Diabetes und Nierenschäden

Bei Diabetes sind Nierenerkrankungen die zweithäufigste Folgeerkrankung. Das betrifft sowohl die Typ 1 als auch die Typ 2 Diabetiker.


Diabetes schädigt im Laufe der Zeit durch erhöhte Blutzuckerwerte die kleinen Gefäße. Wenn die kleinsten Gefäße betroffen sind, spricht man auch von einer Mikroangiopathie. Das kann natürlich nicht nur die Nieren betreffen, sondern auch die Gefäße am Auge und am Herzen.

Unserer Nieren haben in unserem Körper wichtige Funktionen zu leisten. Sie sind unser Entgiftungsorgan. Die Nieren entgiften unseren Körper von Abfallprodukten des Stoffwechsels. Das passiert, indem sie die Abfallprodukte aus dem Blut in den Harn filtern. Außerdem sind die Nieren für die Bilanzierung des Wasserhaushalts  zuständig, bilden Hormone für die Blutbildung und regulieren den Blutdruck. Diese Filtervorgänge finden in kleinen Knäueln aus Blutgefäßen statt, den Glomeruli, von denen wir rund eine Million haben. Die Glomeruli sind von einer Kapsel umgeben und bilden somit die  Nierenkörperchen. Die Wände der Nierenkörperchen sind normalerweise nur für Wasser, Harnstoff und Glukose durchlässig, Blutkörperchen und Bluteiweiß werden zurückgehalten.

 Beim  Diabetes ist daher eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion in Form eines Mikroalbumintests  äußerst wichtig, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Dieser Test ist ein Früherkennungstest und  kann als Nachweis eines diabetesbedingten Nierenschadens herangezogen werden. Dazu taucht man den Teststreifen in den ersten Morgenurin, wartet einige Sekunden ab und liest an der Skala die Farbe ab.

Diabetes Arzt
Bei Diabetes regelmäßig Mikroalbumintest durchführen lassen

Im Normalfall scheidet die Niere über 24 Stunden höchstens 20 Milligramm Albumin aus. Steigt der Wert auf 30mg bis 300 mg an, spricht man von einer Mikroalbuminurie. Bei mehr als 300 mg würde es sich um eine Makroalbuminurie handeln.


Albumin hat eine wichtige Aufgabe im Körper. Es bindet Wasser und kann somit verhindern, dass Blutflüssigkeit durch die Gefäßwände ins Gewebe sickert. Ein Albuminmangel kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe führen (Ödeme) und bewirken, dass der Blutdruck abfällt.

Um beim Diabetes von einer Nierenschädigung ausgehen zu können, müssen zwei aufeinander folgende Tests im Abstand von zwei bis vier Wochen positiv ausfallen, also mehr als 30 mg Albuminausscheidung anzeigen. Denn auch bei Fieber oder Harnwegsinfekten oder körperlich  anstrengendem Training  können vorübergehend Albumine im Urin ausgeschieden werden.

Neben einer optimalen Blutzuckereinstellung und einem Langzeit HbA1c von unter 6,0%, kann der Diabetiker selber noch vieles zur Vorbeugung tun. Um die Nieren zu schützen, sollte der Diabetiker auf gar keinen Fall rauchen. Nikotin fördert die Arterienverkalkung und kann dadurch auch die Nierenkörperchen schädigen.

Auch der Blutdruck sollte optimal eingestellt sein. Eine Hypertonie ist Gift für die Nieren. Wenn noch keine medikamentöse Blutdruckregelung notwendig ist, können Ausdauertraining wie Laufen oder Radfahren den leicht erhöhten Blutdruck senken, genauso wie das Vermeiden von Übergewicht.

Wenn beim Diabetes die Nieren unaufhörlich weiter geschädigt werden, versagen im schlimmsten Fall die Nieren ihren Dienst. Dann hilft nur noch die Dialyse oder eine Nierentransplantation.

Zurzeit sind in Deutschland rund 17.000 Patienten Diabetes bedingt an der Dialyse und jährlich kommen 2.000 neue Diabetiker dazu.

2 Gedanken zu „Diabetes und Nierenschäden“

  1. Ich glaube, dass vielen Diabetikern nicht bewusst ist, es liegt in ihrer eigenen Hand, was aus ihrer Gesundheit wird. Die Mentalität, „der Arzt soll mich mal gesund machen“ funktioniert beim Diabetes nicht.
    Deshalb warte ich auch auf einen HInweis von Ihrer Seite, wann dieser Professor mit der Heilung beginnen wird, den Sie öfter hier zitieren. Gibt es da schon konkrete Hinweise, Frau Spörer?

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