Eisenmangel oft unentdeckt

Eisenmangel wird oft nicht sofort entdeckt.

In Deutschland haben rund 14 % der Männer und 56 % der Frauen einen Eisenmangel

Eisen zählt zu den essentiellen Spurenelementen und wir sollten 10 mg bis 15 mg täglich über die Nahrung aufnehmen. Aber bitte keine rostigen Nägel essen. Die wichtigsten Eisenlieferanten sind für uns zu

  • 30% aus Fleisch: besonders Kalbs- und Rindleber
  • 20% aus Sojabohnen: Sojamehl, Hirse
  • 15% aus Fisch: besonders reich sind Austern
  • 10% aus Getreide: Haferflocken, Roggen
  • 10% aus Gemüse: weiße Bohnen, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse

abzudecken. Beim Betrachten der Nahrungsmittel wird deutlich, warum ein Eisenmangel durchaus vorhanden sein kann, denn diese Zutaten sind nicht täglich auf unserm Teller. Besonders gefährdet sind Vegetarier.

In Verbindung mit Vitamin C kann die Eisenresorption optimiert werden.

Bei einem Eisenmangel sollte daher immer auch zuerst an eine ausreichende Vitamin C Zufuhr gedacht werden.

Über die Ernährung wird das Häm-Eisen, was an Hämoglobin gebunden ist, aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen und das Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Eisen ist verantwortlich für den Sauerstofftransport, die Atmung, die Zellteilung und für die Energiegewinnung. Zu 70% befindet sich das Eisen im roten Blutfarbstoff, dem Hämoglobin.

Das Hämoglobin wird zur Bildung von neuen Erythrozyten (rote Blutkörperchen) benötigt, die für den Sauerstofftransport von der Lunge zu

Eisenmangel kann durch Blutabnahme festgestellt werden
Eisenmangel

den Zellen dienen. In den Zellen werden die Fette und Kohlenhydrate abgebaut, um somit für die Energiebereitstellung zu sorgen.

Eine zusätzliche Aufgabe des Eisens kommt ihm als Bestandteil des roten Muskelfarbstoffs, dem Myoglobin zu. Der befindet sich im Herzmuskel und in den Skelettmuskelzellen und sorgt hier für den Sauerstofftransport. Daher benötigen Sportler auch eine größere Menge an Eisen, um keinen Eisenmangel zu erleiden.

Andere Ursachen für Eisenmangel:

  • unzureichende Zufuhr über die Nahrung (Diäten)
  • hohe Eisenverluste durch Blutungen (Menstruation, Blutspenden)
  • Störungen bei der Eisenresorption durch Gerbstoffe (Tee, Kaffee), Phytinsäure, Phosphate
  • erhöhter Bedarf in Schwangerschaft, Stillzeit und Wachstumsphasen
  • blutende Magengeschwüre, Darmkrebs
  • Nierenerkrankungen
  • Schwermetallvergiftungen (Blei, Cadmium)

Eisenmangel kann man nicht immer sofort erkennen, weil die Symptome sich einschleichen und oft anders gedeutet werden und auch bei anderen Mangelzuständen vorhanden sind:

  • Hautblässe
  • brüchiges Haar
  • rasche Ermüdbarkeit ( auch bei Hypoglykämie, Hypotonie vorhanden)
  • Appetitlosigkeit (Kinder mit Ritalinbehandlung leiden auch an Appetitlosigkeit)
  • Störungen der Wärmeregulation
  • Kopfschmerzen, Wetterfühligkeit
  • Nervosität, Reizbarkeit
  • Störungen in der mentalen und motorischen Entwicklung des Kindes (nicht immer nur in Richtung ADHS denken, über Ernährung kann man viel ausgleichen)
  • Rillen in den Fingernägeln, löffelgeformte Nägel
  • Risse in Mundwinkeln (kann auch Vitamin B-Mangel sein)
  • Entzündungen und Infektanfälligkeit (auch bei Mangel von Aminosäuren und Vitamin C-Mangel vorhanden)
  • bei Sportlern rasche Bildung von Milchsäure in den Muskeln (Muskelkater)
  • in der Schwangerschaft oft niedrige Geburtsgewichte des Neugeborenen

 

 

Blutzuckerwerte müssen optimal sein

Blutzuckerwerte müssen immer optimal sein!

Blutzuckerwerte sollten wie bei einem Stoffwechselgesunden ausfallen, also zwischen 70 mg/dl und maximal 120 mg/dl liegen.

Blutzuckerwerte müssen ständig kontrolliert werden, um langfristig Folgeschäden an den Augen, den Nieren  und den Nerven zu verhindern.

In Westdeutschland werden die Blutzuckerwerte überwiegend in Angaben von Milligramm pro Deziliter (mg/dl) gemessen, die internationale Maßeinheit ist Millimol pro Liter (mmol/l), wie es auch in Ostdeutschland üblich ist. Um die Blutzuckerwerte miteinander vergleichen zu können, gibt es eine Umrechnungsformel.

Man multipliziert die Blutzuckerwerte in mg/dl mit 0,0555 und erhält die Blutzuckerwerte in mmol/l. Will man einen mmol/l Wert in mg/dl umrechnen, multipliziert man mmol/l mal 18,0182. Die Ergebnisse werden gerundet auf eine Stelle nach dem Komma.

Blutzuckerwerte von 115 mg/dl entsprechen also 6,3825 also 6,4 mmol/l

Egal mit welchen Maßeinheiten man vertraut ist, alle haben eins gemeinsam: man benötigt einen Tropfen Blut.

Zum Glück haben sich in den letzten Jahren die Mengen an Blut, die man für eine Messung benötigt, drastisch verringert. Auch die Stechmethoden wurden angenehmer. Denn wer als insulinpflichtiger Diabetiker vier- bis fünfmal am Tag seine Blutzuckerwerte ermitteln muss, um eine gute Diabetes Kontrolle zu haben, ist bemüht, seine Fingerkuppen zu schonen. Ganz oft lässt man Daumen und Zeigefinger aus, weil diese beiden Finger zum Greifen benötigt werden. Allerdings entstehen nicht mehr die typischen schmerzhaften Schwielen wie noch vor 30 Jahren.

Bevor die Blutzuckerwerte durch Selbstkontrolle ermittelt werden konnten, weil es die Messgeräte endlich gab, wurde beim Arzt mit Lanzetten Blut aus der Fingerbeere abgenommen und riesige Mengen (für heutige Verhältnisse) herausgequetscht und über einem Schlauch in ein Röhrchen gesaugt. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.

Blutzuckerwerte messenVor dem Messen sollte man darauf achten, dass die Finger sauber sind. Kleinste Mengen von Fruchtsaft, zum Beispiel von vorherigem Schälen eines Obststückes, können die Blutzuckerwerte verfälschen. Auch sollte eine entsprechende Lanzette oder Nadel verwendet werden, dass genügend Blut aus der Fingerkuppe kommt, damit die Finger nicht gequetscht werden müssen. Im Winter ist es von Vorteil, darauf zu achten, dass die Finger gut durchblutet also gewärmt sind. Die Lanzetten sollten regelmäßig gewechselt werden, es sind Einmal-Artikel. Die Praxis zeigt allerdings, dass viele Diabetiker ihre Lanzetten für mehrere Piks verwenden, natürlich ist das nicht im Sinne der Hersteller.

In letzter Zeit war auch zu lesen, dass Versuche unternommen wurden, den Zuckergehalt in der Tränenflüssigkeit zu bestimmen. Das Forscherteam um Mark E. Mayerhoff von der Universität Michigan setzte einen Glukose-Sensor bei Kaninchen ein. Man konnte zumindest feststellen, dass die Blutzuckerwerte mit den Zuckerwerten in den Tränen korrelierten.

Eine praktische Methode ist natürlich die CGM oder auch CGMS (Continuous Glucose Monitoring System), die kontinuierliche  Glukose-Messung. Dabei wird mit Hilfe eines Sensors in der Haut rund um die Uhr der Glukosegehalt im Zellzwischenwasser gemessen. Auch hier gibt es unterschiedliche Modelle. Der Freestyle Navigator misst jede Minute einen Blutzuckerwert und speichert ihn ab. An einem zusätzlichen Gerät können die Blutzuckerwerte abgelesen werden, Verläufe beobachtet werden und zur Therapieeinstellung für den Arzt auch ausgedruckt werden. Eine sinnvolle Sache für Menschen in besonderen Situationen, wie unter extremen Sportbedingungen oder in der Schwangerschaft oder bei kleinen Kindern, um rechtzeitig Unterzuckerungen zu erkennen. Hier können jetzt  nächtliche Unterzuckerungen erkannt werden, ohne die Kinder ständig piksen zu müssen.

Aber man kann es noch toppen. Blutzuckerwerte ohne Blut.

Das Gerät  heißt HG1c und kommt von der Firma C8 MediSensor  mit ihrem Sitz in Silicon Valley. Es bestimmt nichtinvasiv kontinuierlich die Blutzuckerwerte mithilfe von gepulstem Licht. Die Blutzuckerwerte werden  anschließend auf ein Smartphone übertragen.

Ebenso konnte man vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme lesen, dass sie an einem winzigen Chip arbeiten, der Messungen ohne Piks und digitale Auswertung vereinen wird.

Die Zeiten der Piks für eine gute Stoffwechsellage gehören auf jeden Fall der Vergangenheit an, um seine Blutzuckerwerte zu erhalten.

Was bedauerlich ist, dass man als Diabetiker wieder dafür kämpfen muss, dass diese Lebensqualitätsfördernden Mittel von der Krankenkasse übernommen werden.  

 Das neue eBook „Und Diabetes ist doch heilbar“ ist eine gute Lektüre, um mehr über Diabetes zu erfahren.