Ursachen bei Diabetikern, die eine Hypoglykämie auslösen können

Hypoglykämien sind unangenehm und deshalb will jeder Diabetiker sie vermeiden. Sie treten immer dann auf, wenn das Verhältnis im Blut von Zucker und momentan wirkendem Insulin nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Beim Diabetiker funktionieren die Regulationsmechanismen nicht, so dass das Verhältnis optimal eingestellt sein muss.

Was kann jetzt Auslöser einer Unterzuckerung sein?

  • verstärkte körperliche Aktivität

  • zu viel Insulin injiziert, weil die Kohlenhydrataufnahme überschätzt wurde

  • bei Gewichtsabnahme die Insulinmenge nicht reduziert

  • verbesserte Insulinwirkung zum Beispiel im 4. Monat der Schwangerschaft

  • unzureichende Kohlenhydrataufnahme

  • ausgelassene Mahlzeiten

  • Abstand zwischen Insulinbolus und Essensaufnahme war zu lange

  • verbesserte Insulinresorption, zum Beispiel nach einem heißen Bad oder Sonnenbaden

  • wenn die Diabetikermedikamente ( Therapie bei Typ 2) wegen einer Konzentrationserhöhung im Blut besser wirken, weil bei gleichzeitig bestehender Nierenschwäche die Medikamente nur unvollständig ausgeschieden werden

Wenn ein Diabetiker Symptome einer Unterzuckerung feststellt, sollte er sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Oft sind es aber auch enge Vertraute wie der Lebenspartner oder die Eltern, die die ersten Frühzeichen erkennen, bevor der Diabetiker selber verspürt, dass er unterzuckert ist. Es kommt oft zu Verhaltensänderungen wie unkontrolliertes apathisches Handeln, andere Atemgeräusche beim Schlafen, albernes Verhalten bei Kindern, auftretende Müdigkeit am Tag. Nicht selten reagieren die Diabetiker dann gereizt auf Bemerkungen wie „Mach doch mal einen Blutzuckertest.“ Sie fühlen sich bevormundet und wollen selber bestimmen, ob sie unterzuckert sind oder nicht. Ganz typisches Verhalten bei einer langsam beginnenden Unterzuckerung, die mit typischen Symptomen selber noch gar nicht wahrgenommen wird.

Bei  Blutzuckerwerten unter 60mg/dl sollten mindestens ein bis zwei Broteinheiten schnelle Kohlenhydrate zu sich genommen werden.

  • Ein bis zwei Plättchen Traubenzucker (Dextro Energen)

  • Fruchtsaft: 100 ml Apfelsaft oder Orangensaft

  • 70 ml Coca Cola

  • Gummibärchen, je nach Größe vier bis elf Stück – (Berechnung ganz einfach)

Einem bewusstlosen Diabetiker nie etwas in die Wangentasche legen, da es zu Erstickungsgefahr kommen kann. Lieber den Notarzt rufen, der bei Bewusstlosigkeit auch mal eine Glukoselösung über die Vene spritzen kann.

Nahrungsmittel mit hohem Eiweiß- oder Fettanteil sollten vermieden werden, da Fett und Eiweiß die Resorption verzögern. Oft wird  durch Heißhungerattacken die Kohlenhydrataufnahme drastisch überstiegen. Daher ist es sinnvoll, nach drei Stunden seinen Blutzucker erneut zu kontrollieren, um eventuelle Blutzuckerspitzen vorsichtig zu korrigieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

E-Book Sofort-Download und Newsletter abonnieren - bitte anklicken