Es war einmal vor 90 Jahren….

90 Jahre sind es nun her, dass Frederick Banting das Insulin entdeckte. Es waren einige Misserfolge nötig, um das heutige Ergebnis zu erreichen.

Banting wurde am 14.11.1891 in Alliston, in Ontario (Kanada) als jüngstes Kind von William Thompson Banting und dessen  Ehefrau Margaret Grant geboren und wuchs mit seinen vier Geschwistern als Farmersohn auf. Nach seiner Schulzeit studierte er zuerst Theologie, wechselte aber bald das Fach und schloss sein Studium zur Medizin  1916 ab. Vielleicht wäre er ein guter Theologe geworden, doch zum Segen aller Diabetiker heute war es eine sehr gute Entscheidung. Nach dem ersten Weltkrieg arbeitete er zuerst als Kinderarzt und 1922 als Dozent für Pharmakologie. Er machte seinen Medical Doctor (M.D.) an der Universität in Toronto.

Er interessierte sich sehr für Diabetes mellitus und zu dieser Zeit wusste man, dass der Diabetes mellitus  durch einen Mangel eines hormonellen Proteins verursacht wird, welches in der Bauchspeicheldrüse,  genauer in den Langerhansschen Inseln produziert wird. Erste Versuche das fehlende Insulin, das den Patienten fehlte,  durch den Verzehr von tierischen Bauspeicheldrüsen zu ersetzen, hatte fehlgeschlagen. Dieses Protein wurde  im Magen zerstört.  Das ist auch der Grund, warum Insulin gespritzt werden muss und nicht geschluckt werden kann.

Banting war fasziniert von der Idee, eine Möglichkeit zu finden, das Insulin zu isolieren, das den Blutzuckerspiegel regulieren sollte. Er sprach bei dem Physiologen John Macleod von der Universität Toronto vor. Dieser stellte ihm sein Labor, einige Versuchshunde und den 21-jährigen Studenten Charles H. Best als Assistenten zur Verfügung, weil er in Banting einen enthusiastischen Forscher erkannte.

In ihren ersten Versuchen hatte man  einem Hund die Bauchspeicheldrüse entfernt, diese Drüse zerkleinert und die Extrakte der Bauchspeicheldrüse einem anderen Hund ohne Bauchspeicheldrüse intravenös injiziert. Der Blutzucker sank  tatsächlich ab, doch die Tiere verstarben nach fünf Tagen. Als der Vorrat an Hunden zu Neige ging, hatte Banting die Idee, sich aus dem Schlachthaus die  Bauchspeicheldrüsen von Kalbsembryonen  zu holen und gewann aus ihnen das Extrakt.  Mit diesem Extrakt überlebte ein Versuchshund 70 Tage. Als Macleod die Tragweite dieser Experimente erkannte, beauftragte er den Chemiker James Collip mit der Herstellung eines gereinigten Extraktes.

Im Januar 1922 wurde ein schwer kranker Diabetiker mit diesem Extrakt behandelt.  Am 3. Mai 1922 wurden diese Forschungsergebnisse aus Kanada in Washington vorgestellt, ein  Heilmittel für Diabetes mellitus war entdeckt: das Insulin.

Am 10. Juli 1922 behandelte Frederick Banting nach anfänglichem Zögern auf das intensive Drängen der Eltern einen fünfjährigen Jungen, der zu diesem Zeitpunkt auf 12,5 kg abgemagert war: Theodor Ryder.

Theodor Ryder , der 1993 im Alter von 79 Jahren verstarb, war der weltweit erste Mensch mit 70 Jahren Diabetes-Dauer und der letzte Überlebende der ersten zwölf Diabetes Patienten, die von Banting und Best mit Insulin behandelt worden waren.

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