Kinderlebensmittel

Kinderlebensmittel sind nicht das, was sie angeben zu sein, besonders sind sie niemals Mittel zum Leben.

Wenn man beobachtet, wie die Lebensmittelindustrie einen neuen Markt entdeckt hat, braucht man als Eltern starke Nerven, wenn man mit kleinen Kindern einkaufen geht. Zum Glück hatte ich da nie Probleme und konnte alle Kinderlebensmittel liegenlassen, auch wenn meine Kinder anfangs gequengelt haben und ich mir anhören musste, wie „gemein“ ich doch sei, dass ich nicht wie andere Mütter diese tollen Milchschnitten, Pinguine und speziellen Joghurts alias Fruchtzwerge kaufen würde.

Erschreckend ist es, wenn Werbedamen im Supermarkt den Müttern erklären wollen, dass diese Fruchtzwerge keinen zusätzlichen Zucker enthalten.

Ich habe die Damen dann immer gefragt,  wie sie mir die 17 Gramm Kohlenhydrate erklären können, die in 50 Gramm Joghurt enthalten sind? 17 Gramm Kohlenhydrate sind in mehr als 450g Naturjoghurt enthalten oder in 300 Gramm Erdbeeren.

Jetzt kann man natürlich nicht von jedem Verbraucher erwarten, dass er sich in Ernährungsfragen auskennt. Seit einiger Zeit gibt es zwar die Plattform „Foodwatch“, wo man nachsehen kann, was so alles an Etikettenlügen auf unseren Nahrungsmitteln steht, aber wer sieht da schon regelmäßig vor seinem Einkauf hinein?

Kinderlebensmittel sind zu 75% zu süß und zu fett und alles andere als gesund. Hinzu kommt, dass sie so stark überaromatisiert sind, dass den Kindern jeglicher normale Geschmackssinn verloren geht.

Kinderlebensmittel und Werbung in Fernsehkanälen mit Kindersendungen gehören zusammen, denn man will ja die richtige Zielgruppe ansprechen. Und da strotzen unsere fitten National-Fußballspieler nur so vor Leistung und Gesundheit, wenn sie den Tag mit einem Nutella-Frühstück starten. Wer will denn nicht so gut in den Tag starten wie unsere Helden, die für die kleinen F-Jugend-Spieler große Vorbilder sind? Und es wird clever mit sportlichem Zubehör geworben, wenn man die Punkte sammelt und ausschneidet.

Zum Glück hatten meine Kinder immer sehr schnell begriffen, dass man sich bessere Taschen  und Trikots kaufen kann, wenn man das Geld einspart, was man für den  Kauf von Hunderten von Schokoriegeln ausgeben müsste, um dann endlich nur eine billige Kappe zu erhalten.

Viele Schokoriegel werden schon über Generationen mit gutem Gewissen verzehrt, also müssen sie doch gut sein. Und wenn die Schokolade mehr aus Milch besteht, als aus Schokolade, dann muss sie doch gesund sein? Tatsächlich besteht dieser Kinderschokoladenriegel aus Butterfett, Zucker, Emulgatoren und Aromen und enthält mehr Kalorien als eine normale Vollmilchschokolade.

Unsere Kinder essen auch zu wenig Obst und Gemüse, so dass ich schon lange immer beiläufig sarkastisch erwähne, „Die Jugend von heute sind die Frührentner von morgen“.

Aber wenn dann schon genascht werden soll, dann doch mindestens mit vielen Vitaminen. Dass der Zucker darin die wenigen Vitamine völlig ruiniert, steht natürlich nicht auf der Packung, auf der leuchtend die Orangen abgebildet sind. In Wahrheit sind nur 1,3% Fruchtsaft enthalten und fast 70% Zuckeranteil.

Aber mit Obst und Gemüse kann man nicht so viel Geld verdienen wie mit Süßigkeiten. Und die Eltern werden beruhigt, indem sie auf der Verpackung lesen können „Mit dem Besten aus der Milch“ oder „enthält wertvolle Vitamine“ oder gar „Mit Calcium für einen starken Knochenbau“. Das viele Fett und der erhöhte Salzanteil werden verschwiegen, der Bluthochdruck und das Übergewicht entwickeln sich etwas später.

Kinderlebensmittel sind nicht nötig

Wir sollten unseren Kindern mit bestem Beispiel vorangehen, denn Kinder erziehen heißt auch richtig vormachen. Dann ist der Pausen Snack als Apfel völlig normal und es muss nicht die Pizza in der großen Schulpause gekauft werden. Für mich unverständlich, wie man in der Schule als 2. Frühstück, wo anschließend wieder gesessen wird uns sich konzentriert werden soll, als Snack ein Pizzastück angeboten werden kann.

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