Lebensmittel sind nicht das, was sie versprechen

Lebensmittel sind zum Teil industriell verarbeitet.

Lebensmittel werden nach Optik und Geschmack eingekauft, der Nährwert wird zur Nebensache.

Wir sind satt, aber nicht optimal mit Nährstoffen versorgt. Das bekommen wir natürlich nicht sofort zu spüren. Wir essen über Jahre stark verarbeitete Lebensmittel, die nur noch nach Himbeere schmecken, aber eigentlich keine Himbeeren enthalten. Auch der Käse auf der Pizza ist schon lange kein Käse mehr. 🙁

Durch die industrielle Verarbeitung unserer Lebensmittel kann man eigentlich gar nicht mehr von „Lebensmitteln“ reden. Man müsste besser von Nahrungsmittel reden.
Ein Lebensmittel ist erst dann ein Mittel zum Leben, wenn folgende Punkte zutreffen:

  1.  es ist auf einem gesunden Boden gewachsen
  2.  es wurde reif geerntet
  3. es wurde vorsichtig und schonend transportiert und verpackt
  4. es kommt im frischen Zustand zum Verbraucher
  5. es ist schonend und durch natürliche Methoden verarbeitet oder haltbar gemacht
  6. es ist schonend zubereitet, d.h möglichst wenig verändert
  7. es ist frei von Schadstoffen
  8. es ist frei von Lebensmittelzusatzstoffen

ES IST LEBENDIG:

Aber diese Punkte treffen ja nun wirklich nicht mehr auf die meisten Lebensmittel zu, die wir zu uns nehmen. Aber wie sieht es tatsächlich mit unserem täglichen Essen aus? Hier mal nur ein paar Beispiele als Gedankenanregung:

  • polierter Reis hat nur noch 25 % des Kupfers, Mangans und Chroms von Naturreis. Es muss heute immer  schneller gehen und Basmatireis ist der neue Trend.
  • weißes Auszugsmehl enthält nur noch 7 µg Zink gegenüber 134 µg des Weizenvollkornmehls. Die Leberkäse-Semmel oder die Bratwurst schmecken auf einer Vollkornsemmel eben nicht so gut. Das Croissant zwischendurch aus Vollkornmehl?  Unvorstellbar!
  •  Spinat verliert nach dreitägiger Lagerung bei Zimmertemperatur 70 % der Folsäure.  Also ist es doch besser den Tiefkühlkostspinat zu wählen als den „frischen“ Spinat vom Wochenmarkt?
  • Ein frisch geernteter reifer Apfel enthält 10 mg Vitamin C pro 100 g. Nach 11 Wochen Lagerung bei 3° C enthält er noch 5 mg. Im Herbst ist Erntezeit. Aber Äpfel bekommen wir das ganze Jahr über zu kaufen. Wo lagern die Äpfel in der Zwischenzeit?
  • Unreifes Transportobst (Neuseeland, Chile, Spanien etc.) enthält weniger Vitamine als reifes Obst. Deutschland ist nun mal nicht das Land der Bananen, Mangos und Apfelsinen.
  • Beim Blanchieren von Tiefkühlgemüse gehen 95% des Vitamin-C-Gehaltes, 60% des Vitamin-B1-Gehaltes und 40 % des Vitamin-B2-Anteils verloren. Also ist auch die Tiefkühlkost nicht mehr ganz so vitaminreich.
  • Geschnittener Salat und zerkleinertes Gemüse verliert durch den Kontakt mit Sauerstoff und Licht 30% der Vitamine. Lecker anzusehen sind die schönen Salatbars schon, aber leider oft nur noch als Ballaststoffträger nützlich und nicht als Vitaminbombe, wie sie uns aber oft verkauft werden.
  • Eine aufgeschnittene Tomate verliert in einer Stunde 50% des antioxidativen Pflanzenstoffes Lycopin.  Und gerade dieses Lycopin ist doch so wertvoll, weil es Krebs
    Lebensmittel im Überfluß
    Wir haben reichlich Auswahl, doch Vitamine sind nicht so viel vorhanden, wie wir glauben
    © Gleb Semenjuk – Fotolia.com

    verhindern soll. Aber wer isst schon direkt im Garten vom Strauch die Tomaten? Mit Basilikum und Mozzarella später als Salat angerichtet sind sie doch nicht zu verachten.

  • Kantine: 100 g Erbsen haben beim Auftauen 20,5 mg Vitamin C, nach dem Kochen 8,1 mg, nach einer Stunde im Wärmebehälter 3,7 mg  und auf dem Teller nur noch 1,1 mg Vitamin C.

Die Kantine steht hier für sämtliche Essensarten, die lange vor dem Servieren vorbereitet werden. Das gilt für Essen in Schulen, in der Mensa, in Altenheimen und Krankenhäusern.

Die meisten Ernährungsexperten geben für eine optimale Versorgung zumindest bei den Antioxidantien, 3- bis 5fach höhere Werte als die DGE an. So auch die amerikanische Krebsgesellschaft, die ganz eindeutig eine höhere Zufuhr empfiehlt.

Würde die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ihre Empfehlungen nach oben korrigieren, hätte ein noch größerer Teil der Bevölkerung eine deutliche Unterversorgung. Dann müsste man aber auch langsam mal zugeben, dass die Empfehlung für eine „abwechslungsreiche“ Ernährung nicht mehr ausreicht.

Vor allem Vitamin C wird von Ernährungsexperten in einer Dosierung von 500 mg bis 3000 mg täglich empfohlen. Das ist über den Verzehr von Obst und Gemüse niemals zu erreichen. Gerade jetzt beginnt wieder die Erkältungszeit und man kann jetzt feststellen, ob man ein intaktes Immunsystem hat oder soft „hier“ ruft, wenn alles herumschnieft.

Haben Sie gewusst, dass die Standardernährung von Affen in amerikanischen Zoos 23-mal höher ist, als man dem Menschen zugesteht? Soviel Vitamine brauchen unsere nächsten Verwandten zur Erhaltung ihrer eigenen Gesundheit, um sich vor Infektionen zu schützen und um sich fortpflanzen  zu können. Das Genmaterial von einem Affen weicht aber gerade mal 1% vom Menschen ab. Sollte dieser eine Prozent den gravierenden Unterschied zum Menschen ausmachen?

Durch die niedrigen Zufuhrempfehlungen wiegt sich der Verbraucher in einer falschen Sicherheit. All zu oft wird auch porpagandiert, dass eine abwechslungsreiche Ernährung vollständig ausreichen würde, um alle lebenswichtigen Vitalstoffe aufzunehmen.

Seit dem Beginn der Stoffwechselforschung in den 60er Jahren, auf denen die DGE-Werte größtenteils noch beruhen, gab es eine Explosion des Wissens. Verkauft und empfohlen wird uns immer noch der alte Wissensstand.

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