Frederick Bantings Hartnäckigkeit war für viele die Rettung

In einer meiner letzten Blogs berichtete ich über die Entdeckung des Insulins durch Frederick Banting und Charles Best vor 90 Jahren.

Man spricht so leichtfertig darüber, dass sie nach einigen Fehlversuchen das Insulin entdeckt hatten. Aber eigentlich  hing es  an einem seidenen Faden und war von vielen Zufällen abhängig, und letztendlich haben wir es der Hartnäckigkeit von Frederick Banting  zu verdanken, dass es überhaupt zu diesen Forschungen kam.

Was wohl die wenigsten Menschen wissen, ist die Tatsache, dass Frederick Banting besessen war von der Idee, ein Heilmittel gegen die damals tödlich verlaufende Krankheit Diabetes zu finden. Er hatte als Jugendlicher miterleben müssen, wie eine Schulfreundin am nicht behandelbaren Diabetes sterben musste. Einen grauenvollen Tod erlitten die Patienten, nachdem sie völlig abgemagert waren und ins Koma fielen. Angehörig mussten daneben stehen und zusehen, wie man nichts tun konnte. So erging es allen Diabetikern vor 1921, bevor Banting und Best das Insulin entdeckten.

Banting  war der Meinung und es war sein Entschluss, selber zu forschen und nicht nur das bereits bekannte Wissen der Medizin  einfach nur umzusetzen. Er wollte nicht nur die Erfindungen anderer Forscher blindlings anwenden.

Eigentlich wollte Frederick Banting Chirurg werden, war aber der Meinung,  vor Eröffnung seiner eigenen Praxis sollte er noch unbedingt auf einem völlig anderen Gebiet forschen. Er entschied sich für den Diabetes, weil ihm das Versterben seiner damaligen Freundin nicht losließ.

Wegen extremen Geldmangels nahm er einen Lehrplatz an der Universität an. Er sollte Studenten im dritten Semester in Physiologie unterrichten. Zum Glück hatte sich niemand anderes beworben, so dass er die Stelle bekam. Es war sein Naturell, sich für den Unterricht optimal vorzubereiten. 1920  wusste man nicht sehr viel über die Funktion der Bauchspeicheldrüse, diesem länglichen Organ, das hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule liegt und drei Sekrete namens Lipase, Trypsin und Diastase ausscheidet. Man wusste auch schon, dass dieses Organ den Zuckerhaushalt regelt. Denn bei Tieren, denen man die Bauchspeicheldrüse entfernt hatte, entwickelte sich der Diabetes.

Die damaligen medizinischen  Kapazitäten auf dem Gebiet des Diabetes, heute würde man sie Diabetologen nennen, waren in ihren Bemühungen um Heilung nicht sehr weit gekommen. Es war wieder ein Zufall, dass Frederick Banting in einer Fachzeitschrift  einen Artikel von Dr. Moses Barron las. Auch er beschrieb, wenn Gallensteine die kleinen Kanäle blockierten, die vom Pankreas zum Zwölffingerdarm führten, dass sich das Organ selber verdaut. Er wollte von so einem atrophierten Pankreas aus den noch unbeschädigten Langerhansschen Inseln das Sekret extrahieren, was nach seiner Meinung das „anti diabetische Prinzip“ sei. Wenn die Verdauungssäfte die Langerhansschen Inseln nicht mehr verdauen könnten, so könnte er dieses anti diabetische Hormon nachweisen.

Jetzt musste nur noch ein passendes Labor gefunden werden. Das Labor seines Chefs der Physiologieabteilung Professor Dr. Frederick R. Miller war eindeutig zu klein. Er schrieb an seinen Freund, den damals berühmten Physiologen Dr. J.J.R. Macleod aus Toronto, eine Empfehlung. Er war zu dieser Zeit auf dem Gebiet des Diabetes und des Kohlenhydrat-Stoffwechsels eine Kapazität. Banting bekam seinen Vorstellungstermin und reiste nach Toronto.

 

Fortsetzung folgt

Ein Gedanke zu „Frederick Bantings Hartnäckigkeit war für viele die Rettung“

  1. Toller Post!! Äußerst interessant. Offensichtlich hatte Banting schon erkannt das die Selbstverdauung des Pankreas zur Heilung führt.

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