit einem Hoffnungsschimmer abgespeist, indem wir irgendwelche Fortschritte von Studien lesen oder Veröffentlichungen über regenerierbare Betazellen von der JDRF. Seit dieser Veröffentlichung muss jedem klar sein, dass Heilung möglich ist, wenn sich die Zellen regenerieren können. Jetzt geht es darum den Prozess der ständigen erneuten Selbstzerstörung aufzuhalten.

 

 

 

Betazellen sind irreversibel zerstört?

Betazellen sollen bei Manifestation von Diabetes Typ 1 irreversibel zerstört sein, das bedeutet dieser Prozess ist „nichtumkehrbar“.

Betazellen sind zu 80% in der Bauchspeicheldrüse irreversibel zerstört und man muss ein Leben lang Insulin spritzen. So kennt es jeder Diabetiker, dem man irgendwann mal die Diagnose „Diabetes mellitus Typ 1“ mitgeteilt hat.

Das scheint ja nun nicht mehr die Tatsache zu sein, denn bereits die JDRF berichtete im letzten Jahr über die Entdeckung, dass sich die Betazellen erneuern können, also nicht irreversibel zerstört sind.

Auch Frau Dr. Denise Faustman vom bekannten Massachusetts General Hospital gab darüber ein Interview und berichtete von der Erneuerung der Betazellen, was natürlich völlig neue Behandlungsmethoden und Heilungschancen erahnen lässt.

Aber wie das so mit einem alteingeführten Dogma ist, es ist gar nicht so einfach, es  umzuhauen.  Das erfordert Umdenken und viele Leitlinien und Lehrbücher müssen umgeschrieben werden.

„Unter einem Dogma (altgr. δόγμα, dógma, „Meinung, Lehrsatz; Beschluss, Verordnung“) versteht man eine fest stehende Definition oder eine grundlegende (Lehr-)Meinung, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich gilt.“ so ist die Aussage laut Wikipedia.

Und bevor so ein als unumstößlich geltender Wahrheitsanspruch zu Boden geht, muss das Gegenteil bewiesen werden.

Und bis so Fachlektüren umgeschrieben werden und aus dem Verkehr gezogen werden, vergehen noch einmal einige Jahre. Es ist manchmal ganz schön frustrierend, was man so in „Fachlektüren“ zu lesen bekommt oder auf Fachtagungen an Prospektmaterial verteilt wird. Da findet man immer noch Gewichtsberechnungen nach dem Broca-Index, wenn es um das Idealgewicht geht, obwohl schon längst der Body-Mass-Index BMI bereits durch das Taille-Hüft-Verhältnis, dem THV oder im Englischen sagt man auch Waist-hip ratio oder Waist-to-hip ratio (WHR) abgelöst wurde.

Nun das ist nicht das größte Problem, denn die meisten richten sich eh nach ihrem Wohlfühlgewicht, wenn sie an ihr Körpergewicht denken und kümmern sich wenig darum, wie dieses Gewicht berechnet wird.

Anders sieht es bei der Diabetikerschulung aus.

War es zu Anfang der 90er Jahre noch verboten, Diabetikern den Zucker in reiner Form zu erlauben, so lernen heute die Diabetiker mit Diabetes Typ 2, dass bis zu zehn Prozent der täglich benötigten Kalorienmenge aus Zucker stammen darf. Über den Tag verteilt entspricht das bei 2.000 Kilokalorien 50 Gramm Zucker. Ziel bei Diabetes Typ 2 ist,  Gewicht  zu verlieren und auf die Kalorien zu achten. Deshalb ist es auch gut, dass die sogenannten Diabetikerprodukte aus den Läden verschwinden. Eine Diätschokolade enthält ähnlich viel Fett und Kalorien wie eine normale Schokolade, ist allerdings doppelt so teuer.

Aber was findet man im Internet, wenn ein frisch diagnostizierter  Diabetiker beginnt bei Google zu suchen? Hat er jemals vorher von Betazellen gehört?

„Wer jedoch an Diabetes Typ 1 erkrankt ist, wird sein ganzes Leben auf Fremdinsulin angewiesen sein.“ 

gelesen bei


Bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft, der wohl größte Organisation mit 8000 Mitgliedern findet man folgende Zeilen, die sie über sich selbst schreibt:

Betazellen sind beim Diabetes Typ 1 zu 80% irreversibel zerstört

„Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) gehört mit ihren 8000 Mitgliedern zu den großen medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland. 

Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien.

Ziel ist eine noch wirkungsvollere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der Millionen von Menschen in Deutschland betroffen sind.“

Und vom 25.10.2011 in ihren Leitlinien ist der Diabetes Typ 1 folgendermaßen definiert:

 „Diabetes mellitus Typ-1 kennzeichnet ein „absoluter Insulinmangel“. Denn bei dieser Autoimmunerkrankung gehen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zugrunde. Dem Körper fehlt dadurch das lebenswichtige blutzuckersenkende Hormon Insulin, so dass der Patient es sich lebenslang spritzen muss.“

Eine so große kompetente Gesellschaft mit derartigen Zielen wird wohl als erste darauf reagieren, wenn ganz offiziell bekannt ist, dass sich die Betazellen erneuern können, denn das bietet völlig neue Behandlungsmethoden.