Hyperglykämie – Überzuckerung

Aus den verschiedensten Gründen kann es zu einem Insulinmangel kommen und damit zu einem erhöhten Blutzuckeranstieg. Eines der Hauptgründe ist der unbekannte Diabetes mellitus Typ 1, der sich mit einer Hyperglykämie äußert. Aber auch bei einem bekannten, bereits eingestellten Diabetes Typ 1 kann es zu Therapiefehlern kommen, wie zum Beispiel das Versagen der Insulinpumpe, verstopften Kathetern, durch das Vergessen von Insulininjektionen oder bei starken Infekten oder gravierenden Stoffwechselveränderungen oder anderen zusätzlichen Krankheiten, die einen erhöhten Insulinbedarf benötigen.

Jeder geschulte Diabetiker sollte es nie dazu kommen lassen und durch häufige Blutzuckerkontrollen rechtzeitig gegensteuern können. Dauert der Zustand des Insulinmangels längere Zeit an und gerät der Stoffwechsel außer Kontrolle, stellt sich eine Übersäuerung (Ketoazidose) ein.

Anzeichen einer Ketoazidose, die man selber feststellen kann, sind:

  • der Blutzuckerspiegel ist über 250 mg/dl

  • Atem riecht säuerlich wie Apfelmost oder wie nach Azeton im Nagellack.

  • verstärkte tiefe Ausatmung: die Kussmaul-Atmung: der Körper versucht durch gesteigertes Ausatmen von chemisch saurem Kohlendioxid (CO2) die Übersäuerung zu kompensieren

  • verstärkter Durst, der im weiteren Verlauf als Folge der Übersäuerung zu einer Austrocknung führt

  • weiter kommt es zu vermehrtem Wasserlassen, weil die Glucose in reichlich Flüssigkeit gelöst über die Nieren ausgeschieden wird. Die Ketonkörper werden in Form von Salzen mit dem Urin ausgeschieden.

In der Klinik kann dann noch festgestellt werden, dass der ph-Wert des Blutes aus einer Vene unter 7,3 liegt und der Bikarbonatspiegel erniedrigt ist. Bikarbonat ist basisch und wird vermehrt vom Köper verbraucht, um die Übersäuerung auszugleichen.

Durch den Flüssigkeitsverlust kommt es zur Eindickung des Blutes, was zu schlimmen Thrombosen führen kann, und die Fließeigenschaft des Blutes ist herabgesetzt, so das es bei den kleinsten Gefäßen (den Kapillaren) zu Durchblutungsstörungen kommen kann, was sich im schlimmsten Fall als Absterben von Gewebe (Nekrose) äußern kann.

Warum kommt es zu Ketonkörper? Sie entstehen, wenn der Körper auf Grund von Insulinmangel keine Glucose in die Körperzellen schleusen kann, dadurch ein Energiemangel entsteht, und zur Energiegewinnung der Körper die Fettreserven abbaut. Es kommt zur Freisetzung von Fettsäuren, die in der Leber abgebaut werden müssen, wobei nun diese Ketonkörper entstehen. Bei gesunden Menschen hemmt der ausreichend hohe Insulinspiegel den Fettabbau.

Weitere Symptome für eine nicht behandelte Stoffwechselentgleisung, für ein ketoazidotisches Koma sind:

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • zunehmende Müdigkeit

  • Bewusstseinseintrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit

  • starke Bauchschmerzen durch eine Bauchfellreizung

Jetzt ist unbedingt eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig, wo oberste Priorität ist, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, den Blutzucker zu senken und den ph-Wert des Blutes durch Gabe von Bikarbonat zu erhöhen.

Ich wünsche jedem Diabetiker, dass er niemals in so eine Situation kommt und dass es immer nur Theorie bleibt.

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