Diabetes Typ 2 und Schwangerschaft

Diabetes Typ 2 oder den veralteten Ausdruck „Alterszucker“ findet man längst nicht mehr nur bei älteren Menschen vor.

Immer mehr jüngere Frauen mit Insulinresistenz, bedingt durch Übergewicht haben einen leichten Diabetes, der oft als harmlos abgetan wird. Die herkömmliche  Meinung,  der nur mit Tabletten behandelt Diabetes Typ 2 sei  nicht „so schlimm“ wie der insulinpflichtige Diabetes Typ 1, hört man leider noch all zu oft. Bei einer Schwangerschaft kann das allerdings umso gravierendere Folgen für das Baby haben.

Frauen mit Diabetes Typ 2  sollten die Schwangerschaft ebenso wie beim Typ 1-Diabetes sorgfältig planen und Gynäkologe wie auch Diabetologe müssen Hand in Hand arbeiten.Wie

Diabetes Typ 2 muss in der Schwangerschaft gut überwacht werden

auch beim Typ 1-Diabetes gilt, dass eine gute Vorbereitung auf die Schwangerschaft das Risiko für Komplikationen senkt.

Da der Diabetes Typ 2   oft verharmlost wird, sollte auf jeden Fall der HbA1c-Wert weit vor der Empfängnis unter 6,5 Prozent  bzw. unter 48 mmol/mol liegen. Übergewichtigen Frauen, deren Eltern oder Geschwister Typ-2-Diabetes haben, sollten  vor der Schwangerschaft eventuell sogar  einen Zuckerbelastungstest machen, einen sogenannten Glukosetoleranztest (oGGT), um sicher zu sein, dass kein unerkannter Diabetes vorliegt oder um in der Schwangerschaft auf einen sich entwickelnden Schwangerschaftsdiabetes gefasst zu sein. Dieser verschwindet nach der Geburt wieder, muss aber auf jeden Fall immer mit Insulin behandelt werden.

Während der Schwangerschaft müssen die Blutzuckerwerte

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engmaschig kontrolliert werden. Der Gynäkologe beobachtet die Entwicklung des Kindes. Wächst das Kind zu schnell, liegt das meist an den erhöhten Blutzuckerwerten der Mutter. Die Werte müssen dann sofort verbessert werden.

Das war einer der Gründe, warum man früher den Diabetikerinnen vor der intensiven Blutzuckereinstellung von einer Schwangerschaft abgeraten hatte, weil die Kinder wegen erhöhter Blutzuckerwerte der Mutter zu schnell wuchsen und zu früh unreif geboren wurden. Die Bauchspeicheldrüse der Kinder produzierte selbständig Insulin, weil die Mutter den erhöhten Blutzucker über die Nabelschnur zum Kind weitergegeben hatte.

Diese Zeiten sind zum Glück dank engmaschiger Blutzucker-Kontrollen vorbei.

Wenn die Schwangere mit Diabetes Typ 2 auf Tabletten eingestellt ist, wird man überlegen, vor der Schwangerschaft auf Insulin umzustellen. Wie auch alle anderen Medikamente können Tabletten dem Baby schaden. Der Insulinbedarf wird im zweiten Schwangerschaftsdrittel  drastisch ansteigen, was mit Tabletten nicht zu behandeln ist.

Zu anfangs wird es oft genügen, ein lang wirkendes Insulin vor dem Schlafengehen zu spritzen. Später wird oft zusätzlich zum Essen ein kurz wirkendes Insulin nötig sein. Vor allem morgens brauchen Schwangere mit Diabetes Typ 2 sehr viel Insulin. Damit die Blutzuckerwerte nach dem Essen nicht zu stark ansteigen, ist es ratsam, nur wenig Lebensmittel mit schnell wirkenden Kohlenhydraten zu essen. Vollkornbrot eignet sich besser anstatt Weißbrot und Kartoffeln sind dem  Kartoffelbrei vorzuziehen. Manchmal sind viele kleine Mahlzeiten mit wenigen Kohlenhydraten besser als eine große Mahlzeit.

Ansonsten sind alle typischen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft genauso durchzuführen wie bei stoffwechselgesunden Frauen. Die engmaschigen Blutzuckerkontrollen sind in der Regel kein Problem, weil die Schwangere hochmotiviert ist und ein gesundes Kind auf die Welt bringen will.

Während der Schwangerschaft sollte die Frau auf Alkohol und Rauchen wie jede andere Frau verzichten.

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