AD(H)S oder nur schlecht erzogene Kinder?

Gerade als Erwachsener fällt man schnell ein Urteil über andere Kinder, wenn sie sich nicht so benehmen, wie man es selber gerne erwarten würde. „Wenn das mein Kind wäre, dem würde ich aber was erzählen!“ hört man dann oft als Kommentar von genervten Erwachsenen.

Aber manchmal ist es nicht nur die schlechte Erziehung sondern die Kinder können nicht anders, als sich so zu verhalten.

AD(H)S ist primär kein Erziehungsfehler, sondern resultiert aus einer Störung der Informationsverarbeitung und Selbstregulation. Eine Dysballance von Überträgerstoffen bzw. Funktionsstörung spezieller Hirnbereiche erschweren das Ausfiltern und Bewerten von Außenreizen. 
Eltern können ihren Kindern  durch spezielle Erziehungsregeln helfen, konstruktiv mit AD(H)S umzugehen. 

Was bedeutet ADHS?

ADHS ist seit Anfang der 1980er Jahre gebräuchlich und er steht für Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung. Oft redet man auch nur von  ADS = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (bei Syndrom ist immer eine Gruppe von Beschwerden vorhanden.) Im englischen Sprachraum heißt es  ADD = attention deficit disorder oder ADHD =attention deficit and hyperactivity disorder.

Dennoch drücken alle Namen nur unzulänglich aus, worum es bei diesem Krankheitsbild eigentlich geht:

  • Sprunghaftigkeit,
  • ständig in Bewegung sein,
  • zwanghaftes Reden ohne Pause,
  • Mangel an Konzentration,
  • sich ständig ablenken lassen,
  • fehlende Ausdauer, nichts zu Ende bringen
  • jeden Termin verpassen oder zu spät kommen

Man hat lange angenommen, AD(H)S trete nur in der Kindheit auf und würde sich mit zunehmendem Alter von selbst legen. Dem ist leider nicht so. Nur bei einem Drittel der Patienten verschwinden die Beschwerden, zwei Drittel leiden auch im Erwachsenenalter darunter, sie werden nur nicht mit Methylphenidat behandelt. Man nimmt an, dass auch  Benjamin Franklin, Winston Churchill, Albert Einstein, John F. Kennedy, Bill Clinton und Bill Gates  von ADS oder ADHS betroffen sind. Ihre Kinder befinden sich also in allerbester Gesellschaft.

(Fortsetzung folgt)

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