Erste Gewissenskonflikte in der Insulingewinnung

Als es Frederick Banting und Charles Best zum ersten Mal gelang, die Hündin Susy mit dem neu gewonnenen Extrakt zu retten, war ihnen klar, das war erst der Anfang.

Frederick, der auf dem Lande groß geworden war, fiel es schwer, den Hunden, denen er die Bauchspeicheldrüse entfernt hatte, mit einer Überdosis Chloroform das Leben nehmen zu müssen. Er hasste diesen unvermeidlichen Schritt und nur der Gedanke, dass er in Zukunft eventuell Millionen von Menschen dadurch helfen konnte, ließ dem Töten einen Sinn geben. Bei mehreren Hunden mussten sie die Bauchspeicheldrüse abbinden, um das Sekret aus den Langerhansschen Inseln zu gewinnen, was  einen einzigen Hund mit Diabetes behandeln konnte. Das konnte auf Dauer nicht so weiter gehen. Und sie überlegten, wie sie an mehr Sekret kommen konnten. Sie gaben diesem Sekret als erstes den Namen „Isletin“, weil es aus den „Isles of Langerhans“, den Langerhansschen Inseln  kam.

„Isletin“  konnte  allen Menschen mit Diabetes, die bis dahin zum Tode verurteilt waren, das Leben retten. Aber so viele Hunde könnten nicht geopfert werden, um alle Menschen zu retten. Wer sollte entscheiden, wer das rettende Sekret erhält?

Zuerst wollten Banting und Best sicherstellen, dass Susy kein Einzelfall war. Sie gaben „Isletin“ auch Hunden, denen sie zuvor große Mengen an Zuckergegeben hatten, um den Blutzuckerspiegel drastisch zu erhöhen. Und auch dort funktionierte ihre Therapie.

Banting und Best entwickelten eine Methode, schneller an das „Isletin“ zu kommen, indem sie die Bauchspeicheldrüse anregten, Verdauungssäfte zu produzieren, die sie allerdings in einem Glasröhrchen, das im Pankreaskanal lag, auffingen. Somit ersparten sie sich viele Wochen Wartezeit, bis der entsprechende Teil der Drüse, der die Verdauungssäfte produziert, abgestorben war. Aber es musste noch eine andere Methode geben, denn es wurden  zu viele Hunde geopfert.

Banting erinnerte sich an seine Jugendzeit auf der Farm. Sein Vater ließ ältere Kühe, die zum Schlachten bestimmt waren, vorher noch einmal decken, weil sie dann mehr fraßen und dicker wurden. Die Bauchspeicheldrüse eines Vieh-Fötus war  größer und enzymfrei. Also setzten sie sich mit einem Schlachthof in Verbindung, der ihnen die Bauchspeicheldrüsen der Föten von den geschlachteten, trächtigen Kühen gab. Daraus konnten sie größere Mengen an „Isletin“ gewinnen.

Als die beiden jungen Forscher von ihren Erfolgen Macleod berichteten, hätten sie erwartet, dass er begeistert sei über so eine Entdeckung, die Rettung der Menschheit. Dieser gab allerdings nur zu verstehen, dass ihre Beweise gründlich zu überprüfen wären. Ein typisches Verhalten von Neid und Eifersucht den beiden Erfindern  gegenüber, die in der Welt der damaligen Medizin nicht auf dem gleichem akademischen Grad standen.

Ist es heute nicht oft noch genauso? Wenn einer etwas kann oder hat, was der andere nicht kann oder nicht hat, dann wird er erst einmal als unfähig  hingestellt.

Warum zweifelt man so sehr die Behandlungsform von Prof. Dr.Ulrich von Arnim an?

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